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Kamenz: Spät-Shopping statt Einkaufsnacht

Wegen Corona hat die City-Initiative die beliebte Veranstaltung abgesagt. Doch es soll eine Alternative geben.

Die Einkaufsnacht mit Festcharakter in Kamenz fällt aus. Petra Krahl vom Teekontor und mit ihr etwa 20 Kamenzer Geschäftsleute wollen ihre Läden dennoch zu einem Späteinkauf öffnen.
Die Einkaufsnacht mit Festcharakter in Kamenz fällt aus. Petra Krahl vom Teekontor und mit ihr etwa 20 Kamenzer Geschäftsleute wollen ihre Läden dennoch zu einem Späteinkauf öffnen. © Kristin Richter

Kamenz. Gerade die kleinen Händler haben in diesem Jahr heftig unter der Corona-Krise gelitten. Und die Situation bleibt schwierig. Gemeinsame Aktionen, um Kunden in die Geschäfte zu locken, sind kaum oder gar nicht möglich. Damit sah es bisher schon schlecht aus, und nach den jüngsten Verschärfungen der Corona-Auflagen noch mehr. Pulsnitz sagte bereits die Nacht der 1.000 Lichter ab, und der Pfefferkuchenmarkt fällt aus.

Die Kamenzer City-Initiative hat alle Pläne für Aktionen zur Belebung des Innenstadthandel bis zum Jahresende abgeblasen. Auch die Einkaufsnacht, die für den 20. November geplant war. In den vergangen Jahren hatte sie sich zu einem richtigen Fest entwickelt: Glühwein wurde ausgeschenkt, Musik ertönte, Feuerkörbe tauchten die Stadt in romantisches Licht, und es gab regelmäßig ein Motto wie Kunst- oder Sport-Hopping mit einer Soccer-Arena auf dem Mark. Ein solches Einkaufsfest wird es in diesem Jahr nicht geben. Es ist abgesagt.

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Manchmal ist aber auch weniger mehr - denkt City-Managerin Anne Hasselbach. Von Innenstadthändlern kommen ähnliche Signale. Einige hätten durchblicken lassen, dass sie schon gern irgendetwas machen würden. Andere klapperte die Managerin ab. 20 Enthusiasten kamen so zusammen. Eine gemeinsame Veranstaltung ist zwar nicht möglich, aber es könnte jeder für sich am 20. November bis 22 Uhr öffnen. Das würden dann hauptsächlich Geschäfte der Innenstadt sein. Ohne Festcharakter.

Eine Straßensperrung gibt es diesmal nicht

Aber die Geschäftsleute können in Eigenverantwortung zeitgleich ihre Läden öffnen, so die Idee. Dabei gelten natürlich die erforderlichen Corona-Einschränkungen, zum Beispiel eine maximale Kundenzahl im Geschäft. Nur mit Außenaktionen werde es eher schwierig, da es keine Straßensperrung durch die Kamenzer City-Initative gibt, stellt der Vereinsvorsitzende Thomas Koch fest.

Dennoch wolle man schauen, wie der Späteinkauf attraktiv gestaltet werden kann, so Anne Hasselbach. Vielleicht wenigstens mit einer kleinen musikalischen Einlage, geschmückten Schaufenstern oder Fassaden - was in der Kürze der Zeit noch zu schaffen sei. „Es ist erfahrungsgemäß einer der einkaufsstarken Tage in Richtung Advent gewesen“, sagt Anne Hasselbach. Deshalb sei der Wille da, Gesicht zu zeigen: „Wir können doch nicht alles einschlafen lassen.“

Ohnehin seien viele Händler der Meinung, so die Citymanagerin, dass der Trend eher zum gemütlichen Bummel gehe. So habe der Rummel den eigentlichen Sinn möglicherweise überlagert – mehr Festnacht als Einkaufsnacht. So sei der 20. November auch die Chance, zu den Wurzeln zurückzukehren und den Fokus mehr auf den Handel zu legen und mit kleinen Aktionen zu verknüpfen. Zum Beispiel die Läden schön zu gestalten.

Händler bereiten Überraschungen vor

Das sagen auch Innenstadthändler wie Luzia Ziesch, Inhaberin des gleichnamigen Schuhhauses: "Ich werde auf jeden Fall öffnen, wenn es erlaubt ist, um den Kunden das Sortiment zu präsentieren.“ Das Schuhhaus habe immer mitgemacht: „Wir wollen doch zeigen, dass wir da sind“, sagt Luzia Ziesch. Gerade unter den derzeitigen Bedingungen. Es sei schon so viel weggefallen. Dazu die Verluste während des Lockdowns. Die seien nicht aufzuholen. Zumal gerade der März und der April sonst besonders verkaufsstarke Monate sind.

Um so wichtiger sei der 20. November, und es sei vielleicht sogar ganz gut, dass der Abend ohne den gewohnten Rummel stattfinde. Natürlich werde das Schaufenster des Schuhgeschäfts eine neue Deko bekommen, und sie überlege sich etwas Spezielles, um die Kunden zu überraschen, sagt Luzia Ziesch.

Darüber denkt auch Petra Krahl, die Chefin des Teekontors, nach. Wobei es gerade mit solchen Sachen wie dem Ausschank von Rumpunsch schwierig werden könnte. Sie hofft, dass eine Abend-Öffnung möglich sein wird, denn die Einkaufsnacht sei in den vergangenen Jahren immer mit das Beste gewesen, um den Innenstadthandel zu beleben.

Kamenz-Gutscheine kommen an

Es sei auch eine gute Gelegenheit, Kamenzer Stadtgutscheine einzulösen, so Anne Hasselbach. Die wurden vor elf Jahren durch das Stadtmarketing gemeinsam mit der City-Initiative ins Leben gerufen, um dem Innenstadthandel unter die Arme zu greifen und neue Kunden zu gewinnen. 

Zu bekommen sind die Zehn-Euro-Gutscheine in der Stadtinfo. In den letzten Jahren seien durchschnittlich bis zu 700 Stück verkauft worden, 2019 sogar über 1.000. In diesem Jahr werde die Zahl trotz Corona wieder über dem Durchschnitt liegen. Insofern sei die Stadt mit der Entwicklung sehr zufrieden. Der Gutschein bindet Kaufkraft in Kamenz, so Stadtsprecher Thomas Käppler.

Rund 60 Händlern, Gastronomen und Dienstleister in Kamenz akzeptieren den Schein momentan. Der sei auch gut als Geschenk geeignet, wirbt die Citymanagerin. Das Stadtmarketing hatte gerade während des Lockdowns kräftig für die Gutscheine getrommelt, als viele Geschäfte und Gaststätten schließen mussten. Vielleicht finden ja am 20. November viele in die Geschäfte.

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