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Juristen-Streit um Infinus-Insolvenz

Im Finanzskandal um die Dresdner Firmengruppe Infinus kritisieren Anlegeranwälte den zuständigen Insolvenzverwalter und das Dresdner Amtsgericht heftig.

© Robert Michael

Dresden. Im Finanzskandal um die Dresdner Firmengruppe Infinus kritisieren Anlegeranwälte den zuständigen Insolvenzverwalter und das Dresdner Amtsgericht.

In einem offenen Brief teilt die Bielefelder Kanzlei BEMK mit, nach dem Eklat auf der Gläubigerversammlung vor zehn Tagen müssten die Anleger glauben, es gehe im Infinus-Fall vor allem um Kosten und Gebühren sowie um angebliche Seilschaften. Die Kanzlei von Ex-Bundesinnenminister Gerhart Baum wertete die Versammlung als „Desaster“. Der Münchner Kapitalmarktrechtler Peter Mattil stellte gegen die zuständige Rechtspflegerin einen Befangenheitsantrag.

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Im Mittelpunkt des Streits steht das Ansinnen von Insolvenzverwalter Bruno Kübler, einen ihm bekannten Anwalt aus Nürnberg zum gemeinsamen Vertreter der Schuldschein-Gläubiger zu machen. Kübler hält das „für den effizientesten Weg zur Beschleunigung des Verfahrens“. Den Vorwurf von Mattil, es werde dabei gemauschelt, weil es Millionen zu verdienen gäbe, weist Kübler empört zurück.

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Im Skandal um den Dresdner Finanzdienstleister kämpfen auch die Ex-Profisportler Henry Maske und Marc Huster um ihr Geld. Währenddessen laufen Anwälte Sturm gegen den Insolvenzverwalter.

Unterdessen werden weitere Anlegerschicksale bekannt. Der Bürgermeister des 850-Einwohner-Ortes Herrenhof in Thüringen sagte in der ARD, er habe nicht nur selbst 100.000 Euro bei Infinus angelegt, sondern im Dorf auch für Infinus geworben. Zu den Kunden der Dresdner zählen zudem die Ex-Profisportler Henry Maske und Marc Huster. Ob fünf führende Infinus-Manager nach sechs Monaten U-Haft weiter im Gefängnis bleiben, entscheidet in diesen Tagen das Oberlandesgericht. (SZ)