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Wie Pulsnitzer Tänzer den Lockdown genutzt haben

Monatelang konnten sich die Mitglieder der Tanz- und Theaterwerkstatt nicht sehen. Trainiert wurde trotzdem. Und es ist noch mehr passiert.

Nach der Corona-Pause trainieren die Tänzer der Tanz- und Theaterwerkstatt Pulsnitz nun wieder in den Räumen an der Robert-Koch-Straße. Trainerin Monique Jentsch (vorn) absolviert mit Rosalie Kassarra (l.) und Helene Müller ein Einzeltraining.
Nach der Corona-Pause trainieren die Tänzer der Tanz- und Theaterwerkstatt Pulsnitz nun wieder in den Räumen an der Robert-Koch-Straße. Trainerin Monique Jentsch (vorn) absolviert mit Rosalie Kassarra (l.) und Helene Müller ein Einzeltraining. © René Plaul

Pulsnitz. Helene steht in gerader Haltung auf dem Tanzboden, eine Hand an der Stange, den Blick zur Trainerin gerichtet. Die elfjährige Rosalie macht es ihr nach. Für beide ist an diesem Nachmittag Einzeltraining mit Tanzlehrerin Monique Jentsch angesagt. Alle drei sind froh, dass sie wieder im Studio des Vereins der Tanz- und Theaterwerkstatt üben können. Noch vor Kurzem ging dies alles nur online.

"Wir haben mit allen Kindern über Zoom trainiert", erzählt die Tanzlehrerin. Und das auch in der Gruppe. Sie selbst war mit noch einer anderen Lehrerin im Studio vor einem großen Bildschirm. Die Kinder waren von zu Hause aus zugeschaltet, Monique Jentsch konnte alle sehen, mit ihnen reden, die Musik einspielen und natürlich auch Hinweise geben. Das klappte alles prima, auch die Eltern haben bei der Technik von zu Hause aus unterstützt. "Selbst die Grundschüler wussten, wie mit Zoom umzugehen ist", sagt Monique Jentsch.

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Von Oktober vorigen Jahres bis Anfang Juni war aufgrund von Corona kein Präsenztraining möglich, und doch wurde so manche Choreografie einstudiert. Für Weihnachten entstand ein Video mit Beiträgen von den Kindern, welches dann geschnitten und ins Netz gestellt wurde. Selbst eine Faschingsfeier fand über Zoom statt. Die Vereinsmitglieder versuchten trotz der räumlichen Trennung, so viele Aktionen wie möglich auf die Beine zu stellen.

Parallel nutzte der Vorstand um Chefin Nancy Wippich und Thomas Garten die Corona-Zeit, um die Bedingungen im Tanzstudio an der Robert-Koch-Straße zu verbessern und die Räumlichkeiten zu vergrößern. "Wir haben die Räume des angrenzenden ehemaligen Fotostudios gemietet", sagt Thomas Garten.

Sie haben die Fäden des Vereins der Tanz- und Theaterwerkstatt Pulsnitz in der Hand: Nancy Wippich und Thomas Garten vom Vorstand. Hier sitzen sie im neuen Umkleideraum für die Tänzer.
Sie haben die Fäden des Vereins der Tanz- und Theaterwerkstatt Pulsnitz in der Hand: Nancy Wippich und Thomas Garten vom Vorstand. Hier sitzen sie im neuen Umkleideraum für die Tänzer. © René Plaul

Damit begann die eigentliche Arbeit. Alles musste entrümpelt und sortiert werden. "Dinge, die noch zu gebrauchen waren, haben wir behalten: zum Beispiel die großen Scheinwerfer", erzählt Nancy Wippich. Ein großer Drucker wurde gegen Paneele getauscht, um einen Raumteiler für den neuen Requisitenraum zu schaffen. Es entstanden ein neuer Umkleideraum, eine Elternecke, ein Büro. Etwa 5.000 Euro brachte der Verein auf, um das Tanzstudio neu zu gestalten. "Den größten Teil der Arbeiten machten die Vereinsmitglieder selbst, alles sehr einsam, weil sich ja aufgrund von Corona nie mehrere Leute im Raum aufhalten durften", erzählt Thomas Garten.

Doch jetzt ist es geschafft: Die Gesamtfläche des Tanzstudios mit allen Nebenanlagen vergrößerte sich auf etwa 180 Quadratmeter. 90 Quadratmeter davon entfallen auf den eigentlichen Übungsraum. "Die Kinder und Jugendlichen haben ganz schön gestaunt, als sie das erste Mal nach der Corona-Pause teilweise mit ihren Eltern zum Training kamen", sagt Nancy Wippich.

Eine Aufgabe steht noch auf der Agenda des Vorstandes. "Wir wollen den Fußboden im Umkleideraum erneuern", sagt Thomas Garten. Derzeit ist er gefliest, doch gerade in der kalten und nassen Jahreszeit ist dies für die Kinder ungemütlich, die manchmal barfuß oder mit sehr dünnen Tanzschuhen auf den Beginn ihrer Übungsstunde warten. Geplant ist ein Vinylboden. Dafür braucht es noch einmal 3.000 Euro. Der Verein hat deshalb eine Growdfunding-Aktion gestartet, um das Geld zusammen zu bekommen. Bisher gingen rund 1.500 Euro ein. Bis 30. Juli läuft die Aktion noch, und der Verein und die Kinder freuen sich über jeden noch so kleinen Beitrag.

Die Solisten der Tanz- & Theaterwerkstatt Pulsnitz. Rosali, Maxi und Helene (von links) nahmen jetzt am bundesweiten DAK-Contest teil.
Die Solisten der Tanz- & Theaterwerkstatt Pulsnitz. Rosali, Maxi und Helene (von links) nahmen jetzt am bundesweiten DAK-Contest teil. © Verein

Stolz ist der Verein auf eine Leistung, die zwei Mitglieder der Tanz- und Theaterwerkstatt Pulsnitz jetzt beim bundesweiten DAK-Contest erzielten. Maxi Stölzel kam im landesweiten Voting auf einen 1. Platz und Helene Müller auf einen 3. Die bundesweite Auswertung für diesen Contest läuft gerade noch, und beide hoffen, vorn mit dabei zu sein.

Das Zoom-Training während des langen Lockdowns hat sich also ausgezahlt, und auch in Zukunft werden die jungen Tänzerinnen und Tänzer aller Pulsnitzer Gruppen das Beste aus sich herausholen und einfach Spaß an der Bewegung haben - jetzt wieder im gewohnten und doch neuen Umfeld.

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