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Kamenzer Altstadt bekommt ein neues Café

Bislang betrieb Monique van Nuland ein Hof-Café bei Hoyerswerda. Jetzt startet sie im ehemaligen Feinschmecker-Geschäft neu. Das will sie ihren Gästen bieten.

Monique van Nuland betrieb bis jetzt das Hofcafé Bröthen. Nun startet sie neu in der Kamenzer Altstadt. Ihr Fokus liegt dabei auf Frühstück. Auch sonntags soll geöffnet sein.
Monique van Nuland betrieb bis jetzt das Hofcafé Bröthen. Nun startet sie neu in der Kamenzer Altstadt. Ihr Fokus liegt dabei auf Frühstück. Auch sonntags soll geöffnet sein. © Matthias Schumann

Kamenz. Gerade erst zog die Tagespflege "Charlotte" aus, da stehen die Möbel der neuen Mieterin im Schaufenster des alten Feinschmecker-Geschäftes: antike Stühle, bunte Sessel, alte Tische, Gemälde und ein Paar rote Schuhe. Diese trug früher die Tochter von Monique van Nuland. Dann gehörten sie zum Inventar des Bröthener Hofcafés. Und nun sind sie zusammen mit der Café-Betreiberin nach Kamenz umgezogen. "Die sollen mir Glück bringen", wünscht sich die 50-Jährige.

Monique van Nuland will einen Neustart in der Lessingstadt wagen. Die letzten viereinhalb Jahre betrieb sie das Scheunen-Kleinod in der ländlichen Idylle des Hoyerswerdaer Ortsteils Bröthen. Lavendel- und Holunderblütenfeste hat sie dort gefeiert, Adventsfrühstücke ausgerichtet oder Kunst-Workshops Raum geboten. 2015 startete sie bereits in die Selbstständigkeit in Bernsdorf.

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Doch spätestens mit dem März-Lockdown kamen konkrete Überlegungen für einen Neustart. "Bröthen ist ein ganz entzückendes Stückchen Erde, aber es fehlt dort am Wichtigsten - an Laufkundschaft. Nur von radelnden Touristen kann man leider nicht leben ", weiß Monique van Nuland heute.

Den Gedanken zum Neustart gibt es schon länger

Mit Corona brachen zudem größere Veranstaltungen und Familienfeiern weg. Vieles wurde über den Sommer abgesagt. "Da konnte ich mich aber über die Monate retten. Doch ich habe schon gesucht, wollte mich verändern. Kamenz war nur eine Option", erzählt sie. Dass es am Ende die Kamenzer City werden sollte, stand lange nicht fest. "Die Räume haben mir imponiert, auch wenn sie groß sind", so die Café-Betreiberin. "Manchmal laufe ich durch die vielen Zimmer und denke: Upps, doch ganz schön üppig!"

Die Chemie zwischen ihr und Vermieterin Stephanie Friedrich stimmte sofort. "Sie hat mich bestärkt, mir Mut gemacht. Eine tolle Frau", so Monique van Nuland.

Schwerpunkt liegt auf Frühstücksangebot

Dass sich gleich 50 Meter weiter das nächste Café befindet, ist ihr bewusst. Schon im Vorgang wurden ihr Bedenken zugetragen. Aber eine Stadt wie Kamenz verträgt doch Auswahl, oder nicht? "Ich bin kein Eiscafé, auch wenn ich sicherlich mal einen Eisbecher auf der Karte haben werden", sagt sie.

Viel mehr sieht sie sich als Ergänzung auf der kleinen Café-Meile vom Klostertor bis zur Kirchstraße. "Meine Prioritäten liegen unter der Woche auf einem Frühstücks-Café", sagt sie. Deswegen öffnet sie schon 9 Uhr. Das tut in der Kamenzer Altstadt kein Zweiter. Ein Angebot, das sich vielleicht herum sprechen muss, aber Potenzial hat. "Ich habe gute Erfahrungen mit meinem Frühstücksangebot und setze in Kamenz dort an, wo es bisher keine Konkurrenz gibt", sagt sie.

Sonntags wird es auch "Kaffeezeit" geben

Am Wochenende soll vorerst nur der Sonntag im Fokus stehen. Dann wird regelmäßig zur "Kaffeezeit" geladen. Monique van Nuland bäckt selber Torten und Kuchen. Hat sich dabei auf seltene Rezepte spezialisiert. Schokosahne-Mohn, Orangenjoghurt, Honig-Blaubeer-Kuchen oder Himbeer-Stracciatella - das klingt nach Genuss. Auch Plinsen und Crepes werden auf der Karte stehen.

Da sie alles allein bäckt und kocht, wird es voraussichtlich ein, zwei Schließtage in der Woche geben. "Ich hoffe zu Druckzeiten aber auf meine Mini-Jobberinnen, die mich bislang unterstützt haben. Aber das war in Bröthen. Jetzt sind wir in Kamenz", sagt sie.

Räumen bieten viel Platz für besondere Ideen

Im neuen Refugium ist Platz für vieles. Vielleicht für ein Spielzimmer für die kleinen Gäste. Oder einen Shop für regionale Produkte. "Das muss wachsen. Noch haben wir Corona im Land, und ich hoffe, dass wir spätestens Ostern Eröffnung feiern können", sagt die 50-Jährige.

Bis dahin wird sie malern und renovieren. "Die Voraussetzungen sind eigentlich fast perfekt, aber ein bisschen Farbe und eigener Stil müssen rein", sagt sie. Außerdem wird in den nächsten Wochen ein Raum zur Küche umgebaut. Früher war er eines der behindertengerechten Bäder der Tagespflege. "Es wird eine neue Ablüftung hinein kommen, damit die Mieter des Hauses nicht belästigt werden", so Monique van Nuland.

Hoffnung auf Öffnung vor Ostern

Gern hätte sie natürlich ein paar Tische für den Außenbereich in der warmen Jahreszeit. Dafür ist nicht viel Platz, nur auf dem Fußweg. "Ich hatte ein nettes Gespräch mit dem Bürgermeister. Das könnte klappen", verrät sie schon mal. Ansonsten müssen die riesigen Schaufenster herhalten. In diesen sitzen die Gäste künftig. Wer etwas mehr Ruhe haben will, findet aber auch Rückzugsecken.

Doch was wird bis Ostern? "Ich will unbedingt im Februar starten mit einem kleinen Abhol-Angebot", so Monique van Nuland. Bis dahin will sie viel nach draußen schauen, ein Gefühl für ihr Café entwickeln und einen neuen Namen finden dafür. "Auch auf die vielen Kamenzer Fans des Hofcafés in Bröthen freue ich mich. Die meisten fragen schon ungeduldig nach und haben es dann ja nicht mehr weit!"

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