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Junge Wirtsleute öffnen Karasekschenke

Ab 1. Mai ist das beliebte Ausflugsziel in Leutersdorf wieder für die Gäste da. Manchmal gibt es ganz besondere Gerichte.

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© Bernd Gärtner

Von Holger Gutte

Leutersdorf. Ungeduldig fiebert Peter Dominik Zadan dem Sonntag entgegen. Am 1. Mai öffnet er die Karasekschenke in Leutersdorf. Seit dem 30. November 2014 ist das beliebte Ausflugsziel zwischen Leutersdorf, Ebersbach-Neugersdorf und Eibau geschlossen. „Wir sind auf der Suche nach einem Haus für uns gewesen“, sagt der 30-Jährige. Und als er mit seiner Lebensgefährtin Anne Kepler im Dezember 2015 vor der Karasekschenke stand und beide durch die Fenster schauten, wussten sie, das ist es.

Nun haben sie beide einen neuen Job. Die 23-Jährige kellnert künftig in der Karasekschenke. Und Peter Dominik Zadan macht das, was er am besten kann – kochen. Zum Jahresende will er seine Meisterprüfung machen. Wegen des Umzugs und der Eröffnung hat er sie verschoben. Peter Dominik Zadan reizt die Selbstständigkeit und die Karasekschenke. Dafür gibt er seinen guten Job im Kindererholungszentrum Querxenland Seifhennersdorf auf. „Ich bin dort Küchenleiter, Ausbilder und Mitglied der Geschäftsleitung gewesen“, sagt er.

Im März sind die angehenden Wirtsleute mit ihrer zehn Monate alten Tochter Victoria von ihrer Betriebswohnung im Querxenland in die Karasekschenke gezogen. Seitdem haben sie auf das Ziel – Wiedereröffnung am 1. Mai – zugearbeitet. Die Holzarbeiten sind fertig, in einem Gastraum ein neuer Fußboden verlegt und in der Küche einige Geräte erneuert worden. Auch eine Wasserenthärtungsanlage wurde eingebaut. Und wegen der verschiedenen Biersorten gibt es nun auch hinter dem Tresen vier statt bisher zwei Zapfhähne.

Schon beim ersten Treffen im Dezember vergangenen Jahres mit Elke Maßlich, der bisherigen Wirtin, haben die beiden ein gutes Gefühl gehabt, dass ihr Projekt gelingen könnte. „Sie hat uns von Anfang an voll unterstützt. Und uns auch die Schlüssel gegeben, wenn sie mal nicht da sein konnte“, erzählt Peter Dominik Zadan.

Am 29. April 2016 hat er nun nicht nur seinen 30. Geburtstag in der Karesekschenke gefeiert, sondern auch den Kaufvertrag unterschrieben. Noch am gleichen Tag haben die neuen Wirtsleute ihre erste Bewährungsprobe bestehen müssen. Die kleine Geburtstagsrunde mit Familien und Freunden ist zugleich die Generalprobe für die Küche gewesen.

14 Hauptgerichte werden auf der Speisekarte stehen. Peter Dominik Zadan will seinen Gästen eine rustikale Oberlausitzer Küche präsentieren. Dabei hat er sich auch von Elke Maßlich beraten lassen. Oberlausitzer Stupperle, Bratenbrot, Schweinshaxe werden in der Speisekarte genauso zu finden sein, wie das klassische Schnitzel oder marinierter Hering. Und vielleicht gibt es das eine oder andere Mal auch ein böhmisches Gericht in der Karasekschenke. Denn Peter Dominik Zadans Mutter lebt zwar schon 40 Jahre in Deutschland, stammt aber aus Tschechien. „Ich bin zweisprachig aufgewachsen und werde auch die Speisekarte in Deutsch und Tschechisch anbieten“, sagt er. Ein klassisches Gericht wie „Svickova“ wird er bestimmt kochen. Das ist falsches Rindfleisch mit der traditionellen böhmischen Möhrensahnesoße.

„Ich weiß, dass die Erwartungen der Leute groß sein werden. Die Karasekschenke hatte unter Frau Maßlich einen guten Ruf“, sagt Peter Dominik Zadan. Deshalb hofft er mit seiner Lebensgefährtin, dass falls am Anfang mal etwas schiefgehen sollte, die Gäste ihnen das verzeihen. Damit meint er aber nicht die Küche. Denn damit kennt er sich ja bestens aus. Zu „Himmelfahrt“ will er auch die Biergartensaison eröffnen. Dann wird im Garten gegrillt. Von 10 bis 19 Uhr plant er die Männertagsparty.

Der 30-Jährige kann es kaum erwarten, dass es nun losgeht. Er hat einen Koch eingestellt, den er mal selber ausgebildet hat, und eine zweite Kellnerin. Und auch die ersten Familienfeiern und Bestellungen für Silvester sind schon gebucht.

Öffnungszeiten: Mo 14 bis 21 Uhr; Di Ruhetag; Mi bis Fr 17 bis 22 Uhr; Sa/So 11 bis 22 Uhr

03586 7658071 oder 0172 3686011