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Justiz gelingt Schlag gegen Raubkopierer

Kino.to war das größte Portal für die illegale Verbreitung von Filmen. Sachsens Justiz bereitet dem Treiben ein Ende.

Von Karin Schlottmann

Im September 2007 tauchte die Internetseite www.kino.to erstmals im Internet auf. Rasch wurde es für die Betreiber zu einer Erfolgsgeschichte – und für die deutsche Filmwirtschaft zu einem Verlustgeschäft. Rund 20.000 Spielfilme, Dokumentationen und Serien bot das Raubkopien-Portal zuletzt an. Registriert ist die Adresse auf der Südseeinsel Tonga. Sie stand auf Platz 47 der am häufigsten besuchten Internetseiten, noch vor Amazon und tagesschau.de. „Heute bei uns, morgen im Kino“, lautete der Werbespruch.

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In einer konzertierten Aktion ist die sächsische Justiz gestern gegen kino.to vorgegangen. Polizeibeamte durchsuchten im Auftrag der Generalstaatsanwaltschaft Dresden im In- und Ausland 20 Wohnungen, Geschäftsräume und Rechenzentren. In Deutschland waren die Ermittler in Leipzig, Zwickau, Berlin, Hamburg, Bremen, Frankfurt am Main, Nürnberg und München im Einsatz. 13 Beschuldigte wurden festgenommen, nach einem weiteren wird international gefahndet. Gegen die Beschuldigten wurde Haftbefehl erlassen. Ob auch gegen die Nutzer ermittelt wird, ließ die Generalstaatsanwaltschaft gestern offen. Die Seite wurde inzwischen abgeklemmt.

Strafantrag in Dresden

Anlass für die Ermittlungen der Spezialeinheit „Ines“ sind Recherchen der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU), die von den Unternehmen und Verbänden der Film- und Unterhaltungssoftware-Wirtschaft getragen wird. Sie stellte Strafantrag in Dresden, weil einer der für die Werbung Verantwortlichen in Sachsen gemeldet war. Seit drei Jahren untersucht die GVU gemeinsam mit Schwesterorganisationen in der Schweiz, Russland und den Niederlanden das nach ihrer Ansicht parasitäre System kino.to und leitet Informationen an die Strafverfolgungsbehörden weiter.

Für die Nutzer ist kino.to kostenlos. Die Filme können angesehen oder heruntergeladen werden. Finanziert hat sich das System nach Angaben der GVU über erotische Werbung, Partnerprogramme, Prämien sowie Abofallen mit falschen Virus-Alarmmeldungen.

Die Ermittlungen der sächsischen Spezialeinheit „Ines“ stehen noch am Anfang. Jetzt müssen umfangreiche Daten ausgewertet werden. GVU-Sprecherin Christine Ehlers teilte unterdessen am Abend mit, dass die Homepage ihres Verbandes attackiert wurde und derzeit nicht mehr erreichbar ist.