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Brunnen aus der Versenkung gerettet

Die Ortsmitte von Gelenau bei Kamenz ist attraktiver geworden. Dafür sorgt unter anderem ein Wasserspiel - das früher anderswo stand.

Diesen Brunnen retteten die Gelenauer vor dem Vergessen. Er stand noch in den Neunzigern auf dem Kamenzer Schulplatz. Auch Nico Kleditsch (l.), Chef des Feuerschutz- und Heimatvereins, und Ortsvorsteher Manfred Schlotter freuen sich.
Diesen Brunnen retteten die Gelenauer vor dem Vergessen. Er stand noch in den Neunzigern auf dem Kamenzer Schulplatz. Auch Nico Kleditsch (l.), Chef des Feuerschutz- und Heimatvereins, und Ortsvorsteher Manfred Schlotter freuen sich. © Matthias Schumann

Kamenz/Gelenau. Es plätschert seit Kurzem in Gelenau bei Kamenz. Manfred Schlotter lässt an diesem Vormittag den Blick noch einmal stolz über den neuen Hingucker in der Ortsmitte schweifen. Bislang gab es noch keinen Springbrunnen im Ort. Das hat sich geändert. Der ganze "Rathausplatz" ohne Rathaus hat sich verändert: Granitpoller, Granitbänke, Papierkörbe und eben jener dreisäulige Brunnen sind dazu gekommen. Umpflanzt von frischem Grün.

Während Manfred Schlotter von den Errungenschaften erzählt, zupft er nebenbei Unkraut aus der Stiefmütterchen-Rabatte. Der Ortsvorsteher wohnt gleich um die Ecke. Alle Gelenauer tun das irgendwie. Das Dorf ist klein, aber wie man so schön sagt: oho! Seit zwölf Jahren steht er dem Ortschaftsrat vor. Fünf Jahre zuvor saß er bereits im Kamenzer Stadtrat.

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Ortsvorsteher wird oft fürs Fernsehen interviewt

Rasen mähen, Unkraut zupfen, Pläne schmieden und um die Erfüllung langgehegter Wünsche kämpfen - das alles kann der 68-Jährige fast im Schlaf. Erst kürzlich tauchte er wieder einmal als Interviewpartner bei diversen Fernsehsendern zum Thema "Verkorkster Radwegübergang" auf. Ganz Deutschland weiß mittlerweile von der großen Steuergeldverschwendung am Gelenauer Bahnübergang, wo sich Schranken heben und senken für einen Radweg, den es noch nicht gibt.

Manfred Schlotter hat sich an die Medienanfragen gewöhnt im Laufe der letzten fünf Jahre. Verbrochen haben andere das Desaster. Doch es geht auch anders in Gelenau. "Man kann ruhig mal etwas Positives schreiben über uns", so der Ortsvorsteher. Auch dieser neue, alte Brunnen ist eines der Projekte, das die Gelenauer in den letzten Monaten umtrieb.

Früher stand er bis in die 90er-Jahre auf dem Kamenzer Schulplatz. Dann verschwand er in der Versenkung in einer Lagerscheune der Stadtverwaltung. Als nämlich der Schulplatz neu gestaltet wurde. Hätte nicht ein aufmerksamer Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Gelenauer angeregt, ihn wieder aufzubauen, wäre wohl noch viele Jahre nichts damit passiert.

Sechs Granitpoller sind umgezogen

Im Kamenzer Ortsteil Gelenau hat er einen würdigen Platz gefunden. "Wir danken der Stadtverwaltung, dass wir den Brunnen unkompliziert haben konnten", sagt Manfred Schlotter. Natürlich musste er aufgearbeitet werden. Wie die sechs Granitpoller, die früher vor der Deutschen Bank in Kamenz standen.

Zusammen mit Vereinen vor Ort ging das bereits im Herbst über die Bühne. Handwerker und Firmen packten mit an. Die Firma A & K Hochbau stellte die Technik. "Pflaster hatten wir da. Das durften wir uns beim Abriss der Sachsenquell-Brauerei sichern", so Manfred Schlotter. Und der Obi-Baumarkt sowie die Firma Galand Gebler unterstützten die Bepflanzung im Frühjahr.

Noch Hoffnung auf Musiktage im August

Vor allem der Feuerschutz- und Heimatverein mit seinen etwa 30 Kameraden pflegt die Ortsmitte seit Jahren. Hier befinden sich schließlich das kleine Feuerwehrdepot und der größere Löschteich des Ortes. Doch der Verein versteht sich nicht nur aufs Löschen, sondern auch aufs Organisieren von Festen. Ebenso wie die SG Lückersdorf-Gelenau.

Zusammen mit Lückersdorf und Hennersdorf leben aktuell 875 Menschen in der Idylle zwischen Wal-, Wüste- und Heiligen Berg. Mehr als anderswo wird hier gefeiert. "Leider mussten die letzten Musiktage ausfallen. Aber wir halten aktuell noch an der August-Ausgabe 2021 fest. Natürlich müssen wir schauen, ob das zur gegebenen Zeit möglich ist. Womöglich verzichten wir auf die Zelte und feiern Open Air. Aber das wird sich bald entscheiden", so Manfred Schlotter.

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