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Fremde helfen unheilbar krankem Kind

Die Familie eines Mädchens aus Kamenz setzt große Hoffnung auf einen Assistenzhund. Spender helfen, die hohen Kosten zu decken. Doch noch fehlt Geld.

Alina (4) aus Kamenz ist unheilbar erkrankt. Ein Reha-Hund würde das Leben der ganzen Familie Engmann erleichtern. Doch die Kosten kann sie nicht allein stemmen.
Alina (4) aus Kamenz ist unheilbar erkrankt. Ein Reha-Hund würde das Leben der ganzen Familie Engmann erleichtern. Doch die Kosten kann sie nicht allein stemmen. © Privat: Engmann

Kamenz. Die vierjährige Alina Engmann aus Kamenz ist unheilbar krank. Ihr Schicksal rührt seit Monaten die Menschen in der Lausitz und darüber hinaus. Nachdem ihre Eltern an die Öffentlichkeit gegangen sind und um Hilfe für ihr Kind baten, ist einiges in Bewegung. Alina hat das Leigh-Syndrom. Die Stoffwechselkrankheit kann nicht geheilt werden, und es gibt nur 20.000 Erkrankte weltweit.

Sämtliche Energie, die das Mädchen über Speisen und Getränke aufnimmt, fließt zuerst in Herz und Hirn. Die Muskeln werden dadurch chronisch unterversorgt. Sie entwickelt sich zurück. Es schmerzt, das lebensfrohe Kind so zu sehen. „Sie ist eine Kämpferin, die uns Vorbild ist. Und wir versuchen, ihr alles zu geben, was sie braucht“, sagen die Eltern.

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Das Tier könnte im Spätsommer einziehen

Dazu gehört der Kampf um einen Assistenzhund. Solche Tiere werden vom Verein Rehahunde Deutschland ausgebildet. Vor Wochen starteten Constanze und Marcel Engmann einen Aufruf in allen verfügbaren Netzwerken. Auch Sächsische.de unterstützt die Spendensammlung mit der Berichterstattung.

Noch ist das Ziel nicht ganz erreicht. Denn die monatelange Ausbildung des Tieres kostet. Unter anderem müssen 25.000 Euro als reine Spenden zusammen kommen. Neben dem Eigenanteil von 3.000 Euro der Eltern. Aber es sieht gut aus für Alina. Und vor allem für ihre künftige, ganz auf ihre Bedürfnisse abgerichtete Fellnase. Die könnte - wenn alle Rechnungen aufgehen - sogar bereits im Spätsommer kommen. Für Familie Engmann aus Kamenz würde damit ein Herzenswunsch wahr werden. Ein Herzenswunsch, der vor allem durch fremde Menschen erfüllt wird.

Ausbildung ist sehr aufwendig

Viele Leser fragen sich aber, warum so ein Hund so viel Geld kostet. Im Rahmen der Planung und Beratung zur Versorgung mit einem Rehabilitationshund wird mit den künftigen Hundebesitzern ein individueller Ausbildungs- und Trainingsplan erstellt, sowie eine vertragsgebundene Kostenkalkulation ermittelt. Für die Ausbildung, egal ob Therapiehund, Assistenzhund, Diabetikerwarnhund, entstehen Kosten, die nicht von den gesetzlichen Krankenversicherungen getragen werden.

Der gemeinnützige Verein der Rehahunde Deutschland wurde 2006 von Astrid Ledwina mit Unterstützung mehrerer Fachtrainer ins Leben gerufen. Unzählige Hunde sind seitdem durch ihre Hände gegangen. 2019 erhielt sie dafür das Bundesverdienstkreuz. Die fertig ausgebildeten Vierbeiner stehen unter anderem Diabetikern, traumatisierten Soldaten, blinden Menschen und unheilbar Kranken wie Alina bei. Die Tiere werden bei vertrauenswürdigen Züchtern gekauft. Sie wachsen in Patenfamilien auf, und Trainer beobachten sie dabei. „Man kann schnell sehen, wo ein Hund Stärken und Schwächen hat und für welchen ‚Beruf‘ er geeignet ist“, so Astrid Ledwina.

Ein Golden Retriever ist in der engeren Auswahl

Für Alina ist bereits ein Golden Retriever in der engeren Auswahl. Im Frühjahr soll er kurz auf Schnupperbesuch kommen. Sobald klar ist, dass die Finanzierung steht, geht er in die spezifische Ausbildung. Er wird auf bestimmte Alltagssituationen vorbereitet. Zwei Wochen, bevor der Vierbeiner bei Engmanns einziehen würde, steht täglich ein Trainer zur Seite. Und führt ihn in die Familie ein.

„Wir sind aufgeregt und bedanken uns bei allen, die uns bislang unterstützt haben. Noch benötigen wir Hilfe. Es sieht zwar gut aus, aber noch fehlt ein Stück zum Glück“, so Mama Constanze. Weitere Spenden sind willkommen auf das extra eingerichtete Konto.

Spendenkonto:
Rehahunde Deutschland
IBAN DE25 1309 0000 0192 5341 18
Betreff Alina Engmann

Der Beitrag wurde am 11. Februar um 17.35 Uhr aktualisiert.

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