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Schwepnitzer Schüler feiern Jugendweihe - digital

Die Schüler aus der 8 b der Freien Schule wollten nicht länger auf ihren großen Tag warten - und begingen ihn jetzt auf außergewöhnliche Weise.

Die Schüler der Klasse 8 b der Freien Schule Schwepnitz feierten am Sonnabend ihre Jugendweihe - digital.
Die Schüler der Klasse 8 b der Freien Schule Schwepnitz feierten am Sonnabend ihre Jugendweihe - digital. © Privat: Hetmank

Schwepnitz. Laura Buchberger ist glücklich. Ihre Jugendweihe am letzten Sonnabend war ein Traum: Sie trug ein schickes Kleid, die Verwandtschaft war zu Besuch, es gab ein Festmahl. Und Geschenke. Lauras Jugendweihe war wie zigtausende andere auch. Und doch ganz anders.

Sie und ihre Klassenkameradinnen und -kameraden der 8 b der Freien Schule Schwepnitz hatten sich entschlossen, nicht länger zu warten. In der Corona-Pandemie sind größere Feiern aktuell kaum möglich. Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen erlauben noch immer keine halbwegs normale Feierstunde im Klassenverband. "Unsere Kinder äußerten den Wunsch, es trotzdem durchzuziehen", erzählt Lauras Mutter Kathleen Hetmank. Sie gehört zum vierköpfigen Eltern-Organisationsteam, das ohnehin die Planung auf dem Tisch hatte.

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Verbands-Feiern wurden schon verschoben

Die Corona-Pandemie brachte Jugendweihen und Konfirmationen in Sachsen das zweite Jahr in Folge ins Wanken. Da die weitere Entwicklung der Pandemie schwer einzuschätzen sei, habe man bereits die ersten Jugendweihe-Feiern verschoben, die am 27. März starten sollten, sagte Carla Hentschel, Sprecherin des Sächsischen Verbandes für Jugendarbeit und Jugendweihe in Dresden, kürzlich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir hätten aber sowieso losgelöst vom großen Jugendweiheverein oder -verband gefeiert. Es ist eine kleine Klasse, und wir wollten es von Anfang an lieber individuell über die Bühne bringen", erzählt Kathleen Hetmank aus Schönbach. Dass es am Ende nun extrem individuell wurde, ahnte vor ein paar Monaten noch keiner. Alle hofften auf eine Besserung der Lage. Doch die trat wochenlang nicht ein. Auch wenn aktuell die Inzidenzen in Sachsen sinken, wären im Mai kaum Feierstunden möglich gewesen.

Laura Buchberger feierte mit der Familie Jugendweihe daheim in Schönbach bei Kamenz. Ihre Mutter Kathleen Hetmank hatte sich mit anderen Eltern stark gemacht für die Organisation. Auch Bruder Erik freute sich für seine kleine Schwester.
Laura Buchberger feierte mit der Familie Jugendweihe daheim in Schönbach bei Kamenz. Ihre Mutter Kathleen Hetmank hatte sich mit anderen Eltern stark gemacht für die Organisation. Auch Bruder Erik freute sich für seine kleine Schwester. © Privat: Hetmank

Die Klasse 8 b der Schwepnitzer Schule hatte ursprünglich die Sporthalle gemietet. Die Schüler wollten so viele Verwandte wie möglich einladen, was bei offiziellen Verbands-Jugendweihen wegen des Karten-Kontingents manchmal schwierig ist. Alles war von langer Hand geplant und vorbereitet. "Aber Corona hat uns leider einen Strich durch die Rechnung gemacht", sagt Kathleen Hetmank. Aber dann kam die Idee auf, es trotzdem anzugehen - dann eben mit einer digitalen Feierstunde für jeden privat zu Hause.

Die praktische Umsetzung war ein bisschen aufwändig in der Vorbereitung . Doch was tut man nicht alles für die lieben Kinder? Die Klassenleiterin, ihr Stellvertreter und der Musiklehrer drehten für die Jugendweihlinge sogar ein Video mit Musikeinlage. Auch Bürgermeisterin Elke Röthig (parteilos) sprach ein Grußwort. Die Eltern schnitten alles zusammen - mit individuellem Kinderfoto von jedem Jugendweihling. Am Ende kam ein feierliches halbstündiges Programm zusammen, das wohl auch auf der Bühne nicht besser funktioniert hätte.

Gäste treffen sich morgens vorm Bildschirm

Bei Familie Hetmank-Buchberger startete der Jugendweihetag schließlich bereits frühmorgens um 9 Uhr ganz offiziell mit allen Gästen vor dem Bildschirm. Um diese Uhrzeit war auch die ursprüngliche Feierstunde in der Schule geplant gewesen. "Das Feedback war sehr gut. Teilweise hieß es sogar: Besser als eine Präsenzfeier! Denn so kann man sich die Feierstunde immer wieder einmal ansehen", erzählt Kathleen Hetmank.

Das Organisationsteam hatte auch für kleine Geschenke gesorgt. Alles wurde vorher unter den 15 teilnehmenden Familien verteilt. Zusammen mit dem Video auf dem Stick und einer Flasche Sekt kam das Gesamtpaket super an.

Laura war sehr aufgeregt, bedankte sich oft für diesen Tag. Und im Nachhinein sagt sie: "Es war endlich mal wie in normalen Zeiten!" Das ist für ihre Mutter die schönste Bestätigung: "Ich denke, wir haben alles richtig gemacht."

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