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Bleiben Gärtnereien auf Frühblühern sitzen?

Betriebe im Kreis Bautzen haben schon im Herbst dafür gesorgt, dass die Pflanzen nun zum Verkauf bereit sind. Wegen Corona fehlten Abnehmer. Das ändert sich jetzt.

Horst und Sabine Scheffler von der gleichnamigen Gärtnerei in Kamenz haben jede Menge Frühblüher im Angebot.
Horst und Sabine Scheffler von der gleichnamigen Gärtnerei in Kamenz haben jede Menge Frühblüher im Angebot. © Matthias Schumann

Bautzen/Kamenz. Auch wenn laut Wettervorhersage in den nächsten Tagen noch eine etwas kältere Periode droht - in den Gärtnereien kann man das Blühen nicht aufhalten. Etwas eher als in anderen Jahren haben die frühlingshaften Temperaturen der letzten Wochen den Wunsch bei der Kundschaft geweckt, sich mit Frühblühern einzudecken.

"Die Verkaufssaison hat bei uns in diesem Jahr früher begonnen, weil die Menschen sich nach dem schneereichen Winter vermutlich nach Farbe und Blumenduft in und um ihr Haus sehnen", bestätigt Anne Hladik von der Gärtnerei Krauße in Bischofswerda.

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Stiefmütterchen, Ranunkeln & Co sind startbereit

Diese durfte, wie andere Gärtnereien auch, trotz Lockdown Ware anbieten. "Da wir selbst Gemüse, Frühjahrsblüher und Zierpflanzen produzieren, konnten wir unseren Laden öffnen", sagt Hladik. "Wir produzieren für den eigenen Verkauf und etwas für die Stadt Bischofswerda. Falls die eigene Ware nicht reichen sollte, werden wir versuchen, bei anderen Gärtnereien der Region zuzukaufen."

Auch Matthias Steglich von der Bautzener Gärtnerei ist zufrieden. "Stiefmütterchen, Ranunkeln, Narzissentöpfe und dann auch bald Salatpflanzen sowie Kohlrabi gehen als Erstes weg", freut er sich. "Es wird dieses Jahr wirklich sehr gut angenommen!" In acht Gewächshäusern gedeiht die frühlingshafte Pracht. Der Ansturm auf die Gärtnereien ist wahrscheinlich auch ein bisschen dem Fakt geschuldet, dass wegen der Corona-Beschränkungen bislang alle anderen Gartencenter und Blumenläden geschlossen bleiben mussten.

Jährlich gehen Gärtner auch ein gewisses Risiko ein. Denn die Frühblüher müssen bereits im September/Oktober ausgepflanzt werden, damit sie rechtzeitig verkaufsbereit sind. "Den Pflanzen ist es egal, ob Corona ist", sagt Matthias Steglich. Und es hätte mit dem Abverkauf ja auch schief gehen können.

Werden dieses Jahr Astern fürs Forstfest gebraucht?

Keiner weiß im Regel-Wirrwarr der Corona-Verordnungen mehr so richtig, was als Nächstes kommt. Covid-19 und die Inzidenzzahlen bestimmen den Alltag. "Da herrscht natürlich viel Unsicherheit", weiß Frank Steiger vom gleichnamigen Gartenbaubetrieb in Kamenz. "Aber wir haben kaum eine Chance, wenn wir im Frühjahr Blumen und Gemüsepflanzen haben wollen, dann müssen wir das Risiko im Herbst eingehen."

Der Kamenzer erinnert sich an den letzten Sommer, als auch schon Umsätze in Größenordnungen weggebrochen sind, weil das Forstfest ausfallen musste. "Das braucht man kein zweites Mal, aber ich bin sehr skeptisch, was diesen August betrifft. Wir brauchen hier bald Gewissheit, ob wir Zehntausende Astern anbauen sollen oder nicht", sagt Frank Steiger.

Sein Betrieb kann aktuell aber aufatmen, da ab kommenden Montag die Gartencenter und Blumenläden in Sachsen wieder öffnen dürfen. "Wir produzieren unter anderem für die Werker Welt BHG-Märkte der Region. Und ich freue mich, dass dann auch die größeren Gartencenter öffnen dürfen", sagt Frank Steiger. Das tue dem Absatz gut.

Ab Montag dürfen Gartencenter wieder öffnen

Der Lockdown soll zwar wegen der Gefahr durch die neuen Virusvarianten grundsätzlich bis 28. März verlängert werden. Es gibt aber ein paar Änderungen: Ab 8. März werden der Buchhandel, Blumenläden und Gartenmärkte zu den Läden des täglichen Bedarfs gezählt – daher dürfen sie mit Hygienekonzepten und der Beschränkung auf einen Kunden pro zehn Quadratmeter für die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche und jeweils einen Kunden je 20 Quadratmeter auf die weitere Verkaufsfläche wieder öffnen.

Noch ist die Freude in den Gartencentern etwas gedämpft über die Neuigkeiten, die am Donnerstag die Runde machen. "Wir warten auf die Verordnung der Sächsischen Staatsregierung. Ehe man es nicht Schwarz auf Weiß hat, brauchen wir noch nicht darüber zu reden, wie eine Öffnung am Montag aussehen wird", heißt es aus dem Hagebaumarkt BHG Kamenz. Endgültig beschlossen werden soll Sachsens neue Corona-Verordnung am Freitag, bevor sie dann am Montag in Kraft tritt.

Großkunden sorgen trotz Corona für Absatz

Derweil verkaufen die Gärtnereien weiter. "Wir freuen uns über den Ansturm. Die Kundschaft ist dankbar, sich in diesen Zeiten etwas Schönes ins Haus und in den Garten holen zu können ", sagt Sabine Scheffler von der gleichnamigen Gärtnerei in Kamenz. Stiefmütterchen, Primeln, Gänseblümchen, Tulpen- und Narzissentöpfe sind begehrt. Und ein bisschen Frost halten vor allem die Stiefmütterchen ja gut aus. "Wir hatten auch schon schwere Jahre, zum Beispiel als monatelang die Königsbrücker Straße gebaut wurde, an der sich unser Laden befindet", sagt Scheffler.

Dass einige Gärtnereien größere Stammkunden haben, wirkt sich für sie gerade in der aktuellen Lage positiv aus. Die Kommunalen Dienste Kamenz beispielsweise ordern seit Jahren die Frühjahrsbepflanzung für die Stadt von ihrer Stammgärtnerei Schellhase aus Bautzen. Auch diesmal waren das 5.000 Stiefmütterchen. Die Auspflanzung hat bereits begonnen.

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