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Was wird aus dem Enso-Gelände in Pulsnitz?

Seit Jahren liegt die Fläche brach. Jetzt sollen dort Wohnungen entstehen. Ein Investor hat dafür große Pläne - aber es gibt noch einen Haken.

Architekt Oliver Thomas und Investor Hans-Peter Weber (r.) haben große Pläne für das Enso-Gelände in Pulsnitz.
Architekt Oliver Thomas und Investor Hans-Peter Weber (r.) haben große Pläne für das Enso-Gelände in Pulsnitz. © Matthias Schumann

Pulsnitz. Die große leere Fläche an der Siegesbergstraße in Pulsnitz ist nicht zu übersehen. Schon vor mehr als fünf Jahren wurde das Kraftwerksgebäude auf dem Enso-Gelände abgerissen, nur der denkmalgeschützte Sitz der Verwaltung steht noch. Doch auch dort arbeitet schon lange niemand mehr. Seitdem ist auf dem knapp 15.000 Quadratmeter großen Gelände, das noch immer dem Enso-Nachfolger Sachsenenergie gehört, nichts passiert.

Der letzte Investor ist aus persönlichen Gründen abgesprungen. Sowohl die Stadt als auch der Energieversorger wünschen sich auf dem Gelände ein attraktives neues Wohnareal. Genau dafür gibt es jetzt einen Lichtblick. Hochwertige Eigentums- und Mietwohnungen sollen entstehen – und dies in einer modernen Architektur mit jeder Menge Grün.

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Der mögliche Investor Hans-Peter Weber ist in der Stadt kein Unbekannter. Er kaufte 1998 die Bandweberei Hauffe an der Feldstraße, zwei Jahre später gründete er ein Call-Center, jetzt Swiss Post Solution. Er baute die Fabrik zu einem modernen Dienstleistungsstandort aus. Neben dem Callcenter nutzt Weber die Räume für seine Secupay AG, die EC-Terminals, Online-Bezahllösungen und ähnliches anbietet. Auch mit Wohnungen in Pulsnitz hat Weber bereits Erfahrungen. Auf der Hempelstraße entstanden zwölf Mieteinheiten.

80 bis 100 Wohnungen sind geplant

Jetzt also der nächste Schritt. „Ich wollte noch mal ein richtig schönes Projekt umsetzen“, sagt Hans-Peter Weber. „Ich bin nun über 20 Jahre hier ansässig, und es freut mich ganz besonders, dass ich dieses schöne Projekt, bei dem ich meine ganze Kreativität einbringen kann, hier in Pulsnitz gefunden habe.“ Als er vor zwei Jahren auf die Fläche aufmerksam wurde, nahm er Kontakt mit der Stadt und dem Eigentümer auf. Im September vorigen Jahres begannen die ersten Vorplanungen, die in vier Monaten abgeschlossen waren.

Das, was bisher auf dem Papier steht, kann sich sehen lassen. Auf mehrere Gebäude verteilt, sollen 80 bis 100 Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von etwa 8.000 Quadratmetern entstehen. Zwischen Siegesberg- und Schillerstraße sind mehrere sogenannte Riegelhäuser mit Maisonette- oder Penthouse-Wohnungen, viel Glas und großen Dachterrassen vorgesehen.

Ein Hingucker sind die vier sogenannten Punkthäuser, im Plan auch als Stadtvillen bezeichnet, die sich im Innenbereich der Fläche befinden. Diese werden terrassenförmig gestaltet, das heißt, zwei Wohnungseingänge liegen im Erdgeschoss des Gebäudes, und zwei weitere befinden sich in der zweiten Etage. Sie führen auf das begrünte Dach der Tiefgarage. So verfügen alle Wohnungen über einen eigenen Garten, einen Tiefgaragenzugang und die oberen Wohnungen zusätzlich über eine große Terrasse. Auch die Wohnungen in den Riegelhäusern erhalten teilweise Wohnungstüren, die direkt ins Freie führen und Zugang zu einem eigenen Garten ermöglichen. Für die oberen Etagen sind Laubengänge und Aufzüge vorgesehen.

Investor will 24 Millionen Euro verbauen

Großen Wert legt der Investor auf ökologisches Bauen. „Da konnte ich bereits vor sieben Jahren auf der Hempelstraße einiges umsetzen“, sagt Hans-Peter Weber. Auf die neuen Häuser kommen Solarmodule, geplant ist auch eine Erdwärmepumpenheizung. „Wir wollen damit erreichen, dass die Eigentümer und Mieter so wenig wie möglich Energie verbrauchen.“ In der Wohnanlage sollen Bäume und Sträucher gepflanzt werden. Das kleine Wäldchen am Brauereiteich soll bestehen bleiben und als Eingangsbereich zum Quartier dienen.

Rund 24 Millionen Euro möchte Hans-Peter Weber in das Projekt investieren. Der Kaufpreis für die Eigentumswohnungen soll zwischen 3.000 und 4.500 Euro pro Quadratmeter liegen. Die Größe kann zwischen 120 und 200 Quadratmeter variieren. „Das ist aber noch sehr flexibel, weil die Schnitte der einzelnen Wohnungen noch nicht feststehen. Gleiches gilt für die Mietwohnungen“, sagt Hans-Peter Weber. Die künftigen Mieter müssen mit einem Mietpreis von 8 bis 9,50 Euro pro Quadratmeter rechnen. Bei diesen Wohnungen soll die Größe zwischen 40 und 150 Quadratmetern liegen. Erdgeschosswohnungen werden behindertengerecht gestaltet.

Es gibt noch einen weiteren Bewerber für das Gelände

Geht alles nach Plan, kann im Frühjahr 2022 mit dem Bau begonnen werden. Dann will Hans-Peter Weber auch in den Verkauf der Wohnungen einsteigen. Im ersten Bauabschnitt entstehen zwei Riegelhäuser mit einer kleinen Grünanlage, im zweiten dann ein Reihenhaus und die vier Stadtvillen. Dann folgt noch ein dritter Bauabschnitt.

Allerdings gibt es inzwischen auch noch einen weiteren Bewerber für das Gelände. Die Investoren Teichert/Sokolowski haben ihr Projekt, wie zuvor auch schon Weber, bereits im Stadtrat vorgestellt. Zur nächsten Sitzung soll dann nichtöffentlich über beide Projekte beraten werden. Eine Entscheidung, wer den Zuschlag bekommt, könnte dann im Sommer fallen.

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