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Kamenz kann großes Einkaufskino

Händler und Künstler waren sich einig: Die letzte Einkaufsnacht wird länger nachwirken.

© Matthias Schumann

Von Ina Förster

Kamenz. Das war doch wieder einmal ein echter Knaller für Kamenz. Das Konzept der Einkaufsnacht mit angeschlossenem Kunsthopping ging hundertprozentig auf. Dessen waren sich alle Mitmacher schon während des Abends einig. Dichte Besucherströme schoben sich Freitagnacht durch die City. Und auch wenn es bereits ab 19.30 Uhr leider begann zu regnen, tat dies der Stimmung keinen Abbruch. Das Geschehen wurde viel mehr dorthin verlagert, wo eigentlich der Fokus hingehörte – in die Geschäfte, Gaststätten, Ateliers und Ausstellungen hinein.

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Einkaufen im romantischen Flair

Es wurde gestaunt und gefachsimpelt, genossen, begutachtet, geredet und nicht zuletzt auch gut gekauft. Das bestätigten jedenfalls die Händler bereits am Ende eines langen Abends. Wer sich die Mühe gemacht hatte und zusätzliche Hingucker für die Kundschaft anbot, wurde doppelt belohnt. In Zelten vor den Läden, in romantisch-beleuchteten Hinterhöfen oder sonst verschlossenen Häusern tummelten sich die Neugierigen. Genossen Glühwein und winterliche Leckereien. Kamenz duftete, klang und leuchtete sozusagen. Ein ausgeklügeltes Lichtkonzept ließ die Altstadt in ganz anderem Licht erstrahlen. Sternenduschen ergossen sich über alte Gemäuer, über den Markt schwebten tausende Lichtpunkte und auch die Balloncrew Sachsen brachte mit ihrem Ballonglühen gemütliche Wärme ins Spiel. Ausharren im Schmuddelwetter mussten hingegen die Zuschauer der extravaganten Modenschau „Lingerie Noir“ vor dem Wäschegeschäft Hautnah. Wer allerdings die mutigen Models professionell über den nassen Laufsteg und durch den Schaumregen stöckeln sah, der vergaß schnell die eigenen kalten Hände. Hut ab vor dem Mut der jungen Damen!

Wer das Besondere an diesem Abend finden wollte, dem gelang das schnell. Man musste sich natürlich ein bisschen auf die Suche machen – in die geheimnisvoll ausgestalteten Räume des Seifenhauses zur Genossenschaft Neue Altstadt beispielsweise. Oder in die Stadtwerkstatt, wo es nicht nur Fotografien zu sehen gab, sondern auch Einblicke in die Gestaltungsfreiheit der lockeren Gemeinschaft. Auch das Atelier der Malhexe platzte zwischenzeitlich fast aus den Nähten. Wie die Alte Post an der Zwingerstraße, in der kurz vor Mitternacht alle Fäden zusammenliefen. Eine sichtlich begeisterte City-Managerin Anne Hasselbach war sich mit vielen anderen einig: Kamenz kann eben doch ganz großes Einkaufskino! Die Verbindung zur Kunst passte perfekt. Und wirkt noch nach …