merken
PLUS Kamenz

Kamenz: Stadt schafft Platz für neue Biergärten

In der Altstadt können Gäste jetzt vor drei Lokalen sitzen, wo das bisher nicht möglich war. In Sachen Außengastronomie ist aber noch mehr geplant.

Derzeit entstehen neue Biergärten in der Kamenzer Altstadt. Schon geöffnet hat der am Gasthaus Edelweiß, wo Peggy und René Pröhl ihre Gäste an drei Tischen bedienen.
Derzeit entstehen neue Biergärten in der Kamenzer Altstadt. Schon geöffnet hat der am Gasthaus Edelweiß, wo Peggy und René Pröhl ihre Gäste an drei Tischen bedienen. © SZ/Reiner Hanke

Kamenz. Gerade hat René Pröhl seinen neuen Biergarten noch ein bisschen aufgehübscht mit einer Holzverkleidung und Blumenkästen am Zaun, der die Tische umgibt. Am vorigen Wochenende sei schon ganz guter Zuspruch gewesen, freuen sich die Wirtsleute René und Peggy Pröhl. Zwölf Plätze an drei Tischen stehen vor der Gaststätte Edelweiß auf der Zwingerstraße in Kamenz für die Gäste zur Verfügung.

Die Wirtsleute feiern gerade in diesem schwierigen Corona-Jahr auch noch das 30-jährige Jubiläum ihrer Gaststätte. Sie seien froh, dass sie mit Catering und Außerhaus-Verkauf die langen sieben Lockdown-Monate über die Runden gekommen sind. Doch es sei eben nur ein Bruchteil des Umsatzes gewesen. Die staatliche Unterstützung habe aber durchaus geholfen, wenn auch mit Monaten Verzögerung.

Anzeige
Eine geteilte Nation - Podiumsdiskussion
Eine geteilte Nation - Podiumsdiskussion

Was ist die deutsche Identität? Die Volkshochschule Dresden lädt zur kostenlosen Online-Diskussion ein.

Nun hat die Corona-Schutzverordnung des Freistaates Lockerungen für die Gastronomie ermöglicht - und das Team vom Edelweiß die Chance ergriffen, überhaupt erstmals einen Biergarten zu eröffnen, um endlich wieder Gäste mit Speisen und Getränken zu bedienen. Die Stadt habe das sehr unbürokratisch ermöglicht und auch für die Absperrung zur Straße gesorgt, sagen Pröhls.

Vorm La Piazza wird ein Holzboden gebaut

Die Metallzäune hin zum Fahrverkehr haben vor allem auch Sicherheitsgründe und ziehen nicht nur am Edelweiß die Blicke auf sich. Auch an anderen Stellen in der Nähe des Kamenzer Marktes wird gewerkelt. Vor dem Aloha zeichnet sich bereits der Bereich für die Außengastronomie ab und auch – ebenfalls an der Zwingerstraße - vor dem La Piazza.

Dort wird momentan ein Holzboden gezimmert. Wirt Mario Osmani will den Höhenunterschied zwischen Fußweg und Straße ausgleichen und mit dem Dielenboden auch für mehr Sitzkomfort sorgen. Allerdings gebe es mit den Bauarbeiten noch Probleme, so dass noch nicht klar sei, wann er öffnen könne.

Der Wirt will aber auch an dem Vorhaben dranbleiben, mit einem Angebot direkt auf den Markt zu rücken. Das hatte Osmani vor Jahren schon einmal vor. Mehrere Stadtratsfraktionen regten erst in jüngster Vergangenheit wieder an, den Markt für Gastronomie zu öffnen. Mario Osmani ist auch in der Beziehung zuversichtlich, dass sich etwas bewegt, aber die Prozedur dauere eben länger, das verstehe er.

Lösung auf dem Markt dauert etwas länger

Der Kamenzer Oberbürgermeister Roland Dantz (parteilos) versichert, dass die Verwaltung am Auftrag der Stadträte für Gastronomie auf dem Markt dran sei. Es sei aber einiges konzeptionell zu beachten, ehe es dort losgehen könne: Zum Beispiel die Frage, wie ein Biergarten mit den Markttagen und auch mit dem Forstfest harmoniert.

Es gebe aber Lösungsansätze. Darüber habe es insbesondere mit der Pizzeria als einem Interessenten einen Austausch gegeben, mit dabei auch das City-Management und das Ordnungsamt. In dieser Runde entstand wohl letztlich, weil die Lösung auf dem Markt etwas länger dauere, die Idee mit den Straßen-Biergärten.

Nun gibt es also gleich drei kleine Biergärten am Straßenrand, und zwar so dass der Verkehr noch fließen kann. Er kenne das zum Beispiel aus Frankreich, wo die Straßencafés eng am Verkehr dran seien und es auch funktioniere, sagt Roland Dantz. Einige Parklücken gehen dadurch allerdings verloren. Ohne auf einige Stellflächen zu verzichten, gehe es nicht, stellt der OB fest.

Schon im Winter habe der Stadtrat heiß diskutiert, wie dem von Corona gebeutelten Innenstadt-Gewerbe geholfen werden kann. Daraus entstand unter anderem die Idee für den Corona-Hilfs-Gutschein. Auch die Frage, wie das Bummeln attraktiver und die Altstadt anziehender wird, war ein Thema. Die Gastronomie habe sehr gelitten, und die Biergärten im Straßenraum seien nun eine schnelle Hilfe.

Weitere Biergärten sind bereits geöffnet

Vielleicht komme sogar auch ein kleiner Wettbewerb zwischen den Gastronomen in Gang, meint Dantz. So habe er beobachtet, dass sich der Außenbereich des Cafés Emilia am Buttermarkt schick gemacht hat. Auch schon geöffnet hat der Biergarten am Irish Pub marktnah auf der Pfortenstraße. Der am Goldenen Hirsch sei in Vorbereitung, heißt es aus dem Unternehmen.

Das Angebot der neuen Biergärten sei jetzt für die Freiluft-Saison und nicht in Stein gemeißelt. Es werde getestet und ausprobiert, was geht, sagt der OB. Beim Aloha könnte auch noch eine Fläche an der Kirchstraße infrage kommen. Nach der Saison könne neu überlegt werden, wie es weitergeht. Er lade jedenfalls alle ein, die neue Außengastronomie zu nutzen, sagt Dantz.

Weiterführende Artikel

In der Kamenzer Altstadt gibt's wieder Döner

In der Kamenzer Altstadt gibt's wieder Döner

Zwei Jahre war der Imbiss an der Pfortenstraße dicht. Jetzt hat er wieder geöffnet. Die Inhaber sind bekannt, aber etwas ist neu.

Edelweiß-Wirt René Pröhl findet die Möglichkeit prima, gerade in solchen Zeiten, da vieles wegen der schwankenden Inzidenzzahlen ungewiss sei. Im Edelweiß, kündigen die Wirtsleute an, wird jetzt auch die Speisekarte von der abgespeckten Corona-Ausgabe umgestellt und erweitert.

Mehr zum Thema Kamenz