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Wann öffnen die Freibäder in der Kamenzer Region?

Wegen Corona müssen die Freizeiteinrichtungen derzeit noch geschlossen bleiben. Kosten entstehen den Betreibern trotzdem.

Andreas Kaiser (vorn) und Rochus Mahler reinigen das Becken im Königsbrücker Erlebnisbad., damit neues Wasser eingelassen werden kann.
Andreas Kaiser (vorn) und Rochus Mahler reinigen das Becken im Königsbrücker Erlebnisbad., damit neues Wasser eingelassen werden kann. © René Plaul

Kamenz. Das Wetter zeigt sich derzeit eher von seiner wechselhaften Seite. Und doch gab es schon Tage mit über 25 Grad Celsius, an denen sich der Besuch eines Freibades gelohnt hätte. Und ganz Wagemutige wären vielleicht sogar im Wasser abgetaucht. Doch das alles ist derzeit aufgrund der Corona-Regeln nicht möglich. Abkühlung gibt es nur im heimischen Pool. Laut der sächsischen Corona-Schutzverordnung müssen Bäder derzeit noch geschlossen bleiben.

Darauf weist Cynthia Thor von der Pressestelle des Landratsamtes in Bautzen hin. In der Verordnung heißt es wörtlich: „Die Öffnung von Badeanstalten, Bädern, Freibädern, Hallenbädern, Kurbädern, Spaßbädern, Hotelschwimmbädern, Wellnesszentren, Thermen, Dampfbädern und Saunen ist untersagt, soweit es sich nicht um eine Rehabilitationseinrichtung handelt.“ Diese Verordnung gilt vorerst bis zum 31. Mai.

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Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer. So hat die sächsische Landesregierung in dieser Woche Eckpunkte für umfangreiche Öffnungen beraten, die auch die Bäder betreffen. Freibäder bekämen demnach eingeschränkte Öffnungsperspektiven nach Vorlage eines Hygienekonzeptes. Die Besucherzahl soll begrenzt werden. Für Außenbereiche, das sind die Freibäder, ist eine Inzidenz von unter 100 vorgesehen. Über die neuen Regelungen soll nächste Woche entschieden werden. Im Landkreis Bautzen lag am Mittwoch die Inzidenz den zweiten Tag in Folge unter 100.

Badbetreiber brauchen einen gewissen Vorlauf, um ein Bad zu öffnen. Viele haben deshalb schon seit einiger Zeit mit den Vorbereitungen begonnen. Wie ist die Lage genau in den Freibädern der Region? Sächsische.de hat nachgefragt.

Masseneibad Großröhrsdorf: Öffnung im Juni geplant

Im Masseneibad Großröhrsdorf wurde im März begonnen, das Bad vorzubereiten. So müssen die Becken gefüllt, Bänke und anderes gestrichen, Bäume verschnitten werden. Außer den Mitarbeitern des Bauhofes sind Beschäftigte des Bades beziehungsweise der Stadtverwaltung vor Ort, um die technischen Vorbereitungen zu erledigen. Es fallen also Kosten an, unabhängig von einer Öffnung. Zur Stadtratsitzung fragte Günter Hutschalik (Freie Wähler), wie viel Geld denn bereits jetzt anfalle. Man wisse ja nicht, ob und wann das Bad öffne. „Wäre es nicht günstiger, das Bad geschlossen zu lassen, weil niemand sagen kann, wie es weitergeht“, fragte der Stadtrat. Man müsse abwägen, was günstiger sei.

Bürgermeister Stefan Schneider (parteilos) sprach sich ganz klar für eine Öffnung aus. Die Anlage müsse man so oder so auf Minimalbetrieb fahren, da sonst Schäden eintreten würden, die noch mehr Kosten verursachen. Eigentlich soll das Bad Ende Mai öffnen. „Die Chance ist groß, dass wir im Juni dann starten können“, so der Bürgermeister. In der vorigen Saison hatte das Masseneibad vom 30. Mai bis 16. September geöffnet und dabei einen Verlust von etwa 270.000 Euro eingefahren.

