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Großröhrsdorf: Das bietet die neue Gaststätte

Im ehemaligen Kulturhaus in Großröhrsdorf werden jetzt wieder Speisen serviert. Der Küchenchef kommt aus dem Ort.

"Zum Bandweber" heißt das neue Restaurant im Großröhrsdorfer Rödersaal, dem früheren Kulturhaus. Antje Dierking ist hier die Betriebsleiterin. Küchenchef Marcel Hauptvogel stammt aus Großröhrsdorf.
"Zum Bandweber" heißt das neue Restaurant im Großröhrsdorfer Rödersaal, dem früheren Kulturhaus. Antje Dierking ist hier die Betriebsleiterin. Küchenchef Marcel Hauptvogel stammt aus Großröhrsdorf. © René Plaul

Großröhrsdorf. Es sieht eher noch nach Baustelle aus vor dem ehemaligen Kulturhaus in Großröhrsdorf, dem Rödersaal. Durch eine Schuttrutsche rumpelt Putz in einen Container. Am Bauzaun ist aber auch der Hinweis nicht zu übersehen, dass die Gaststätte mit Biergarten im Innenhof eröffnet ist.

„Zum Bandweber“ heißt das nagelneue Restaurant. Der Schriftzug werde auch noch gut sichtbar über dem Eingang platziert, verspricht Betriebsleiterin Antje Dierking. Der Name sei noch vom Vorgänger kreiert worden und knüpfe an die Tradition im Rödertal an: „Wir haben überlegt und ihn schließlich übernommen.“

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Mit einem Nachbarschaftsabend startete das Restaurant in diesem Monat, nachdem Sachsen die Corona-Regeln gelockert hatte. „Wir sind so froh gewesen, als die Gaststätten endlich wieder öffnen durften. Die Neugierde der Anwohner war groß. Viele wollen sich die neu gestalteten Räume ansehen“, sagt Antje Dierking.

Als die ersten Gäste kamen, flossen Tränen

Es sind sogar Tränen geflossen, als die ersten Gäste kamen. Und auch bei den Gästen habe es viele Emotionen gegeben: „Weil viele eine Verbindung zu dem Haus hatten. Sie haben hier ihre Jugendweihe gefeiert, Shows erlebten, waren im Kino." Oder weil sich Familien nach mehr als zwölf Monaten Corona-Kontaktsperre endlich wieder zu einer Feier versammeln können.

Zwischen 54 und 60 Leuten bietet das Restaurant jetzt Platz, je nachdem wie viele Haushalte während der derzeit noch geltenden Corona-Regeln zu Gast sind. Man habe aber schon von vornherein die Tische nicht zu eng gestellt, um eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Die Chefin hofft, ab Oktober noch einen Gastraum mit 24 Plätzen dazu zu bekommen. Aber der Ostflügel, wo er entsteht, ist noch im Rohbau.

Im Hotelbereich (l.) des Gebäudekomplexes mit dem Rödersaal in Großröhrsdorf wird noch gebaut. Das Restaurant hat aber schon geöffnet. Neben dem Eingang entsteht jetzt noch eine Terrasse für Gäste. Der Biergarten befindet sich im Innenhof.
Im Hotelbereich (l.) des Gebäudekomplexes mit dem Rödersaal in Großröhrsdorf wird noch gebaut. Das Restaurant hat aber schon geöffnet. Neben dem Eingang entsteht jetzt noch eine Terrasse für Gäste. Der Biergarten befindet sich im Innenhof. © SZ/Reiner Hanke

Der Putz ist teilweise bis auf die Ziegel abgeklopft, und Wände werden versetzt, um den Räumen einen neuen Zuschnitt zu verpassen. Die Handwerker ziehen neue Deckenbalken ein. In den oberen Etagen entstehen zwölf Hotelzimmer, im Erdgeschoss der weitere Gastraum in der früheren Weinstube. Die Butzenscheiben erinnern noch daran. Sie werden erhalten, verspricht Antje Dierking.

