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Kamenz spendet für Hochwasseropfer

Welche Summe die Stadt bereitstellt, ist klar. Doch es wird noch darüber diskutiert, wie das Geld zu den Betroffenen kommt. Dafür gibt es verschiedene Vorschläge.

Ein aktuelles Foto aus dem Hochwasser-Krisengebiet im Westen Deutschlands. Die Schäden sind kaum zu überblicken. Das markierte Haus, muss abgerissen werden. Die Stadt Kamenz will für die Opfer spenden, um die Not nach der Katastrophe etwas zu lindern.
Ein aktuelles Foto aus dem Hochwasser-Krisengebiet im Westen Deutschlands. Die Schäden sind kaum zu überblicken. Das markierte Haus, muss abgerissen werden. Die Stadt Kamenz will für die Opfer spenden, um die Not nach der Katastrophe etwas zu lindern. © dpa

Kamenz. Die bestürzenden Bilder aus den Hochwassergebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sind immer noch gegenwärtig. Sie gehen auch den Kamenzer Stadträten nicht aus den Köpfen. So suchen die Abgeordneten derzeit nach Ideen und Wegen, in welcher Form sie Unterstützung geben können, um den Hochwasseropfern in der Notsituation dort zu helfen.

Hintergrund ist auch die Flutkatastrophe 2002 in Sachsen, die ebenfalls noch sehr vielen Menschen gut in Erinnerung ist. Damals hatten die Sachsen eine unglaubliche Solidarität und viel Mitgefühl erfahren, weiß der Kamenzer Oberbürgermeister Roland Dantz (parteilos). Ähnlich in den Hochwasserjahren 2010 und 2013. Bei den Gedanken von OB und Rat spielt der Wunsch mit, von dieser Solidarität jetzt auch ein Stück zurückzugeben.

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Wohnungsgesellschaft steuert eine Summe bei

Eine Summe von 20.000 Euro soll in die Rhein-Region fließen. Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer eröffnen der Stadt den Spielraum. So will Kamenz 12.500 Euro aus dem Haushalt beisteuern – weil "ein dringendes Bedürfnis" zu helfen bestehe, so die Begründung. Außerdem erklärte sich die städtische Wohnungsgesellschaft SWG bereit, 7.500 Euro beizusteuern. Hinzu kommen weitere 1.000 Euro - davon stammen 750 Euro aus einer Sammelaktion innerhalb der Fraktion Stadt-Land-Frau und bei Angehörigen der Mitglieder, informierte Sabine Lottes. Der OB steuerte spontan noch 250 Euro bei, um den Betrag aufzurunden.

Der Stadtrat und der OB bringen stellvertretend für die Einwohner der Stadt Kamenz ihr Mitgefühl gegenüber den Menschen zum Ausdruck, die bei den furchtbaren Ereignissen Angehörige verloren haben und ihr Hab und Gut. In dem Punkt sind sich die Ratsmitglieder einig. Nun muss noch geklärt werden, wie das konkret geschehen kann.

Er finde das Anliegen toll, so Jens Fichte (Linke), aber es sollte etwas präzisiert werden, wo das Geld hinfließt. Eine gewisse Zweckbindung sollte sein, so der allgemeine Tenor. Es könnte je eine Kommune in Nordrhein-Westfalen und eine in Rheinland-Pfalz ausgewählt werden, lautet ein Vorschlag.

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Torsten Petasch (CDU) regt an, dass sich ein Gespräch mit dem Kamenzer Technischen Hilfswerk lohnen könnte, das selbst im Einsatz vor Ort war und die Situation hautnah erlebt hat. Auch ein Kontakt mit der Partnerstadt Alzey in Rheinland-Pfalz könnte helfen. Die liege deutlich näher am Krisengebiet. Die Alzeyer könnten bestimmt Hinweise geben, wo Hilfe besonders dringend gebraucht wird und das Geld gut eingesetzt werden kann.

Stadtrat Marco Peltzer (Wählervereinigung Kamenz und Ortsteile) wäre wichtig, dass die Summe nicht völlig anonym im großen Spendentopf der beiden betroffenen Bundesländer aufgeht. Letztlich gehe es ja auch um Steuergelder. Für die Leute müsse auch greifbar sein, was mit der Summe passiert.

Idee: Kinder zum Urlaub nach Kamenz holen

Es seien viele Familien betroffen, so Marco Peltzer. So fand auch seine Idee Zuspruch, für Kinder aus der betroffenen Region 14 Tage Urlaub in Kamenz zu organisieren und den Eltern so etwas Spielraum zum Aufräumen zu geben. Das Ganze könnte auch über einen freien Träger wie das DRK organisiert werden. Die Stadt könnte sich aber auch auf zwei besonders schwere Fälle konzentrieren; oder um eine besondere Not zu lindern, wo keine Versicherung hilft, so Cordula Gneuß (AfD).

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Viele gute Vorschläge; das Ganze müsse aber auch umsetzbar bleiben, kommentierte OB Dantz. Mit Alzey wolle sich die Stadt auf jeden Fall in Verbindung setzen. Aber es werde für Kamenz eher schwierig sein, eine konkrete Familie X oder ein Vorhaben Z herauszupicken, gibt der OB zu bedenken. Kamenz sollte sich an Gemeinden vor Ort halten. Dort wisse man letztlich am besten Bescheid, wo Hilfe am dringendsten nötig ist. Bis zur Stadtratssitzung am 29. September soll die Spenden-Strategie geklärt sein.

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