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Käufer für Nicolaner in Sicht

Die Insolvenzverwalter haben sich mit einem Betreiberteam geeinigt. Der Verkauf ist noch für dieses Jahr geplant.

© Archiv/André Braun

Von Cathrin Reichelt

Obergoseln. Matthias Meindel ist rundherum optimistisch. „Soweit waren wir noch nie“, sagt er. Meindel ist von der Chemnitzer Kanzlei Flöther & Wissing für die Insolvenzverwaltung und Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes des Landhotels Nicolaner in Obergoseln eingesetzt worden. „Wir sind auf der Zielgeraden“, betont er den Fortschritt der Verhandlungen.

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Die beiden Insolvenzverwalter für die Immobilie und den Geschäftsbetrieb sowie die Bank hätten sich auf einen Käufer geeinigt. Einen konkreten Namen nennt Meindel noch nicht. Er bestätigt auf Nachfrage des Döbelner Anzeigers aber, dass es sich um Interessenten aus der Region handelt. Denn das Landhotel werde nicht an einen Bieter verkauft. Es habe sich ein Betreiberteam gebildet. Meindel spricht von einer guten Lösung, mit der der Nicolaner gestärkt und die vorhandenen Schwächen beseitigt werden könnten. „Ich gehe stark davon aus, dass auch die Mitarbeiter übernommen werden“, sagt der Insolvenzverwalter. Derzeit setze der Notar die nötigen Verträge auf. Matthias Meindel ist sich sicher, dass es noch in diesem Jahr zu einem Verkauf des Landhotels kommt.

Ähnlich war die Situation bereits vor elf Monaten. Doch dann gab es mehrere Rückschläge. Der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft des Hotels und Restaurants „Zum Nicolaner“ in Obergoseln, Wolfram Nicolai, hatte im September vergangenen Jahres beim Amtsgericht Chemnitz einen Antrag auf die Eröffnung einer Insolvenz gestellt, die im November erfolgte. Als Grund für die Zahlungsunfähigkeit wurde damals das Zerwürfnis mit einem Darlehnsgeber angegeben. Das seit 23 Jahren bestehende und über die Grenzen Döbelns hinaus bekannte Hotel war zu diesem Zeitpunkt ausgebucht und die Löhne der Mitarbeiter über das Insolvenzgeld gesichert.

Noch im November 2016 war von mehreren Kaufinteressenten die Rede, eine Übergabe des Hotels für Januar dieses Jahres geplant. Doch diese kam nicht zustande. Ostern war das nächste Ziel für den Insolvenzverwalter. Aber auch dieses Fest verging ergebnislos. Feiertage und die längere Krankheit eines Bankmitarbeiters hätten die Verhandlungen ins Stocken gebracht, hieß es im Juni. Stets betonte Meindel, dass es das Ziel sei, das Landhotel zu erhalten und in seinem Charakter weiterzuführen. Das heißt, es solle „eine gutbürgerliche Küche mit hohem Niveau, einen guten Service in ländlicher Idylle, kombiniert mit dem Landhotel“ geben.

Der Nicolaner hat weiter geöffnet. Gastronomie- und Hotelbetrieb laufen. Allerdings mit geänderten Öffnungszeiten. Darauf weist eine Laufschrift auf der Internetseite des Landhotels hin. Während montags bis sonnabends jeweils am Abend Gäste willkommen sind, gibt’s sonntags ausschließlich Mittagstisch. Die Räume stehen nach wie vor auch für Veranstaltungen und Beratungen zur Verfügung.