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Trotz Lockdown: Hier gibt's jetzt schon Eis

In Kamenz und Umgebung haben die ersten Eiscafés das schöne Wetter für einen zeitigen Saisonstart genutzt - mit Abstand und großer Resonanz.

Lars Engelhardt vom Kamenzer Café Emilia unter den Fleischbänken freut sich über das schöne Wetter. Deshalb öffnete er schon am 21. Februar seinen Straßenverkauf.
Lars Engelhardt vom Kamenzer Café Emilia unter den Fleischbänken freut sich über das schöne Wetter. Deshalb öffnete er schon am 21. Februar seinen Straßenverkauf. © René Plaul

Kamenz. Endlich, endlich! Die Kamenzer überschlagen sich fast mit Lob für ihre zwei Eiscafés in der City. Seit dem letzten Wochenende haben diese ihre Fenster weit geöffnet für die Kunden. Und die kamen in Strömen - vor allem am Sonntag, der auch schon viel Sonne und blauen Himmel parat hielt. Natürlich brav mit Mundschutz und Abstand. Deswegen staute sich die Warteschlange dann durchaus auch schon mal zehn bis 20 Meter.

Endlich wieder mit einem frisch "gezapften" Eis in der Tüte in der Hand spazieren gehen - das haben viele vermisst. In früheren Jahren startete die Eis-Saison meist um einiges später - und nicht unter diesen Bedingungen. "Stehenbleiben und genießen ist natürlich leider noch nicht drin, die Altstadt ist ja aber groß genug. Und wir sehen und hören auch, wie dankbar alle sind", erzählt Lars Engelhardt vom Eiscafé Emilia unter den Kamenzer Fleischbänken.

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Eispreis im "Emilia" trotz Corona stabil

Ein Stück Normalität genießen inmitten der Krisenzeiten, sich etwas gönnen - das ist es, was die Leute in die Altstadt kommen lässt. Vor allem am Wochenende und nachmittags. Deswegen öffnen beide Cafés momentan erst gegen Mittag. "Man merkt, dass viele arbeiten sind unter der Woche. Aber pünktlich zum Feierabend füllt sich die Straße", sagt Lars Engelhardt. "Wir werden natürlich schauen, wie sich das Ganze weiter entwickelt mit den Temperaturen." Ihr Eiscafé in Bischofswerda haben Engelhardts deshalb vorsorglich noch geschlossen. Aber sie sind zuversichtlich.

Glück hatten sie, dass sie bis Weihnachten wenigstens noch ihre Glühwein-Bude auf dem Marktplatz offenhalten konnten. Wenn auch ohne Glühwein, der eigentlich immer der Renner ist. "Jetzt bieten wir zusätzlich zu 15 Sorten selbst gemachtem Eis noch Crêpes und Waffeln an. Wir sind froh, dass wir den Straßenverkauf öffnen dürfen. Das macht wieder richtig Spaß und gibt auch uns ein Stück Hoffnung zurück", sagt Lars Engelhardt. Die gute Nachricht obendrauf: Der Eispreis ist im "Emilia" stabil geblieben!

Lange Schlangen wegen Abstandsregeln

"Da hat man endlich wieder ein Ziel, wenn man spazieren geht. Und irrt nicht sinnlos durch die Stadt. Auch die Kinder lassen sich plötzlich viel schneller überreden, noch eine Runde zu drehen", sagt Kundin Anita Beckmann schmunzelnd. "Und man kann sich die Mittagspause versüßen. Wie hat mir das gefehlt!" Spricht's und bestellt eine Waffel mit Apfelmus plus Kugel Vanille-Eis auf die Hand.

Annekatrin Pieper steht im Café Klostertor am Eis-Fenster. 14 Sorten sind aktuell zu haben plus diverse Eisbecher und Crepes. Seit 20. Februar ist geöffnet, täglich von 12-17 Uhr.
Annekatrin Pieper steht im Café Klostertor am Eis-Fenster. 14 Sorten sind aktuell zu haben plus diverse Eisbecher und Crepes. Seit 20. Februar ist geöffnet, täglich von 12-17 Uhr. © René Plaul

Auch im Klostertor-Café ein paar Straßen weiter brannte am Wochenende sprichwörtlich die Luft. Bis zur Deutschen Bank sollen die Kunden angestanden haben, berichteten Facebook-Nutzer. Was freilich den Abstandsregeln geschuldet ist. Hier gibt es 14 Sorten Eis, ein paar sollen bis zum Sommer noch dazu kommen, und aktuell Crêpes zum Mitnehmen.

"Die Leute strahlen nur so und bedanken sich alle bei uns, dass wir wieder geöffnet haben. Das ist toll, auch für uns nach so langer Schließzeit", freut sich Mitarbeiterin Annekatrin Pieper. Maskenpflicht und Abstand würden freiwillig eingehalten. Hauptsache, es gibt wieder Eis. Hier ist der Kugelpreis leicht gestiegen.

"Harlekin" punktet mit selbst gebackenen Waffeln

In Pulsnitz hat das "Harlekin" seit 23. Februar geöffnet. Mancher hat bedauert, dass das Café am letzten Wochenende noch zu war. "Bei Sonne und ab elf Grad wollen wir täglich 12 bis 17 Uhr Eis verkaufen", heißt es. "Diese Woche sind wir sehr gut gestartet. Wir haben aktuell vier Softeis-Sorten und 17 Sorten beim Streicheis am Start. Unser Highlight sind aber unsere selbst gebackenen Eiswaffeln", sagt Bob Kreutel vom "Harlekin". Das rieche man schon von Weitem. "Und natürlich haben wir auch wieder unsere Eisbecher To Go im Angebot."

Das Pulsnitzer "Café Eiszeit" am Schlossteich hingegen möchte noch ein bisschen abwarten, wie sich die Lage entwickelt. "Spätestens ab dem Osterwochenende öffne ich auch", kündigt Anett Kluhs an. "Wir bitten die Kundschaft, ein bisschen auszuharren!"

Verbot von To-go-Bechern wird bald zum Problem

Neben der Freude über den Beginn der Eissaison treibt die Café-Betreiber allerdings noch ein anderes Thema um: Bald dürfen keine Trinkhalme, Rührstäbchen für den Kaffee, Einweg-Geschirr aus konventionellem Plastik und aus "Bioplastik" sowie To-go-Becher und Einweg-Behälter aus Styropor mehr heraus gegeben werden. Das EU-weite Verkaufsverbot für diese Produkte gilt ab dem 3. Juli 2021.

"Wir müssen sehen, dass wir das Lager bis dahin leer bekommen. Durch Corona hatten wir natürlich nicht so einen riesigen Abverkauf wie sonst und viel davon da", sagt Lars Engelhardt vom "Emilia" in Kamenz. Wie Alternativen aussehen, sei noch unklar.

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