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Kamenz: Woher kommt das Geld für die Schwimmhalle?

Für das marode Hallenbad plant der Kreis einen Neubau, so viel steht fest. Weil viele Fragen dazu aber noch offen sind, macht eine Fraktion im Kreistag jetzt Druck.

Das marode Hallenbad in Kamenz soll durch einen Neubau ersetzt werden. Doch woher das Geld dafür kommen soll, ist noch offen.
Das marode Hallenbad in Kamenz soll durch einen Neubau ersetzt werden. Doch woher das Geld dafür kommen soll, ist noch offen. © René Plaul

Kamenz. In der Kamenzer Schwimmhalle ruht das Wasser seit Monaten still – wegen Corona. Zu still ist es einigen Kreistagsabgeordneten aber offenbar auch um die Planungen für den Neubau geworden, der das marode Hallenbad ersetzen soll. Im zweiten Quartal dieses Jahres sollte die Kreisverwaltung dem Kreistag über den Stand berichten. Das wäre jetzt.

Ralph Büchner von der Linken-Fraktion hat jetzt den Antrag gestellt, dass in der Mai-Sitzung des Kreistages informiert werden soll: „Es fragen ja immer wieder Bürger und Kommunalpolitiker, was los ist.“ So sollte in diesem Frühjahr auch geklärt werden, wie umfangreich der Neubau ausfallen soll. Mit fünf oder sechs Bahnen, mit oder ohne Sauna. In Kamenz war im vorigen Jahr auch der Wunsch geäußert worden, die Anlage für Familien attraktiver zu machen. Und es gab die Idee, zusätzlich auf Stadtkosten ein Außenbecken anzubauen.

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Gerüchte um fehlende Fördermittel

"Gerade bei so einem heiß diskutierten Thema wie der Schwimmhalle Kamenz ist Transparenz gegenüber den Räten und der Bevölkerung oberstes Gebot“, findet Ralph Büchner. Der Zustand der Halle werde ja nicht besser und könne nur noch mit viel Aufwand erhalten werden, schätzt er ein.

Tatsächlich gibt es in Kamenz Gerüchte, dass der Fördermitteltopf, auf den der Landkreis für die Finanzierung der Schwimmhalle gesetzt hatte, nicht mehr zur Verfügung steht und nun fieberhaft nach Lösungen gesucht wird.

Auf Anfrage von Sächsische.de bestätigt das Landratsamt: „Offen ist die Finanzierung des Vorhabens.“ Das Programm zur Sportförderung gebe es aber nach wie vor. Nur wisse man nicht, wie viel Geld drin ist, erklärt Sprecherin Sabine Rötschke. Über mögliche Fördermittel werde "erst nach Verabschiedung des Staatshaushaltes des Freistaates Sachsen für 2021/22 Klarheit herrschen“. Vorher habe die von der Linken geforderte Kreistagsdebatte keinen Sinn.

Zwei Varianten stehen fürs Hallenbad zur Diskussion

Der Landkreis selbst hat für das Vorhaben in seinem aktuellen Haushalt etwa 4,1 Millionen Euro zur Verfügung. Die Kostenschätzung für das Projekt geht von einer Summe zwischen 15,8 und 17,9 Millionen Euro aus - je nach Bau-Variante.

Beschlossen hatte der Kreistag voriges Jahr im Sommer den Neubau des Hallenbades mit dem Schwerpunkt für das Schul- und Vereinsschwimmen. Auf dieser Grundlage, betont die Kreisverwaltung, werde geplant. So seien auch die finanziellen und wirtschaftlichen Prognosen erarbeitet worden. Die Planung werde auf ein Schwimmerbecken mit fünf Bahnen und das Nichtschwimmerbecken ausgerichtet. In der Grundvariante werde auf Attraktions- und Freizeitelemente verzichtet.

Alternativ werde eine zusätzliche Variante betrachtet mit einem größeren Schwimmbecken, das bestimmte Wettkampfbedingungen erfüllt, sowie mit einem „moderaten Saunaangebot“, wie es die Kreisbehörde formuliert. Das heißt: eine finnische Sauna mit angemessenem Sanitär- und Ruhebereich.

Im Sommer soll der Kreistag entscheiden

Die Planungsergebnisse sowie „aussagekräftige Informationen zu Fördermöglichkeiten sollen den Kreisräten bis zum Sommer dieses Jahres vorgestellt werden“, teilt Sprecherin Sabine Rötschke mit. Dann sei über die weitere Art und Weise der Fortführung des Bauvorhabens zu entscheiden.

Bereits Ende März hatte die Kreisverwaltung auf Anfrage von Sächsische.de mitgeteilt, dass im Juli eine Entscheidung fallen soll, welche Variante des Hallenbades weiterverfolgt und geplant wird. Alle weiteren zeitlichen Abläufe - also auch ein Baustart - seien völlig offen.

Dass es - zumindest hinter den Kulissen - nicht so still ist ums Kamenzer Hallenbad, beweist auch dieser Fakt: Der Stadtrat will sich kommende Woche - in nichtöffentlicher Sitzung - mit dem Neubau befassen. Auf der Tagesordnung steht ein "Grundsatzbeschluss zur gemeinsamen Sicherung des Hallenbadstandortes durch den Landkreis Bautzen mit der Stadt Kamenz".

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