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Junges Wohnen in der alten Mühle

Claudia und Stephan Zschornack bauten das historischen Cunnewitzer Gebäude aus. Die Europäische Union fördert das Projekt.

Von Rocci Klein
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Claudia Zschornack zeigt ihren Gästen Dieter Peter Jahr (links) und Aloysius Mikwauschk ein Fotoalbum. Die Bilder dokumentieren, wie die Mühle vor dem Umbau ausgesehen hat.
Claudia Zschornack zeigt ihren Gästen Dieter Peter Jahr (links) und Aloysius Mikwauschk ein Fotoalbum. Die Bilder dokumentieren, wie die Mühle vor dem Umbau ausgesehen hat. © Rocci Klein

Cunnewitz. Claudia und Stephan Zschornack haben sich ihren Traum vom Eigenheim in ihrem Heimatort erfüllt. Direkt am Ortseingang von Cunnewitz gelegen, stand vor vielen Jahren eine alte und ungenutzte Mühle. Da, wo früher noch die Anwohner der Umgebung Getreide zum Mahlen gebracht haben, leben nun die beiden Cunnewitzer demnächst zu dritt.

Vor einigen Jahren hatten Claudia und Stephan Zschornack die Idee, dem Dreiseitenhof wieder Leben einzuhauchen. Aus der Mühle wurde ein Wohnhaus, in der Scheune entstanden Lager- und Arbeitsräume. Bis in das kleinste Detail machte man sich Gedanken, schrieb ein Konzept und nahm auch Kontakt zu den Eigentümern der Schönauer Mühle auf, die ebenfalls fürs Wohnen umgebaut wurde. Die Schönauer, wie auch jetzt die Cunnewitzer Mühle, wurden durch das Maßnahmenprogramm der Europäischen Union LEADER gefördert. Ziel dieser Maßnahme ist es, die ländlichen Regionen Europas auf dem Weg zu einer eigenständigen Entwicklung zu unterstützen. Finanziell unterstützt werden können unter anderem Baumaßnahmen, die darauf zielen, einst landwirtschaftlich genutzte Gebäude zu sanieren und neu fürs Wohnen und/oder Arbeiten zu nutzen. Dazu gehören besondere Bauprojekte, wie auch dieses in Cunnewitz. Doch bis diese Maßnahme überhaupt gefördert werden konnte, musste einiges an Schweiß und Fleiß in das Großprojekt gesteckt werden. „Unser erster Förderantrag wurde leider abgelehnt“, erklärte Claudia Zschornack. In der Folge machte es sich ein Architekt zur Aufgabe, das Konzept anzupassen und die Baugenehmigungen einzuholen, damit der zweite Anlauf zur Förderung klappt. Im Jahr 2015 begannen die Planungen, Ende 2017 zog das Ehepaar in die ehemalige Mühle ein. Zwei Jahre, in denen viel in dem und am Gebäude passieren sollte.

Ehemalige Mühle soll als solche erkennbar bleiben

Aus vier Stockwerken wurden zwei, viel Material blieb erhalten und wurde in den unteren Stockwerken beim Wiederaufbau verbaut. „Wir wollten so viel wie möglich erhalten, damit die Optik bestehen bleibt und man die ehemalige Mühle auch als solche wiedererkennt“, sagt Claudia Zschornack. So erstrahlt das Wohnhaus jetzt in der alten blauen Farbe, so wie es früher auch schon war. In einigen Monaten soll so auch der ganze Hof wieder in Blau erstrahlen. Bei dem Bauvorhaben war es ein großer Vorteil, dass Stephan Zschornack Tischlermeister ist und selbst viele Arbeiten ausführen konnte. So ist die Eingangstür ein kompletter Eigenbau, Fensterbretter wurden aus Materialien des Abrisses wiederverwendet. Holzbalken queren die Decken des Hauses und an einigen Stellen findet man alte Gegenstände aus der früheren Zeit der Mühle wieder. Ein besonderer Hingucker ist der Überhang über dem Klosterwasser, wo der Bach unter dem Haus durchfließt.

Das Mitglied des Europäischen Parlamentes Dieter Peter Jahr besuchte gemeinsam mit dem sächsischen Landtagsabgeordneten Aloysius Mikwauschk (beide CDU) am Freitag die‘Cunnewitzer Mühle. Die Gesamtkosten des Bauprojektes belaufen sich nach derzeitigem Stand auf rund 300 000 Euro. Davon wurden etwa 25 Prozent durch Gelder der Europäischen Union gefördert. „Leute, die auf dem Land leben wollen, denen sollte man dieses auch ermöglichen“, erklärte Dieter Peter Jahr. Claudia und Stephan Zschornack haben noch viele Ideen, die sie in den nächsten Jahren umsetzen wollen.