merken
PLUS Kamenz

Wohnblöcke in Pulsnitz werden versteigert

Zum wiederholten Mal soll der Eigentümer von 48 Wohnungen wechseln. Probleme mit Leerstand gab es jedoch nie.

Diese Wohnblöcke auf der Straße des Friedens in Pulsnitz sollen noch im Dezember versteigert werden.
Diese Wohnblöcke auf der Straße des Friedens in Pulsnitz sollen noch im Dezember versteigert werden. © Matthias Schumann

Pulsnitz. Zwei Wohnblöcke auf der Straße des Friedens in Pulsnitz haben eine wechselvolle Geschichte hinter sich - zumindest was die Besitzer der Immobilien betrifft. Es gab in den vergangenen knapp 20 Jahren mehrere Eigentümerwechsel. Jetzt kommen die Blöcke erneut unter den Hammer. Sie stehen im Katalog der Winterauktion der Deutschen Grundstücksauktionen. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Berlin. Angesetzt ist die Versteigerung für den 17. Dezember ab 12 Uhr.

Bis zum Jahr 2006 gehörten die Wohnblöcke mit den Hausnummern 1, 3, 5, 7, 9 und 11, die noch zu DDR-Zeiten im Jahr 1978 erbaut wurden, zum Eigentum der Städtischen Wohnungsgesellschaft (SWG) Pulsnitz. Doch die Gesellschaft befand sich zu diesem Zeitpunkt in finanziellen Schwierigkeiten. Das ist von SWG-Geschäftsführer Matthias Mietzsch zu erfahren.

Anzeige
Sie suchen den perfekten Arbeitgeber?
Sie suchen den perfekten Arbeitgeber?

Das therapeutische Gesundheitszentrum von PPS Medical Fitness in Dresden bietet modernste Möglichkeiten. Hier bringt Arbeiten Spaß und Erfüllung.

Damals hatte der Stadtrat beschlossen, 200 kommunale Wohnungen zu versteigern, um die SWG vor einer Insolvenz zu retten. Die Dittrich-Immobiliengruppe aus Dresden erwarb die Wohnblöcke. "Die Verwaltung der Wohnungen blieb in den Händen der SWG", erklärt Matthias Mietzsch.

Jahre später ein erneuter Verkauf. Diesmal übernahm eine englische Immobiliengesellschaft die Häuser. Damit endete auch die Verwaltung durch die Städtische Wohnungsgesellschaft. Das englische Unternehmen ging kurz darauf pleite. Die Blöcke wurden wieder verkauft. Eine Privatperson - eine Frau aus München - übernahm die Wohnungen. Sie ist bis jetzt die Eigentümerin. Warum sie jetzt die Blöcke versteigern lässt, konnte Sächsische.de nicht in Erfahrung bringen.

Blöcke sind saniert

In all den Jahren wurden die Wohnungen beziehungsweise die beiden Häuser mit Blick auf die Bausubstanz aber nicht ihrem Schicksal überlassen. Ende der 1990er-Jahre und im Zeitraum zwischen 2015 und 2017 erfolgten verschiedene Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten. So wurde die Dacheindeckung des Hauses mit den Nummern 7, 9 und 11 erneuert, an beiden Häusern die Fassaden renoviert und die Giebelseiten mit einer Wärmedämmung versehen. Außerdem kamen neue Fenster in die Wohnungen, und neue Haustüren sowie neue Wohnungseingangstüren wurden eingebaut. Zur Modernisierung gehörten auch die Erneuerung der Hauselektrik und die Installation von Kastenheizkörpern.

In den vergangenen Jahren wurden nach dem Auszug von Mietern 15 Wohnungen komplett renoviert, unter anderem auch Innentüren und Fußböden erneuert. Noch im November dieses Jahres wurden vor allen Hauseingängen die Podeste erneuert.

In den Blöcken 1 bis 11 gibt es insgesamt 48 Wohnungen. Dabei handelt es sich um jeweils 24 Zwei- und Drei-Zimmerwohnungen. Derzeit stehen zwei Wohnungen leer. Die freien Wohnungen sind renovierungsbedürftig. Das alles ist dem Angebotskatalog der Versteigerung zu entnehmen.

Preis hat sich verdoppelt

Noch etwas hat sich außerdem seit dem ersten Verkauf im Jahr 2006 geändert: der Preis der beiden Wohnblöcke. Damals wurden die Häuser für etwa 1,1 Millionen Euro verkauft. Inzwischen steht der Preis bei 2,35 Millionen Euro, also mehr als das Doppelte. Zumindest wird dieser Wert als Mindestgebot für die Versteigerung angegeben. Ob die Häuser dann auch für diese Summe einen neuen Eigentümer finden oder im Zuge der Versteigerung ein noch höherer Preis erzielt wird, bleibt ungewiss.

Mietinteressenten gibt es für die Wohnungen auf der Straße des Friedens in Pulsnitz immer wieder. Das weiß auch Matthias Mietzsch. "Wir hatten nie Schwierigkeiten, Mieter zu finden", blickt er auf die Zeit zurück, als die SWG noch für die Häuser zuständig war. Das liege sicher auch an der Lage des Wohngebietes mit seiner Nähe zu vielen Einkaufsmöglichkeiten und zum Bahnhof. "Selbst ins Stadtzentrum muss man nicht lange laufen", sagt Mietzsch. Er wie auch viele andere Pulsnitzer sind jetzt gespannt, wer der nächste Eigentümer der Wohnblöcke ist.

Mit dem kostenlosen Newsletter „Kamenz kompakt“ starten Sie immer gut informiert in den Tag. Hier können Sie sich anmelden.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Kamenz