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Kamenz: Ein Parkhaus am Bönischplatz?

Die Stadt will das Areal des früheren Landratsamtes nicht unter Wert verkaufen. Und hat jetzt neue Ideen für die Fläche.

Die Bautafel am Bönischplatz in Kamenz ist längst nicht mehr aktuell und soll entfernt werden.
Die Bautafel am Bönischplatz in Kamenz ist längst nicht mehr aktuell und soll entfernt werden. © Kristin Richter

Kamenz. Eine Bautafel steht schon lange in Kamenz neben dem Kreisel am Bönisch-Platz. Direkt vor einem über 2.000 Quadratmeter großen Areal. Wohngrundstücke werden dort angepriesen, auch direkt hinter dem Parkplatz am Kreisverkehr. Nur einen Katzensprung vom Stadtzentrum entfernt. „Ein Filetstück“, hieß es mal; allerdings mit der Einschränkung, dass es schwer zu vermarkten sei.

Das Areal hat sich inzwischen als zusätzliche Parkfläche etabliert, zum Beispiel auch zur Entlastung bei Hutberg-Veranstaltungen. So war das ursprünglich nicht gedacht. Der Fokus lag zeitweise auf einem zentrumsnahmen Einkaufsmarkt. Aber auch die Wohnbaupläne sind nicht mehr aktuell. Das Schild werde entfernt, heißt es aus dem Rathaus. Die meisten Grundstücke seien verkauft, bis auf das Geviert am Bönischplatz. Dafür verfolge die Stadt andere Pläne.

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Entstanden war die Fläche nach dem Abriss des ehemaligen Verwaltungsgebäudes des Landratsamtes. Damit sei allerdings die Geschlossenheit der Baustruktur unterbrochen worden und eine Lücke entstanden.  Und die Frage zu beantworten, was hier entstehen soll. Das werde nun seit 20 Jahren diskutiert und beschäftige die Stadt. Aber die Fläche es ist immer noch ein leerer Fleck.

Handelsketten haben abgelehnt

Es soll eben nicht irgendetwas gebaut werden: „Es muss schon ein zwei- bis dreigeschossiger Bau sein“, so Oberbürgermeister Roland Dantz (parteilos). So soll das Platzensemble abgerundet werden. Die Stadt habe diesen Plan verfolgt, aber es fehle bisher ein passendes Angebot: „Was mich natürlich auch ärgert“, so OB Dantz. Zumal in der Nähe am Bönischstift die Bauarbeiten für ein Projekt für betreutes Wohnen beginnen. Auch dort dauerte es über 20 Jahre, und es gab viele Diskussionen, bis sich nun etwas bewegt, wenn auch mit Verzögerung. Es war nicht leicht für den Bauherrn, den geeigneten Mieter zu finden.

Aus der Bevölkerung kam immer wieder der Wunsch nach einem innenstadtnahen Einkaufsmarkt, um das Zentrum zu beleben. Denn der fehle. Alle Initiativen dafür sind jedoch endgültig gescheitert. Die Stadt habe alle möglichen Handelsketten angesprochen, aber Absagen bekommen. In Radeberg beispielsweise hat sich aber ein Markt nahe des Zentrums bestens etabliert. 

Dort seien die Voraussetzungen aber andere, schätzt der OB ein. Der Markt liege "mitten im Stadtorganismus". Der Bönischplatz ist in einer spezifischen Situation - zentrumsnah, aber dennoch in einer Randlage. Letztlich hätten die Handelshäuser alle zu wenig Kundenpotenzial gesehen: „Was kommt denn hinter der Fläche noch – nur der Hutberg“, schätzt der OB ein. Es sähe anders aus, wenn sich an der Königsbrücker Straße Wohnbebauung anschließen würden. Was aber nicht der Fall ist.

Bedarf an Stellplätzen steigt

Im Rat sei das Thema erst kürzlich wieder breit diskutiert worden. Die Stadt sollte das Grundstück behalten, um dort die Geschicke selbst steuern und auf Entwicklungen reagieren zu können, so Roland Dantz. Zum einen wolle Kamenz das Areal am Bönischplatz nicht verschleudern. Für so ein Grundstück müsse ein angemessener Ertrag für die Stadtkasse zu erwarten sein. Zum anderen müsse ein Bauprojekt dort auch eine öffentliche Funktion bekommen. So wäre zur Aktivierung der Innenstadt ein Parkhaus über mehrere Ebenen eine Option, die zur Entwicklung der Stadt und einem Wachstum der Einwohnerzahl auf über 17.000 passen würde.

Im Rathaus  rechnet man damit, dass sich innerstädtische Strukturen erweitern. Der OB denkt nicht nur an den Campus mit Gymnasium und der neuen Bibliothek in kurzer Entfernung zum historischen Stadtkern, der Besucherströme zur Kamenzer Innenstadt lenkt. Dazu werde auch eine Entwicklung im Kulturbereich beitragen, mit dem Lessingmuseum, dem Stadttheater, dem neuen Platz für Kunst und Kultur in der Zwingerstraße 20.   Außerdem sei der Bahnhof gleich um die Ecke mit dem Übergang zwischen Bus und Bahn  und einer andauernden Parkplatznot. Dazu das "Stadt Dresden" mit dem Saal. Der Parkdruck werde steigen und das Parkhaus wäre eine Lösung. Die brauche aber noch Zeit, schätzt der OB ein.

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