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Pulsnitz: So schön ist der Stadtpark jetzt

Hunderte Blumen, gepflegte Wege, ein schickes Gartenhaus – auf dem Gelände hat sich dank engagierter Einwohner viel verändert. Doch sie haben auch Sorgen.

Guntram Schäfer und seine Frau Marlies kümmern sich mit großem Engagement um den Stadtpark in Pulsnitz. Besonders im Sommer sind sie fast täglich mit der Gießkanne unterwegs.
Guntram Schäfer und seine Frau Marlies kümmern sich mit großem Engagement um den Stadtpark in Pulsnitz. Besonders im Sommer sind sie fast täglich mit der Gießkanne unterwegs. © Matthias Schumann

Pulsnitz. Ein Spaziergang oder eine kleine Ruhepause im Pulsnitzer Stadtpark lohnen sich. Das Gelände zwischen alter Post und Bahnhofstraße hat sich gemausert. Überall blühen Blumen, Bäume spenden Schatten, die Wege sind gepflegt, viele Bänke laden zum Verweilen ein, neben den Bänken stehen Papierkörbe. Auch das kleine Gartenhaus an der Mauer zur Bahnhofstraße sieht fast wie neu aus. Müll, kaputte Flaschen oder weggeworfene Kippen sind in dem Areal nicht mehr zu sehen.

Das war nicht immer so. Noch vor etwa zwei Jahren war der Stadtpark ein Treff von Jugendlichen, die sich wenig darum scherten, wo ihre Abfälle landeten. Graffiti an einer Mauer zeugen noch von illegalen Aktionen. Jetzt hat sich das Bild gewandelt, und das ist vor allem einem Mann zu verdanken: Guntram Schäfer. Der 67-Jährige tat sich mit ein paar Gleichgesinnten zusammen und gründete die Gruppe „Freunde des Stadtparkes“. „Wir waren die Rentnergruppe des Pulsnitzer Karnevalvereins und haben alle das gleiche Ziel: Der Stadtpark soll wieder zu einer Wohlfühloase werden.“

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Viele Pulsnitzer haben mitgeholfen

Seitdem ist jede Menge passiert auf dem Gelände, das zum Eigentum der Stadt gehört. Die Freunde des Stadtparks haben alte Bänke repariert und gestrichen, das Areal vom ehemaligen Brunnen von Unkraut befreit und neu gepflanzt, die Wege befestigt, eine Bienenwiese gesät, das Gartenhaus innen neu verkleidet, repariert, gestrichen, die Fenster in Ordnung gebracht und vieles mehr. „Und gepflanzt, gepflanzt, gepflanzt“, ergänzt Marlies Schäfer, die Frau des Initiators. Im Frühjahr kamen rund 200 Tulpenzwiebeln in die Erde, jetzt blühen etwa 350 Duft-Pelargonien. Die Blumen spendeten Gärtnereien oder Geschäfte der Region. Pulsnitzer Bürger gaben oft was mit dazu. „Auch viele Arbeitsmaterialien für die Verschönerung haben wir gesponsert bekommen“, so Guntram Schäfer. Außerdem gab es Fördergeld vom Land.

So sieht es noch an einem Teil der Mauer aus. Auch das kleine Gartenhäuschen war ähnlich beschmiert.
So sieht es noch an einem Teil der Mauer aus. Auch das kleine Gartenhäuschen war ähnlich beschmiert. © Matthias Schumann

Die vielen Arbeitsstunden, die ehrenamtlich geleistet werden, können gar nicht gezählt werden. So ist Guntram Schäfer mindestens dreimal in der Woche einen ganzen Vormittag im Park, um viele Dinge zu erledigen. Derzeit heißt es vor allem gießen, damit die neuen Blumen nicht eingehen. Da hilft auch der Bauhof der Stadt, der mit einem Wasserwagen vorbeikommt, und das Nass dann in bereitstehende Tonnen pumpt. Der Wasseranschluss, den es eigentlich im Park gibt, ist schon lange kaputt. „Wir hoffen, dass die Stadt da endlich mal etwas in die Wege leitet“, so Guntram Schäfer.

Und noch ein Problem haben die Freunde des Stadtparkes, das sich in Richtung Stadt beziehungsweise Stadtrat richtet. Obwohl Guntram Schäfer selbst FDP-Stadtrat ist, kann er eine Entscheidung nicht mittragen. Im aktuellen Haushalt waren in diesem Jahr 6.000 Euro für neue Bänke eingeplant. „Da die CDU und die AfD massive Einsparungen gefordert haben, wurde unter anderem jetzt diese Maßnahme gestrichen“, erklärt er. Das ärgert die Freunde des Stadtparkes und sicher auch Besucher sehr.

Das Gartenhäuschen ist richtig schick geworden und könnte vielleicht auch einmal für einen Imbiss mit Kaffee und Kuchen genutzt werden.
Das Gartenhäuschen ist richtig schick geworden und könnte vielleicht auch einmal für einen Imbiss mit Kaffee und Kuchen genutzt werden. © Matthias Schumann

Neben neuen Bänken ist für den Park auch mit Blick auf die 800-Jahrfeier von Pulsnitz im Jahr 2025 noch einiges geplant. „Käme der Wasseranschluss für das Gartenhaus, könnten wir Kaffeenachmittage mit Musik anbieten“, blickt Marlies Schäfer voraus. Außerdem soll die alte Mauer zur Bahnhofstraße ausgebessert und mit Malereien versehen werden. „Ich denke da an ehemalige Pulsnitzer Gebäude, wie etwa das E-Werk, die Konsum-Fleischerei oder das Bild der ,Pulsnitzer Alpen', das sich früher mal am Bahnhof befunden hat." Dann wäre der Stadtpark noch schöner, als er jetzt schon ist.

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