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Schwepnitzer Chor will Verein des Jahres werden

Keine normalen Proben, keine Auftritte: Die Sängergemeinschaft hat es wegen Corona gerade nicht leicht. Trotzdem macht sie bei einem Wettbewerb mit. Mit Erfolg.

Solche Proben sind wegen Corona zurzeit nicht möglich. Gesungen wird bei der Chorgemeinschaft Schwepnitz/Cosel trotzdem - und beim Vereinswettbewerb mitgefiebert.
Solche Proben sind wegen Corona zurzeit nicht möglich. Gesungen wird bei der Chorgemeinschaft Schwepnitz/Cosel trotzdem - und beim Vereinswettbewerb mitgefiebert. © privat

Schwepnitz. Chöre haben es in der Corona-Pandemie besonders schwer. Zum einen treffen bei Proben oder Auftritten viele Menschen zusammen. Zum anderen geht Singen mit Maske gar nicht. Wie also können Sängerinnen und Sänger in dieser Zeit ihr Vereinsleben aufrechterhalten und ihrem Hobby nachgehen? Viele Chöre fanden dafür eine Lösung, zum Beispiel über Video-Proben. So hat auch die Chorgemeinschaft Schwepnitz/Cosel Varianten gefunden, damit das gemeinsame Üben nicht gänzlich wegfällt.

"Das vergangene Jahr mit Corona war für uns alle ein Lernprozess. Alle Chormitglieder wollten unbedingt singen, doch wir konnten uns nicht zu unseren üblichen Proben treffen", sagt die Vorsitzende des Vereins Christa Jakob. Vom Frühjahr bis zum Herbst fand sich eine Lösung. Man traf sich bei Chormitgliedern im Garten oder in einem großen Hof. Jeder brachte seinen eigenen Stuhl mit, und dank der großen Fläche konnte auch ausreichend Abstand gewährleistet werden.

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Mit dem zweiten Lockdown und der kalten Jahreszeit war das nicht mehr möglich. Also schickte Chorleiter Michael Zumpe an alle Sänger Noten, jeder konnte individuell üben. "Jetzt hoffen wir, dass Covid-19 seine Kraft verliert und wir uns alle wieder treffen können", blickt Christa Jakob voraus.

Den Chor gibt es schon seit 70 Jahren

Zurückblicken kann sie auf erfolgreiche vergangene Jahre der Chorgemeinschaft. Mit dem Slogan "Gesang verbindet und überwindet Grenzen" hat sich die Sängergemeinschaft nun auch um einen Preis im Wettbewerb Verein des Jahres der Ostsächsischen Sparkasse Dresden und der Sächsischen Zeitung beworben. In der Jury-Wertung kam die Chorgemeinschaft in der Kategorie Kultur unter die besten Drei. "Wir waren alle total überrascht über dieses Ergebnis", so Christa Jakob. Und natürlich auch stolz. Noch mehr Punkte kann der Chor beim Publikumsvoting erreichen, das bis zum 7. März läuft.

Im vergangenen Jahr hatte der Chor sein 70-jähriges Jubiläum. In der gesamten Zeit gab es nur drei Chorleiter, was von einer großen Konstanz, einem guten Zusammenhalt und einem super Verhältnis zum Dirigenten zeugt. Gegründet wurde der Chor im kleinen Ort Cosel. Georg Grieger, ein Musiklehrer, war damals der Initiator. 50 Jahre lang dirigierte er die Männer und Frauen. Nach seinem altersbedingten Rücktritt übernahm Renate Blüthgen das Zepter, das dann 15 Jahre in ihren Händen blieb. Vor vier Jahren trat sie aus gesundheitlichen Gründen zurück. "Wir standen plötzlich ohne Chorleiter da", erzählt Christa Jakob.

Opernsänger Michael Zumpe leitet die Chorgemeinschaft Schwepnitz/Cosel.
Opernsänger Michael Zumpe leitet die Chorgemeinschaft Schwepnitz/Cosel. © privat

Die Suche nach einem Dirigenten begann. Die Vereinschefin nahm Kontakt zu Musikschulen bis hin nach Dresden auf - ohne Erfolg. 2017 lernte sie bei einem Konzert des Ruhlander Chores dessen Leiter Michael Zumpe kennen. Der ehemalige Kruzianer und studierte Opernsänger war in Musikerkreisen ein Begriff. Nur zufällig kamen die beiden ins Gespräch. Christa Jakob fragte ihn, ob er nicht auch die Leitung der Chorgemeinschaft Schwepnitz/Cosel übernehmen würde. Er schaute einmal bei einer Probe vorbei und sagte gleich zu. Seitdem leitet er den Chor.

Internationaler Austausch geplant

"Der Schwepnitzer Chor hat viele gute Stimmen. Ich habe sofort erkannt, dass vor mir bereits hervorragende Arbeit geleistet wurde", erklärt der Dirigent. Inzwischen ist er froh, die Leitung übernommen zu haben, denn die Sänger anerkennen die Arbeit, die er macht. "Als Opernsänger kann ich gut vorsingen, das kommt bei den Chormitgliedern an", sagt Zumpe. Und dann sind da gegenseitige Sympathie und der Beifall bei Auftritten. Ganz besonders lobt Michael Zumpe den A-Capella-Gesang, der auch vom Chor gepflegt wird.

Ein wenig blickt er schon in die Zukunft, denkt an größere Projekte. "Ich habe Initiativen ergriffen, um auch einen internationalen Choraustausch zu ermöglichen. Mehr will ich aber noch nicht verraten", sagt der Chorleiter. Und so würde dann die Überwindung von Grenzen aus dem Slogan auch ganz konkret werden.​

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