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Junge Mutter für Wutanfälle verurteilt

Eine 19-Jährige aus Döbeln soll beleidigt, geschlagen und Sachen zerstört haben. Vor Gericht gibt sie sich uneinsichtig.

© SZ-Archiv

Von Helene Krause

OSTRALE Biennale O19

Die zweite Biennale und 12. OSTRALE widmet sich ab dem 11. Juni bis zum 1. September dem Leitgedanken „ismus“.

Döbeln. Niemand, der die zierliche 19-Jährige aus Döbeln sieht, glaubt, dass sie kräftig zuschlagen kann. Doch genau deswegen wird sie vor dem Amtsgericht Döbeln angeklagt. Vorgeworfen werden ihr mehrere Fälle der Körperverletzung, der Beleidigung und der Sachbeschädigung.

Am Mittag des 25. Juli 2017 zog ein Mieter in ein Haus in der Roßweiner Straße ein, in dem auch die Angeklagte wohnte. Der Mieter stellte eine Kommode im Treppenhaus ab. Weil diese der Angeklagten im Weg stand, sollen sie und ein weiterer Mann die Kommode auf die Straße geworfen haben. Dabei ging an dem Möbelstück die Tür kaputt. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von 150 Euro.

Am Nachmittag desselben Tages soll sie die sechsjährige Tochter des neuen Mieters und gegen Abend den Mann selbst beleidigt haben. Außerdem soll sie am 24. August die Spielküche der Sechsjährigen auf die Straße geworfen sowie das Bierzelt und den Grill des neuen Mieters zerstört haben. Am 30. August 2017 wollte sie in der Kauflandfiliale eine Freundin des neuen Mieters schlagen. Eine Frau, die dazwischen ging, wurde weggeschubst. Die Freundin erhielt eine Ohrfeige und einen Schlag auf den Kopf. Weil der Mieter sich bei der Wohnungsverwaltung beschwerte, kam eine Mitarbeiterin zu dem Grundstück. Auch diese wurde von der Beschuldigten beleidigt. Wegen der Beleidigung und weil es mit ihr schon mehrere Vorfälle dieser Art gab, kündigte die Vermieterin ihr die Wohnung.

Auf dem Körnerplatz in Döbeln fand die Angeklagte am Abend des 14. August 2017 ein weiteres Opfer. Dort soll sie plötzlich und unvermittelt einen Bekannten geschlagen und ihn an die Genitalien gegriffen sowie sein T-Shirt zerrissen haben. Außerdem schlug sie ihm das Handy aus der Hand. Das fiel zu Boden und das Display zerbrach. Warum sie den Mann angriff, blieb in der Verhandlung ungeklärt. Einen triftigen Grund gab es dafür nicht.

Die Taten gibt die Angeklagte nur teilweise zu. Die Schilderungen der Zeugen entsprechen der Anklage. Das Gericht geht von der Schuld der Angeklagten aus. Die vorbestrafte 19-Jährige wurde zu 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Außerdem muss sie einen sozialen Trainingskurs bei der Arbeiterwohlfahrt besuchen und sie wird einer sechsmonatigen Betreuung durch die Awo unterstellt. Sollte sie die Stunden nicht leisten, droht ihr eine Ordnungshaft. Wütend verlässt die Angeklagte mit ihrer Tochter den Gerichtssaal und knallt die Tür zu. Auf dem Hof des Gerichts sagt sie laut: „Die werden schon sehen, wer den längeren Arm hat.“