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Kamenz: Edeka-Erweiterung mit Hürden

Die Vergrößerung des Marktes ist seit Jahren im Gespräch. Bisher ohne Durchbruch. Jetzt hat der Stadtrat dazu einen wichtigen Beschluss gefasst.

Für den Edeka-Markt am Siedlungsweg in Kamenz gibt es seit Längerem Erweiterungspläne. Doch noch ist unklar, ob sie realisiert werden können.
Für den Edeka-Markt am Siedlungsweg in Kamenz gibt es seit Längerem Erweiterungspläne. Doch noch ist unklar, ob sie realisiert werden können. © René Plaul

Kamenz. Erst vor Kurzem fragte wieder ein Kunde, wann denn der Edeka-Markt in Kamenz erweitert wird. Es sei schon etwas eng im Laden und für die Verkäuferinnen nicht immer leicht, das Sortiment in den Regalen unterzubringen. Im Gespräch ist die Erweiterung tatsächlich schon längere Zeit. So wurde bereits vor zwei Jahren im Stadtrat über die Frage diskutiert, ob Edeka am Siedlungsweg nahe des Kamenzer Verwaltungszentrums erweitern darf oder nicht.

Schon in der Debatte damals sah Edeka eine Sanierung und Erweiterung als "dringend erforderlich" an, um den Anforderungen der Zeit gerecht zu werden. Woran sich nichts geändert hat. Was möglich ist, zeigt das Handelsunternehmen in Radeberg mit inzwischen zwei modernen Märkten.

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Der Radeberger Markt bietet ab sofort einen neuen Service an. So kommen auch Privat-Kunden ganz unkompliziert an ihr Wunschprodukt.

Dagegen wirkt die Halle in Kamenz eher schlicht. Und die Konkurrenz schläft nicht. Viele Discounter rüsten auf, erweitern, investieren in Einkaufsqualität, ins Sortiment. Und auch bei Rewe in Pulsnitz wurde nicht gerade gekleckert, sondern geklotzt.

Einzelhandelskonzept lässt Erweiterung nicht zu

Doch die Antwort auf die Frage nach der Edeka-Erweiterung ist in Kamenz offenbar immer noch nicht gefunden. Die Corona-Krise habe den Prozess gebremst, heißt es aus dem Rathaus. Die Stadt will jetzt aber einen entscheidenden Schritt weiterkommen.

Ein Knackpunkt ist das Kamenzer Einzelhandelskonzept. Das gibt einen Rahmen für die Entwicklung der Handelslandschaft in der Stadt vor, auch für mögliche Erweiterungen von Märkten. Bei Edeka mit derzeit knapp 1.000 Quadratmetern liefe es fast auf eine Verdopplung der Verkaufsfläche hinaus. Das ist das Problem. Mit dem derzeitigen Stand des Einzelhandelskonzepts ist das offenbar schwer in Einklang zu bringen.

Das Konzept müsste also angepasst und grundlegend aktualisiert werden. Denn es stammt aus einer Zeit, als die Stadt als eher zu reichlich mit Handelsfläche versorgt galt. Für die Anpassung des Konzeptes gibt es einige Gründe, die mit der Entwicklung der Stadt zusammenhängen, sagt Oberbürgermeister Roland Dantz (parteilos).

Kamenz wächst - und braucht mehr Handelsfläche

Denn entgegen früheren Prognosen wachse die Stadt, was natürlich auch Einfluss auf den Einzelhandel habe. Die Versorgungsfunktion fürs Umland spiele eine Rolle, aber vor allem die schwunghafte industrielle Entwicklung im Norden der Stadt, unter anderem mit dem Batteriewerk Accumotive.

Außerdem gehe der Trend sowieso eher dahin, kleinteilige Zentren für die Versorgung der Bevölkerung zu entwickeln, wie eben am jetzigen Edeka. Es habe an Bedeutung gewonnen, den Einkaufsmarkt zu Fuß erreichen zu können. Die Corona-Krise habe das eher noch verstärkt. Aus diesen Gründen ergebe sich der Bedarf, das Handelskonzept zu überarbeiten.

Zu diesem Ergebnis sind auch die Planer gekommen. Im Bereich des Kamenzer Verwaltungszentrums sei ein Nahversorgungszentrum möglich, so ihre Einschätzung. Um den Erweiterungsbau zu ermöglichen, hatte sich der Stadtrat schon 2019 entschlossen, das Einzelhandelskonzept der Stadtentwicklung anzupassen und das Ganze auch mit einem Bebauungsplan speziell für den Edeka zu begleiten.

Stadtrat stimmt für weiteres Gutachten

Doch die Einschätzung der Planer genügt offenbar noch nicht. Deshalb soll jetzt eine Verträglichkeitsanalyse ihre Erkenntnisse unterfüttern. Dabei würden auch mögliche Auswirkungen auf den Innenstadthandel untersucht. Der hat gerade jetzt ohnehin schon zu kämpfen.

Das Gutachten soll letztlich die Grundlage für weitere Entscheidungen sein. Und es soll auch schlagkräftige Argumente gegenüber der Kreisbehörde liefern. Denn die entscheidet letztlich über den Bau - und prüft jede Investition auf der grünen Wiese sehr genau. Der Kamenzer Stadtrat sprach sich jetzt mit einer Mehrheit von 18 Räten für diesen Weg aus, bei einer Gegenstimme und vier Enthaltungen.

Es ist nicht das erste Gutachten in dieser Sache. Die Kosten für die neuerliche Analyse trägt Edeka, in dem Fall die Edeka Nordbayern Bau- und Objektgesellschaft mbH. Mit Sicherheit auch in der Hoffnung, dass die Analyse nun endlich den Durchbruch bringt.

Edeka-Inhaberin Manuela Peltzer ist selbstständige Einzelhändlerin, sie ließ erst Ende vergangenen Jahres wissen, dass sie sich natürlich freuen würde, wenn sie den Kunden ein noch besseres Einkaufserlebnis bieten könnte. Auf jeden Fall fühle sie sich wohl an dem Standort.

Vor der Sommerpause soll sich der Kamenzer Stadtrat erneut mit dem Erweiterungsprojekt befassen.

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