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Sein großes Problem sind die kleinen Fehler

Ausgerechnet bei der Skeleton-WM fährt der Wahl-Dresdner Axel Jungk sein schlechtestes Ergebnis ein - und ist in Gedanken schon ein Jahr weiter in Altenberg.

Der Start ist noch passabel, aber dann... Axel Jungk enttäuscht bei der WM. © REX/Shutterstock

Dass der vermeintlich beste Deutsche als Erster von allen erwarteten und selbst ernannten Medaillenkandidaten ins Rennen geht, klingt nicht problematisch. Ist es aber, zumindest im letzten Lauf, im Skeleton, für Axel Jungk – und erst recht, wenn die Platzziffer nach den ersten drei Durchgängen eine zweistellige ist und das am Ende auch so bleibt.

Rang zehn bedeutet für den 28-Jährigen vom BSC Sachsen Oberbärenburg eine herbe Enttäuschung. „Leider habe ich die Bahn erst am zweiten Tag verstanden. Doch das nutzt alles nichts, selbst mein guter dritter und vierter Lauf hätten nur zu Platz sieben oder acht gereicht. Das ist nicht mein Anspruch“, sagt er am Freitag in Whistler. Die Sonne scheint über der Olympiabahn von 2010, doch Jungk sieht die Welt in diesem Moment mit anderen Augen. Seine innere Verfasstheit passt eher zur Außentemperatur: minus neun Grad Celsius.

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Mehr als zwei Sekunden liegt er hinter dem Dauerweltmeister Martins Dukurs aus Lettland, der seinen vierten Titel in Folge eingefahren hat und den sechsten insgesamt. Er bleibt die Konstante im Eiskanal – und Jungk nicht mal eine Nebenrolle bei der Ehrung der besten sechs. Die Position hat stattdessen Mannschaftskollege Christopher Grotheer aus Oberhof eingenommen – als Überraschungsvierter. Und auch der Winterberger Alexander Gassner auf Rang sieben ist vor ihm platziert. Anders als Jungk sind sie mit der Bahn wesentlich besser zurechtgekommen, wobei das Problem für den Wahl-Dresdner nicht einmal der Hochgeschwindigkeitsbereich im unteren Teil gewesen ist.

Für Jungk haben die Schwierigkeiten bereits kurz nach dem noch einigermaßen zufriedenstellenden Start begonnen. „Ich habe keinen Riesenfehler gemacht, das ist ja das Schlimme. Es sind überall Kleinigkeiten, die große Auswirkungen haben. Man muss sich das Ergebnis auch nicht schönreden, das ist nun mal mein Leistungsstand auf dieser Bahn“, betont Jungk, für den es selbstverständlich kein Trost ist, mit Felix Keisinger den vierten Deutschen auf dem 13. Platz hinter sich gelassen zu haben.

Der alte Weltmeister ist auch der neue. Martins Dukurs dominiert im Skeleton wie kein anderer. In Whistler gewinnt er seinen sechsten WM-Titel - und zum vierten Mal hintereinander. © dpa

Wäre ja noch schöner, wenn selbst der Junioren-Weltmeister an der eigentlichen deutschen Nummer eins vorbeifährt. Als die ist Jungk in diese Saison gegangen und trotz wenig erbaulicher Ergebnisse auch in die WM. Aber ist diese Einstufung jetzt, am Ende des Winters, noch zu halten?

Jungk ist selbst hin- und hergerissen. Im Gesamtweltcup ist er als Fünfter weiter der Beste im eigenen Team, andererseits ist das seine bislang schlechteste Platzierung. Abhaken, meint er und kündigt an, in der nächsten Saison noch motivierter zu sein. Dann findet die WM auf seiner Heimbahn in Altenberg statt. Und dann möchte er der Beste der Welt sein.

Die deutschen Frauen feiern Dreifach-Erfolg

Wie sich das anfühlt, können ihm seine Teamkolleginnen erzählen - und jetzt sogar auch wie es ist, wenn alle Podestplätze von deutschen Athleten besetzt sind.  In Whistler haben sie mit einer unglaublichen Machtdemonstration tatsächlich Gold, Silber und Bronze gewonnen, damit die komplette Weltelite inklusive der hoch eingeschätzten Gastgeberinnen düpiert - und den ersten Dreifacherfolg in der WM-Geschichte überhaupt eingefahren.  

Tina Hermann vom WSV Königssee holte sich nach 2016 überlegen ihren zweiten WM-Titel. Nach insgesamt vier Läufen gewann sie am Freitag vor Titelverteidigerin Jacqueline Lölling von der RSG Hochsauerland sowie Sophia Griebel aus Suhl.