Hotel soll zum Jahresende öffnen

Durch die Corona-Krise und die Schwierigkeiten der Baubranche bei der Materialbeschaffung hat sich der Bauplan verschoben. Eigentlich sollte das Hotel im April eröffnen. Jetzt rechnet die Betriebsleiterin mit dem Jahresende. Außerdem sei ja die Dresdner Feldschlösschen Stammhaus Gesellschaft als Gastronomiebetrieb erst später eingestiegen - nachdem der ursprüngliche Betreiber abgesprungen war.

Das Rödersaal-Management habe damals händeringend einen neuen Gastronomen gesucht. Die Geschäftsführer vom Feldschlösschen-Stammhaus seien sehr erfahren in der Branche, schätzt Antje Dierking ein. Ihnen habe die Idee hinter dem Rödersaal-Projekt gefallen mit dem Veranstaltungshaus im früheren Kulti - von Kino bis Varieté, begleitet von Gastronomie. Sie hätten das Potenzial gesehen und ein paar Verrückte fürs Restaurant gesucht: „Das sind wir“, sagt die Betriebsleiterin schmunzelnd.

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Antje Dierking selbst ist durch den Kochberuf vor vielen Jahren zur Gastronomie gekommen. Ihr alter Job fiel durch die Pandemie weg. Da habe sich eine neue Tür geöffnet mit dem Restaurant in Großröhrsdorf. Einen Neustart zu begleiten, selbst die Richtung mitzubestimmen, das habe sie gereizt.

So habe sie quasi auf einer Baustelle angefangen. Das Zusammenspiel der Gewerke und die ganze neue Technik seien schon ein Kraftakt. Und manchmal habe sie das Gefühl gehabt, es spuke, wenn wieder irgendetwas nicht funktionieren wollte, so Antje Dierking.

Das Interieur soll den Bogen schlagen zwischen der Tradition aus der Bauzeit des früheren Hotels kurz nach 1900 und der Moderne. Ebenso auch zwischen den Generationen: „Wir wollen ja ein Kulturhaus und ein Restaurant für alle sein." Das widerspiegle auch das Mobiliar. Dunkles Holz und silberfarbene Polster zum Beispiel in den Sitznischen. Die Leuchter modern mit etwas Jugendstil.

Die Chefin geht nun davon aus, dass im September die ersten Veranstaltungen im Rödersaal stattfinden. Ein Konzert mit Ella Endlich steht zum Beispiel auf dem Programm. Kino beginnt schon Mitte Juli. Mit dem Programmstart sollten auch die Gästezahlen im Restaurant steigen.

Für die Gaststätte werden Mitarbeiter gesucht

Derzeit schmeißen fünf Leute den Laden. Das wird perspektivisch nicht reichen. Es sei schon vor Corona schwer gewesen, Mitarbeiter zu finden, jetzt umso mehr. Die Gaststätte suche nun dringend qualifizierte Leute. Zumal es mit den ersten Familienfeiern losgeht – wie Schulabschluss und Hochzeiten.

Während Antje Dierking aus Dresden kommt, ist Küchenchef Marcel Hauptvogel ein gebürtiger Großröhrsdorfer. Er habe die Chance ergriffen, für seine Rödertaler zu kochen, verrät er. Heimat ist ihm wichtig, und es sei etwas Besonderes für die Leute in der eigenen Stadt zu kochen.

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So hat er sich einiges vorgenommen für die Gaumen der Großröhrsdorfer. Dafür interpretiert er auch Bekanntes neu, „um die Leute zu überraschen und auch mal in eine andere kulinarische Richtung zu schieben. Zum Beispiel mit Medaillons au four, statt dem schon aus DDR-Zeiten bekannten Steak mit Würzfleisch. Ein gefülltes Schnitzel in der Landbrotkruste steht ebenfalls auf der Speisekarte und - auf Gästewunsch – das Bauernfrühstück 2.0 als Auflauf.

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