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Kamenz

Junge Tischler zeigen ihr Können

Gesellen des Tischlerhandwerks zeigten jetzt in Kamenz ihre Abschlussarbeiten. Tommy Kern hat dabei Beruf und Hobby miteinander verbunden.

Tomy Kern (M.) kommt aus einer Handwerkerfamilie. Vater Peter Kern ist Tischlermeister, seine Mutter Andrea Kern betreibt einen Raumausstatter. Der junge Mann stellte einen selbstentworfenen Musikerschrank vor – mit E-Gitarre ebenfalls im Eigen- bau. © Bernd Goldammer

Kamenz. Innungsobermeister Ulrich Lange war guter Dinge. Jetzt eröffnete er die 25. Ausstellung der Tischlerinnung. Hier werden die Gesellenstücke der Tischlerinnung Bautzen des zurückliegenden Ausbildungsjahrganges gezeigt. Das ist mit viel Zulauf verbunden, denn nur dieses eine Mal sind die Gesellenstücke des Bautzner Landkreises schließlich wie jedes Jahr im Gebäude der Ewag Kamenz in Bernbruch zu sehen. Ulrich Lange freute sich auch deshalb, weil 17 Auszubildende die Lehrzeit mit einem vorzeigbaren Gesellenstück hinter sich gebracht haben. Begutachtet wurden die Prüfungsstücke von einem paritätisch zusammengesetzten Ausschuss. Handwerksmeister, erfahrene Gesellen und Berufsschullehrer gehören dazu.

Nach gründlicher Begutachtung wird die Note erteilt. „In diesem Jahr können wir vier Gesellenstücke zur Ausstellung „Die gute Form“ delegieren, wo sie vom 4. bis zum 9. November in Elbepark Dresden präsentiert werden. Die Auswahl war nicht leicht“, so der Innungsobermeister. Die künftigen Tischlergesellen des Landkreises hatten exquisite Möbel und Haustüren gefertigt. Es war also kein Wunder, dass der öffentliche Andrang groß war. Ganze Handwerker-Familien waren komplett angereist, um die Werke ihrer Sprösslinge zu begutachten oder mit dem Leistungsstand anderer Gesellenstücke zu vergleichen.

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In diesem Handwerksberuf geht es schon immer um eine Melange aus Fachwissen und Kreativität. Auch die diesjährigen Gesellenstücke machen deutlich, welche besonderen Feinheiten das Tischlerhandwerk bieten kann. Tomy Kern gehört zum Beispiel zu jenen Gesellen, deren Arbeit in Dresden zu sehen sein wird. Er hat seine Lehre in der Neumeister Innenausbau GmbH Bautzen absolviert. Der angehende Tischler ist nebenher auch Hobby- Gitarrist. Er spielt Gitarren, die er selbst gebaut hat. Beides hat er mit seinem Musiker- Schrank zum Ausdruck gebracht. Er besteht aus Spanplatten, Ahornfurnier und einer großen Glasplatte. Unter der ist eine seiner selbstgebauten Gitarren zu sehen. Das Interesse war groß.

Enorme Bandbreite

Auch die Hausbar von Nadine Natusch zog viel Fach-Publikum an. Ihr Gesellenstück wurde ebenfalls zur Ausstellung im Dresdner Elbepark delegiert. Ausbildungsbetrieb ist auch hier die Neumeister Innenausbau GmbH Bautzen. Emil Pentzenberger von den Möbelwerkstätten Hofmann und Großmann in Ottendorf kann sich auch auf einen Ausstellungsplatz in Dresden freuen. Er hat einen Steh-Schreibtisch gebaut, der auch vom Design her überzeugt. Aus dem gleichen Ausbildungsbetrieb kommt ein weiteres Möbelstück, dass die Prüfungskommission überzeugen konnte. Der Schreibtisch von Colin Wagner wird ebenfalls in Dresden zu sehen sein. Gundula Hofmann, die Geschäftsführerin des Ausbildungsbetriebes, freut sich über diese Ergebnisse. „Es gehört schon seit der Wende zur guten Tradition, dass unsere Azubis in der Bewertung vorn liegen“, sagte sie nicht ohne Stolz. Das spricht natürlich für die Ausbildungsqualität ihrer Firma in Ottendorf-Okrilla.

Die Bandbreite war enorm, und die Qualität der Gesellenstücke wurde mit Fug und Recht bewundert. Dass die Ausstellung in der Ewag wieder zum Begegnungsort für viele Gesellen und Meister wurde, zeigt, dass das Tischlerhandwerk nach wie vor ein spannender Zukunftsberuf ist.