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Döbeln

Junges Pärchen zieht in Projektwohnung 

Die beiden sind von dem umgestalteten Altneubau begeistert. Die Ideen stammen von Gymnasiastinnen.

Anfang des Jahres hatten die Zwölftklässlerinnen des Gymnasiums die Wohnung besichtigt, die sich damals gerade im Umbau befand. Die Schülerinnen und Lehrer Tommy Greim standen im neuen Bad, dem die kleine Küche zugeschlagen wurde. © Archiv/André Braun

Döbeln. Die neuen Mieter haben sich in die Wohnung in der fünften Etage eines Wohnhauses an der Unnaer Straße verliebt. „Die ist richtig schön geworden. Ein großes Bad, Balkon und große Räume mit schönen Farben. Man findet es selten, dass das Bad auf dem neusten Stand ist“, schwärmt Michelle Baumgart (21). Sie wird mit ihrem Freund Jonas Butzlaff (20) in die Wohnung der WG Fortschritt einziehen.

 Am Montag bekamen sie den symbolischen Schlüssel überreicht. Denn die Dreiraumwohnung in dem Altneubau ist etwas Besonderes. Schülerinnen der 12. Klasse des Lessing-Gymnasiums hatten sie in einem bisher einmaligen Projekt mit der Genossenschaft entworfen.

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 Und die WG Fortschritt beließ es nicht bei Papier, sondern baute die Wohnung nach den Vorstellungen der jungen Leute tatsächlich um. Das Pärchen entdeckte sie in einem Immobilien-Internetportal. Gerade lässt es noch eine Küche einbauen, beim Umzug sollen Freunde helfen, erzählen die beiden.

Die 76 Quadratmeter große Wohnung ist für die Bedürfnisse junger Leute oder einer Familie mit Kindern optimiert worden. Es könnte auch eine Wohngemeinschaft von drei Leuten einziehen. Wichtigster Umbau: Der typische schmale Flur wurde verbreitert, was die neuen Mieter begeistert, weil sie jetzt etwas hineinstellen können.

 Die kleine Küche der Wohnung wurde zugunsten eines größeren zweigeteilten Bades aufgegeben. Stattdessen gibt es jetzt eine große Wohnküche. Außerdem Wohnzimmer, Schlafzimmer und einen weiteren kleinen Raum.

Silke Hartig (5.v.l.) übergibt den symbolischen Schlüssel an Michelle Baumgart und Jonas Butzlaff. Mit auf dem Foto: Katja Näther (l.), Vorstand Sven Viehrig, Lilly-Marleen Wetzig, Annika Großmann und Maria Bollmann.  © Jens Hoyer

Der lange Aufstieg in die fünfte Etage wird dafür von den neuen Mietern in Kauf genommen. „In unserer bisherigen Wohnung haben wir einen Aufzug“, sagte Jonas Butzlaff. Mit dem Thema Aufzüge müsse man sich grundsätzlich befassen, sagte Silke Hartig, bei der WG Fortschritt zuständig für Neuvermietungen. Der Bedarf an leicht zugänglichen Wohnungen sei groß. „Wir haben viele Anträge für Wohnungen in der ersten, zweiten und dritten Etage.“ Wohnungen in den oberen Etagen ohne Aufzug lassen sich dagegen nur schwer vermieten.

Für eine zweite Projektwohnung auf der gleichen Etage sucht die Wohnungsgenossenschaft noch Mieter. Sie ist mit 47 Quadratmetern kleiner als die andere. Das junge Pärchen findet auch sie schön. „Ich werde mal ein paar Bekannte fragen, ob sie daran Interesse haben“, sagte Jonas Butzlaff.

Das Projekt mit den Gymnasiasten soll nicht das letzte gewesen sein. „Es hat uns sehr viel Spaß gemacht“, sagte Katja Näther, bei der Wohnungsgenossenschaft zuständig für das Projekt. „Wir haben schon neue Ideen, aber es ist noch nichts spruchreif“, sagte sie. Auch eine Zusammenarbeit mit dem Beruflichen Schulzentrum sei denkbar. Starten würde das neue Projekt erst im nächsten Jahr.

Die Zusammenarbeit mit dem Lessing-Gymnasium hatte die Wohnungsgenossenschaft 2017 begonnen. Zwei Jahrgänge Schüler hatten Ideen fürs „Junge Wohnen“ entwickelt und im Fach GRW (Gesellschaftskunde/Rechtserziehung/Wirtschaft) unter Anleitung von Lehrer Tommy Greim praxisreif gemacht. Zwei geeignete Wohnungen wurden gefunden. Die Genossenschaft setzte die Entwürfe schließlich um.

Lilly-Marleen Wetzig, Annika Großmann und Maria Bollmann, die mit zu den Entwerferteams am Gymnasium gehörten, waren bei der Übergabe dabei. Die Arbeit hat bei ihnen, die jetzt das Abitur in der Tasche haben, erst einmal keine bleibenden Spuren bei der Berufswahl hinterlassen. Lilly-Marleen wartet auf einen Studienplatz, sie will Grundschullehrerin werden. Annika Großmann beginnt eine Ausbildung im sozialen Bereich und Maria Bollmann geht erst einmal für ein knappes Jahr auf Tour nach Kanada.

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