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Kamenz: Impfzentrum läuft auf Schmalspur

In der Corona-Impfzentrale für den Kreis Bautzen erfolgen derzeit fast nur Zweitimpfungen. Termine für den ersten Piks gibt's höchstens mit ganz viel Glück.

Das Impfzentrum für den Landkreis Bautzen befindet sich nahe des Kamenzer Flugplatzes in einer Sporthalle. Derzeit ist wegen fehlenden Impfstoffs wenig Betrieb.
Das Impfzentrum für den Landkreis Bautzen befindet sich nahe des Kamenzer Flugplatzes in einer Sporthalle. Derzeit ist wegen fehlenden Impfstoffs wenig Betrieb. © Matthias Schumann

Kamenz/Bautzen. Etwa 800 Impfungen am Tag wurden im Januar zum Start des Corona-Impfzentrums für den Landkreis Bautzen als Ziel ausgegeben – wenn es voll in Betrieb ist. Doch drei Wochen später ist das Impfzentrum in der Sporthalle am Kamenzer Flugplatz davon noch weit entfernt.

Was läuft derzeit dort überhaupt angesichts des knappen Impfstoffes? „Es wird geimpft“, versichert Dr. Kai Kranich, Pressesprecher des DRK Sachsen, das die Impfzentren im Freistaat organisiert.

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Die Zweitimpfungen seien angelaufen. An diesem Montag seien das allerdings nur 45 gewesen. Dafür stehe aber genügend Vakzin zur Verfügung. Am Wochenende seien 60 Zweitimpfungen verabreicht worden. Außerdem würden die mobilen Impfteams über das Impfzentrum mit Vakzin versorgt. Die seien nach wie vor in den Pflegeheimen unterwegs. Darauf liege derzeit der Fokus. Sie konnten laut Kranich am Montag zum Beispiel 168 Pflegeheimbewohner plus Mitarbeiter immunisieren.

Allerdings sei derzeit so gut wie keine Erstimpfung in den Zentren möglich, weil zu wenig Dosen zur Verfügung stehen. Die Bürger würden natürlich trotzdem online nach Terminen schauen, sagt der Sprecher. Die gebe es aber nur sehr vereinzelt. Das komme vor, wenn von den mobilen Impfteams mal einige wenige Dosen am Tag nicht verbraucht werden konnten – maximal im einstelligen Bereich.

Bisher etwa 4.400 Impfungen

Deshalb habe es derzeit auch keinen Sinn, in Kamenz weitere Impfstrecken mit zusätzlichem Personal in Betrieb zu nehmen. Bis zu vier wären in der Sporthalle möglich. Platz werde daneben auch noch für die Aufbereitung des Impfstoffes und für Wartebereiche benötigt.

Eine Impfstrecke besteht aus sechs Kabinen: zwei für die ärztlichen Aufklärungsgespräche und vier Impfkabinen, in denen es dann vom medizinischen Fachpersonal den entscheidenden Piks gibt.

Diese Kapazität reiche momentan, um die Zweitimpfung zu bewältigen. Wann weitere Impfstrecken in Betrieb gehen, hänge vom Impfstoff-Vorrat ab. Er denke aber, so Kai Kranich, dass die Talsohle beim Impfstoff-Engpass durchschritten sei. Und dass es auf niedrigem Niveau bald wieder mehr Termine geben werde, ohne dass er sagen könne, ab wann genau.

Seit dem Start des Impfzentrums in Kamenz am 11. Januar sei mit Stand vom Montag 4.426 Mal gegen Corona geimpft worden, davon 1.580 Mal zur Erstimmunisierung direkt im Impfzentrum und 2.676 von mobilen Teams in den Pflegeheimen. Impfungen des Personals in Kliniken sind dabei nicht mit erfasst. (SZ/ha)

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