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Hexenbrennen-Verbot: So reagieren die Kommunen

Der Landkreis Bautzen hat die traditionellen Feuer am 30. April erneut wegen Corona untersagt. Nicht alle wollen sich daran halten.

Die Hexen werden auch in diesem Jahr nicht brennen. Aufgrund von Corona müssen die Brauchtumsfeuer ausfallen.
Die Hexen werden auch in diesem Jahr nicht brennen. Aufgrund von Corona müssen die Brauchtumsfeuer ausfallen. © Archivfoto: André Schulze

Bautzen. Noch knapp 14 Tage wären Zeit – dann würden in der ganzen Lausitz wieder die traditionellen Hexenfeuer lodern. Schon von weitem sichtbar, um so den Frühling zu begrüßen. In den Dörfern würden die Bewohner bereits jetzt trockenes Holz zu einem festen Platz bringen und aufschichten. Zum Schluss käme die Hexe obendrauf.

Würde - wenn wir normale Zeiten hätten. Doch Corona macht auch in diesem Jahr bei diesem Brauch einen Strich durch die Rechnung. Es wird kein öffentliches Hexenbrennen im Landkreis Bautzen geben – so wie bereits im vorigen Jahr. Darüber informierte dieser Tage die Pressestelle des Landratsamtes.

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Die Behörde begründet die Entscheidung damit, dass das Hexenbrennen als Volksfest einzustufen ist, und diese dürfen nach den Corona-Regeln aktuell nicht stattfinden. Das Landratsamt betont in diesem Zusammenhang, dass kleine Feuer in privaten Gärten nicht zum Entsorgen von Baumverschnitt, Ästen und dergleichen dienen dürfen.

Erst am 13. April hatte die sächsische Landesregierung die derzeit geltende Corona-Schutzverordnung bis zum 9. Mai verlängert. Damit fällt auch das Hexenbrennen am 30. April unter diese Regelung.

Osterreiten wurde anders bewertet

Prompt fragen viele, warum aber das Osterreiten erlaubt wurde. Das Landratsamt begründet das so: Mit dem Osterreiten könnten die Hexenfeuer nicht verglichen werden. „Das Osterreiten ist ein religiöses Ritual. Zusammenkünfte zum Zwecke der Religionsausübung sind nicht durch die Corona-Schutzverordnung untersagt. Sie können bei Vorhandensein eines Hygienekonzeptes genehmigt werden“, teilt die Pressestelle des Landratsamtes mit. Für das Hexenfeuer existiere eine derartige Regelung aber nicht.

Nicht überall stößt die Entscheidung auf Zustimmung. So schreibt der Bulleritzer Ortsvorsteher Torsten Krause, dass man zum Beispiel zu zweit und mit Abstand die Äste zum Haufen bringen könne. „Auch der Haufen könne unter Aufsicht der Feuerwehr am 30. April mit Abstandsregeln abgebrannt werden“, sagt er. „Lassen Sie uns den Winter traditionell vertreiben und glücklich sein. Es müssen keine Feste stattfinden, aber das Hexenfeuer.“

Ein paar Ausnahmen gibt es in den Gemeinden trotzdem. Ein kleines Feuer im heimischen Garten mit maximal fünf Personen - das wird von vielen Kommunen erlaubt. So sind zum Beispiel in der Gemeinde Göda kleine Koch- und Grillfeuer in befestigten Feuerstätten gemäß der Polizeiverordnung weiterhin zulässig.

Wilthen will Hexe "Corona" verbrennen

Der Wilthener Bürgermeister Michael Herfort (CDU) geht noch ein Stück weiter, er will sich über das Verbot der Hexenfeuer hinwegsetzen. Am Freitagvormittag erklärte er: „Wir werden in Wilthen das Hexenbrennen durchführen – zeitlich gestaffelt und unter Aufsicht der Feuerwehr. Im Hoffnungsfeuer wird die Hexe ,Corona' verbrannt“.

Private Feuer sind auch in Großröhrsdorf erlaubt, sie müssen allerdings bei der Stadtverwaltung beantragt werden. „Diese werden wir dann auch genehmigen. Allerdings sollen auch bei den privaten Feuern die Abstandsregeln beachtet werden“, sagt Bürgermeister Stefan Schneider (parteilos).

In Bischofswerda und Umgebung waren eigentlich neun öffentliche Hexenfeuer geplant. Doch daraus wird wegen der aktuellen Bestimmungen nichts. Private Feuer im Garten sind aber auch hier erlaubt, und sie brauchen auch nicht angemeldet zu werden. Allerdings dürfen keine Gartenabfälle und Ähnliches verbrannt werden, sondern es sollte nur Kaminholz verwendet werden.

Feuer nur im eigenen Garten erlaubt

Auch die Stadt Kamenz untersagt die öffentlichen Hexenfeuer. „Brauchtumsfeuer in privatem Rahmen und auf privaten Grundstücken sind unter Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen – sprich der Pflanzenabfallverordnung – möglich“, heißt es aus der Verwaltung. Allerdings müssten diese im Ordnungsamt beantragt werden. Ein entsprechendes Formular ist auf der Homepage der Stadt zu finden.

Die Stadt Bautzen verfährt wie die meisten anderen Kommunen im Landkreis. Es wird keine Hexenfeuer geben. „Es sei denn, die Corona-Regeln ändern sich bis zum 30. April noch einmal“, so eine Sprecherin der Pressestelle der Stadtverwaltung am Freitag. Für kleine Feuer in privaten Gärten gelten nach wie vor die Bestimmungen des sächsischen Abfallgesetzes – also kein Verbrennen von Gartenabfällen.

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