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Kreis Bautzen: Start im Corona-Impfzentrum

In einer Sporthalle in Kamenz wird seit Montag geimpft. Wer einen Termin haben möchte, braucht allerdings noch etwas Geduld - und muss einiges beachten.

Peter Mark ist Geschäftsführer des DRK im Kreis Bautzen und froh, dass der Start im Impfzentrum des Landkreises gut gut über die Bühnen gegangen ist. Das DRK hat die organisatorische Leitung.
Peter Mark ist Geschäftsführer des DRK im Kreis Bautzen und froh, dass der Start im Impfzentrum des Landkreises gut gut über die Bühnen gegangen ist. Das DRK hat die organisatorische Leitung. © René Plaul

Kamenz. Durch zwei rote Pavillons führt der Weg ins Impfzentrum des Landkreises Bautzen in Kamenz. Das hat am Montag um 8 Uhr den Betrieb in der Sporthalle des Lessing-Gymnasiums am Kamenzer Flugplatz seinen Betrieb im Kampf gegen Corona aufgenommen. Bauzäune sichern das Areal. Ein Plakat mit grünem Pfeil am Gebäude weist den Weg. Die Eingangstür hinter einem der Pavillons ist geöffnet. Allerdings in dieser Woche erst einmal nur für einen bestimmten Personenkreis, erklärt der DRK-Geschäftsführer im Kreis Bautzen, Peter Mark, bei frostigen Temperaturen beim Gespräch vor dem Impfzentrum. Denn auch für die Presse gibt es am ersten Tag noch keinen Zutritt.

Schon in den Morgenstunden seien am Montag an die 30 vor allem ältere Leute über 80 Jahre, aber rüstig, vor Ort gewesen, um sich zu informieren, so Peter Mark. Er sei von dem Interesse positiv überrascht gewesen.

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Anmeldung nur online oder per Telefon

Schon nähert sich wieder ein älterer Herr dem Impfzentrum. Der 83-jährige Fritz Boden ist aus dem benachbarten Milstrich gekommen, um die Lage zu peilen. Gern würde er für sich und seine Frau gleich einen Termin vereinbaren. Beide wollen sich auf jeden Fall impfen lassen. „Das ist gar keine Frage“, sagt der Senior und empfiehlt es jedem: „Je mehr sich impfen lassen, umso besser, damit wieder Normalität ins Leben kommt." Der DRK-Chef kann dem älteren Herrn gleich selbst Auskunft geben. Er bedauere die Unannehmlichkeiten und bitte noch um eine Woche Geduld, bis individuelle Impfungen möglich sein werden. Auch würden Termine keinesfalls vor Ort im Impfzentrum vergeben, hier werde ausschließlich immunisiert.

Die Anmeldung erfolge nur Online oder telefonisch. Laut Gesundheitsministerium ist das Onlinesystem seit Montag, 14 Uhr, unter am Netz. Individualtermine sollen voraussichtlich ab dem 18. Januar möglich sein, erklärt das Sozialministerium. Vorrangig aber nur an die Gruppe der über 80-Jährigen - wegen des begrenzt vorrätigen Impfstoffes.

Voraussichtlich ab Mittwoch werde die telefonische Anmeldung möglich sein. Zum Start der Online-Plattform war am Montag allerdings erst einmal zu lesen: "Leider sind unsere Server wegen der hohen Nachfrage zurzeit ausgelastet. Wir bitten Sie um etwas Geduld.“

Zum Impfen sollten die Bürger ihre Krankenkassen-Chipkarte, den Personalausweis, gegebenenfalls den Impfausweis und ihren bestätigten Termin dabei haben, so Peter Mark. Ohne Termin führe kein Weg an der Security im roten Pavillon vorbei.

Die Sporthalle am Kamenzer Flugplatz ist in viele kleine Kabinen unterteilt. Das Technische Hilfswerk half beim Aufbau des Impfzentrums.
Die Sporthalle am Kamenzer Flugplatz ist in viele kleine Kabinen unterteilt. Das Technische Hilfswerk half beim Aufbau des Impfzentrums. © Technisches Hilfswerk Kamenz

Die erste Woche sieht der DRK-Chef als Probelauf für den regulären Betrieb ab dem 18. Januar. Das Sozialministerium lässt gegenüber Sächsische.de wissen: „Zunächst werden in den Impfzentren Angehörige prioritär zu impfender Berufsgruppen geimpft, zum Beispiel Mitarbeiter von ambulanten Pflegediensten und Rettungsdiensten.“ Peter Mark bestätigt das. Wie aufs Stichwort rückt gerade der nächste Impfkandidat an und schwenkt zum roten Pavillon ein. Er ist Mitarbeiter des DRK-Rettungsdienstes in Bautzen: „Wir haben ja viel mit Patienten zu tun und sollten mit gutem Beispiel beim Impfen vorangehen“, sagt er. Es sei ja zum Schutz von Rettern wie Patienten wichtig.

Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen ist vorerst mit zwei Ärzten und acht medizinischen Fachkräften vor Ort, so Peter Mark: „Wir starten mit einer Impfstrecke.“ Künftig sollen die Bürger in Kamenz dann an vier Impfstrecken immunisiert werden. Es werde schrittweise Personal aufgestockt, wie sich die Terminmeldungen entwickeln. Pro Impfstrecke gebe es sechs Kabinen: zwei für ärztliche Aufklärungsgespräche und vier Impfkabinen.

Auch am Wochenende wird geimpft

Derzeit sollen „im Landkreis Bautzen täglich 217 Impfungen - 100 durch mobile Teams, 117 im Impfzentrum - durchgeführt werden“, erklärt eine Sprecherin des Sozialministeriums. Sollte mehr Impfstoff zur Verfügung stehen, werde diese Zahl angepasst. Am Starttag in der Sporthalle waren es erst einmal um die 50. Er rechne mit mehreren Hundert Impfungen pro Tag, die möglich wären, so Mark, abhängig vom Impfvorrat. Auch Sonnabend und Sonntag werde geimpft.

Neben der Sporthalle gegenüber des Kamenzer Flugplatzes befindet sich ein geräumiger Parkplatz, der nun für das Impfzentrum zur Verfügung steht.
Neben der Sporthalle gegenüber des Kamenzer Flugplatzes befindet sich ein geräumiger Parkplatz, der nun für das Impfzentrum zur Verfügung steht. © René Plaul

Unterstützt wird das medizinische Personal im Impfzentrum in Kamenz derzeit von sieben Bundeswehrsoldaten, dazu kommen die Security-Leute und etwa 20 DRK-Mitarbeiter. Die seien im organisatorischen Bereich tätig, um die Patienten zu registrieren und zu begleiten. Er sei froh, dass das Impfzentrum nach der kurzen Vorbereitungszeit seit Ende November startklar sei, so Peter Mark. Ohne Unterstützung des Landkreises, der Bundeswehr, der Stadt Kamenz und des Technischen Hilfswerkes in Kamenz und Bautzen wäre das nicht möglich gewesen.

So habe das THW zum Beispiel den PVC-Fußbodenbelag verlegt, um den Sporthallenboden zu schonen. Die Elektrik zu Stromversorgung installierten ebenfalls THW-Helfer – einen Anschluss pro Kabine.

Der Zugang zum Impfzentrum, so DRK-Chef Mark, werde in den nächsten Tagen noch ausgestaltet, um die Orientierung für die Patienten bis zum Eingang zu erleichtern.

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