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Nach Corona: Jugendtreff Pulsnitz wieder offen

Seit März 2020 musste der Jugendclub geschlossen bleiben. Getan hat sich seitdem trotzdem einiges. So läuft es jetzt nach dem Neustart.

Zur Eröffnung des Jugendtreffs in Pulsnitz haben die Jugendlichen gleich die neuen Biertisch-Garnituren in Besitz genommen. Benjamin Richter von der Baufirma (l.), Bürgermeisterin Barbara Lüke (3.v.l.) und Betreuer Tom Schurig (r.) schauten auch vorbei
Zur Eröffnung des Jugendtreffs in Pulsnitz haben die Jugendlichen gleich die neuen Biertisch-Garnituren in Besitz genommen. Benjamin Richter von der Baufirma (l.), Bürgermeisterin Barbara Lüke (3.v.l.) und Betreuer Tom Schurig (r.) schauten auch vorbei © SZ/Heike Garten

Pulsnitz. Sie sitzen an einem Biertisch im Freien, quatschen und lachen. Junge Leute haben sich im Außengelände des Jugendclubs von Pulsnitz an der Goethestraße zusammengefunden, verbringen freie Zeit gemeinsam. Das war bis Mitte Juli noch nicht möglich.

Der Jugendtreff musste aufgrund von Corona schließen – kein Anlaufpunkt mehr für Jugendliche und junge Frauen und Männer. Man habe sich bei Freunden zu Hause getroffen oder an anderen Plätzen in der Stadt, erzählt die 20-jährige Kirsten, die mit den anderen auf der Bank sitzt. „Ich war schon früher im Jugendtreff und bin froh, dass wir jetzt wieder hier sein können“, sagt sie. Ähnlich sieht es der 22-jährige Levin, der sich freut, dass der Treff wieder offen ist.

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Beide kommen aus Pulsnitz und zählen zu den Älteren in der Runde der Treffbesucher. Aber auch Jüngere im Alter ab 13 Jahre können den Club besuchen. Voraussetzung für alle: Sie müssen sich an die Hausordnung halten, die von den jungen Leuten selbst aufgestellt wurde. Außerdem gibt es jetzt eine App zur Kontaktnachverfolgung - mit Hinblick auf das Hygienekonzept. In den Eingangsbereichen hängen QR-Codes zum Einchecken aus. „Ein Tagesverantwortlicher kontrolliert das Ganze“, erklärt Betreuer Tom Schurig, der sich schon seit ein paar Jahren für den Jugendtreff in Pulsnitz mit verantwortlich fühlt.

Verantwortung liegt bei den jungen Leuten

Die Älteren sind es auch, die künftig ein Stück weit mehr Verantwortung übernehmen sollen. „Sie haben die Schlüsselgewalt, sprechen sich ab, wann sie in den Treff wollen“, erklärt Tom Schurig. Er hat mit vielen anderen Helfern dafür gesorgt, dass es wieder los geht, und vor allem auch dafür, dass sich die Bedingungen im Gebäude selbst und im Außenbereich verbessern.

Das Problem in der Corona-Zeit liegt vor allem in den bestehenden Hygieneauflagen. Sie legen fest, dass sich nur zehn Leute in den Räumen aufhalten dürfen. Eine Lösung sah Tom Schurig darin, den Außenbereich zu verschönern und ihn mit einzubeziehen. Konkret bedeutet dies, dass sich ein paar Jugendlichen drinnen aufhalten können, andere aber draußen sind. Mit genügend Verständnis füreinander wäre solch ein Plan umsetzbar, dachte sich der Betreuer.

Schon im Herbst vergangenen Jahres begannen die Arbeiten zur barrierefreien Umgestaltung des Außenareals. Möglich wurde dies über eine 100-prozentige Förderung aus dem Programm „Lieblingsplätze für alle“. Insgesamt 23.000 Euro bekam der Jugendtreff für die Maßnahmen. Die alten Graffitiwände wurden herausgenommen, die Fläche begradigt, der Eingangsbereich neu gestaltet, Steine verlegt und die Umrandungen und Halterungen für neue Graffiti-Wände installiert. Geplant und umgesetzt wurde das Ganze von der Firma Landschaftsbau Richter in Zusammenarbeit mit dem Bauamt der Stadt.

Auch die Stadt will dem Club helfen

Am Ende stellte sich heraus, dass das Geld aus dem Fond Lieblingsplätze nicht für alles reicht. Offen war noch die Graffiti-Wand, die zum Sprayen, aber auch als Trennwand dienen soll. „Durch das Netzwerk für Kinder- und Jugendarbeit erhielten wir bereits voriges Jahr 150 Euro, mit denen wir die Beplankung kauften“, sagt Tom Schurig. Auch die Stadt Pulsnitz will helfen. „Die Verwaltung ist mit dem Jugendtreff im Gespräch und unterstützt die Aktivitäten soweit wie möglich. Aufgrund der derzeitigen vorläufigen Haushaltsführung ist eine finanzielle Unterstützung aber bis zur Inkraftsetzung des Haushaltes nicht möglich“, erklärt Kämmerin Sandy Hinz. Dennoch stehen die zugesagten Gelder zur Verfügung, betont sie.

Tom Schurig konnte weiteres Geld einwerben. Er hat sich mit einem Video beim 200-Geschichten-Wettbewerb der Ostsächsischen Sparkasse Dresden beworben und 500 Euro erhalten. „Mit diesem Geld konnten bei einem Forstbetrieb Balken gekauft und noch etwas Farbe und Werkzeug angeschafft werden“, erzählt der Betreuer. Jugendliche haben vergangene Woche beim Abladen der Materialien geholfen. Jetzt steht dem Aufbau der Wand also nichts mehr im Weg.

Neue Biertische und eine Feuerschale

Offiziell eröffnet wurde der Jugendtreff vorige Woche. Die Landschaftsbaufirma hat gleich noch Biertische und -bänke sowie eine Feuerschale gesponsert und ist damit auf Begeisterung bei den jungen Leuten gestoßen. „So haben wir jetzt eine Möglichkeit, im Freien zu sitzen“, sagt Kirsten. Die Pulsnitzer Bürgermeisterin Barbara Lüke (parteilos) schaute bei der Eröffnung vorbei und hofft, dass man auch künftig gut zusammenarbeiten könne. Von Seiten der Stadt sei man immer gesprächsbereit.

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