Mit diesem Schild wurde im vorigen Jahr im Masseneibad Großröhrsdorf auf die Corona-Regeln hingewiesen. Auch in dieser Saison werden die Abstandsregeln wieder gelten.
Mit diesem Schild wurde im vorigen Jahr im Masseneibad Großröhrsdorf auf die Corona-Regeln hingewiesen. Auch in dieser Saison werden die Abstandsregeln wieder gelten. © René Plaul

Naturbad Buschmühle: Start Ende Mai erhofft

Auch der Verein Naturbad Buschmühle in Hauswalde plant fest mit einer Öffnung des Bades. „Den eigentlichen Öffnungstermin vom 15. Mai konnten wir zwar nicht halten, hoffen aber, wenn es die Temperaturen und das Infektionsgeschehen zulassen, mit einem Start Ende Mai“, sagt Vereinsvorsitzender Sven Heinrich. Bis jetzt wurden bereits die Wiese gemäht, Bänke aufgestellt, Bäume verschnitten und altes Laub weggeräumt. Dann kamen die Leinen, die verschiedene Bereichr voneinander abgrenzen, ins Wasser. Der Verein rechnet damit, das Bad dann bis Anfang September offen halten zu können.

Freibad Bischheim: Öffnung eigentlich Pfingsten geplant

In der Gemeinde Haselbachtal gibt es in Bischheim das Freibad „Wiesengrund“ mit angeschlossenem Caravan-Stellplatz. „Unser Ziel ist es, Pfingsten zu öffnen“, sagt Bürgermeisterin Margit Boden (Freie Wähler). Bereits jetzt würden zahlreiche Campingfreunde anrufen und nach einem Platz fragen. Trotz der aktuellen Inzidenz sagt die Bürgermeisterin: „Wir legen erstmal los – Becken befüllen, Vorbereitung des Geländes, auch wenn wir nicht wissen, wie es weitergeht“. Darüber habe man Anfang Mai in der Verwaltung beraten.

Walkmühlenbad Pulsnitz: Noch kein Termin in Sicht

Das Walkmühlenbad in Pulsnitz wird von der Wasserversorgung Bischofswerda betrieben. „Bei uns läuft alles planmäßig“, weiß Mitarbeiter Matthias Schleif. Seit dem Frühjahr seien die Kollegen im Bad, um das Wasser einzulassen, den Spielplatz herzurichten, den Rasen zu mähen oder eine Mauer zu reparieren. Eigentlich sollte das Bad am 10. Mai öffnen, jetzt müsse man erstmal abwarten.

Erlebnisbad Königsbrück: Mitte Juni soll es losgehen

Im Königsbrücker Bad wurde vorige Woche mit den Vorbereitungen begonnen. Das Becken muss neu eingelassen, die Technik gestartet, die Außenanalgen in Ordnung gebracht werden. „Vor wenigen Tag hat der Tüv die Rutschen abgenommen“, erklärt Sonita Bellinghausen, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung. Sie hofft, dass das Bad Mitte Juni öffnet. Auch 2020 war man im Juni gestartet und konnte bis Anfang September öffnen. In dieser Zeit kamen fast 12.000 Besucher nach Königsbrück zum Baden.

Zwei Schwimmmeister und eine Kassiererin waren ständig vor Ort – eine Bestimmung aus dem Hygienekonzept. Um das zu gewährleisten, mussten die Öffnungszeiten verkürzt werden. Dieses Jahr will man genauso verfahren. „Wir werden darauf drängen, dass das Bad öffnet. Es ist immer die bessere Alternative zu Steinbrüchen und Teichen“, so Bürgermeister Heiko Driesnack (CDU). Man baut darauf, dass das bestehende Hygienekonzept auch 2021 gilt.

Freibad Großnaundorf: Eröffnung für 12. Juni avisiert

Das Großnaundorfer Bad soll eigentlich am 12. Juni öffnen – dieses Jahr mit einer Besonderheit. Die Gemeinde und ein Verein wollen es gemeinsam betreiben. „Wir wissen aber gar nicht, ob wir mit den Vorbereitungen beginnen sollen“, erklärt Bürgermeister Christian Rammer (parteilos). Eigentlich müsste jetzt das Becken befüllt werden. Doch ist erst einmal Wasser drin, müssen die Pumpen laufen, und das Wasser muss regelmäßig gechlort werden. Das alles kostet Geld.

„Wer zahlt die Kosten, die trotzdem anfallen, auch wenn das Bad geschlossen bleibt“, fragt der Bürgermeister und richtet seine Frage an das Landratsamt. Sächische.de gab die Frage weiter, bekam aber bisher keine Antwort. „Eigentlich müssten sich die Kommunen zusammenschließen und die Badöffnung fordern“, sagt Rammer. Großnaundorf war übrigens im vorigen Jahr das einzige Bad in der Region, das gar nicht erst geöffnet hatte.

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