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So machen Kamenzer ihre Heimat schöner

Infotafeln an Teichen, neue Bäume und ein Erlebnisrastplatz am Radweg: Das haben Bürger selbst geschaffen - mit Kreativität und Geld aus einem speziellen Fonds.

Wie die Teiche rund um den Kamenzer Ortsteil Cunnersdorf heißen, ist jetzt auf mehreren Tafeln zu lesen. Marlen Bräuer hatte die Idee dafür.
Wie die Teiche rund um den Kamenzer Ortsteil Cunnersdorf heißen, ist jetzt auf mehreren Tafeln zu lesen. Marlen Bräuer hatte die Idee dafür. © Matthias Schumann

Kamenz. Radeln liegt im Trend. Da passt es, dass der Froschradweg im Raum Kamenz attraktiver wird. Was im Vorjahr noch eine Idee von Marlen Bräuer aus dem Ortsteil Cunnersdorf war, hat jetzt Gestalt angenommen. Das erste von zwei Projekten hat sie bereits realisiert. Für beide gab's Geld aus dem sächsischen Mitmachfonds. Das ist ein Wettbewerb, um Ideen von Bürgern zu unterstützen, die Städte und Dörfer attraktiver machen sollen.

Zum Beispiel mit Blick auf den Tourismus, wie es Marlen Bräuer vorhat. Sie habe gar nicht daran geglaubt, dass sie mit ihren Ideen in die Auswahl kommt, sagt sie. Es sei aber auch sehr anstrengend gewesen, alles zu organisieren, zu recherchieren und selbst mit Hand anzulegen. Und das alles neben dem Job. Insgesamt standen der Cunnersdorferin, die früher in Hausdorf wohnte, 10.000 Euro zur Verfügung.

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So stehen jetzt um die Teiche bei Cunnersdorf insgesamt 17 Tafeln. Auf den kleinen erfahren die Passanten etwas zum jeweiligen Teich - dessen Größe und Namen wie Wolfs- oder Köhlerteich.

Wie die Namen der Teiche entstanden sind

Auf den beiden großen Informationswänden steht unter der Überschrift „Schöne Teiche“ Wissenswertes zur Cunnersdorfer Teichgruppe - zur Geschichte, wie die Namen entstanden, zur Tier- und Pflanzenwelt und zur Bewirtschaftung. Das alles hat Marlen Bräuer aus unterschiedlichen Quellen zusammengetragen, aus Literatur zum Beispiel und von lokalen Fachleuten.

Infotafeln erläutern Spaziergängern und Radlern Wissenswertes über das Cunnersdorfer Teichgebiet.
Infotafeln erläutern Spaziergängern und Radlern Wissenswertes über das Cunnersdorfer Teichgebiet. © SZ/'Reiner Hanke

Auf die Idee sei sie gekommen, weil kaum noch einer die alten Teichnamen kenne und die Radtour um die Teiche damit noch interessanter werden könne. Ortsvorsteher Michael Penner erinnert sich, dass auch der Ortschaftsrat beide Ideen richtig gut fand und seine Unterstützung zugesagt hat, zum Beispiel bei Behördensachen.

Das zweite Projekt ist der Erlebnis-Rastplatz in Hausdorf, der auch am Froschradweg liegt. Der Initiator, Walter Ball aus Hausdorf, war im Vorjahr verstorben. Mitstreiterin Marlen Bräuer übernahm daraufhin das Rastplatzprojekt komplett. Das steht nun auch kurz vor dem Abschluss. Damit soll auf den Festplatz wieder ein bisschen Leben kommen. Denn der werde nicht mehr so intensiv genutzt wie früher.

So sind inzwischen vier quadratisch eingefasste Plätze in unterschiedlichen Größen entstanden. Auf einen kommen zwei Sitzgarnituren aus Holz. Der Zweite hat ein Schachbrettmuster bekommen und wird mit Spielsteinen ausgestattet. Dame-Steine aus Baumscheiben in Schwarz und Weiß sind geplant, die zum Brettspiel einladen sollen.

Wie man sich am Rastplatz bald die Zeit vertreiben kann

Die Scheiben sägen fleißige Helfer zu, die das Projekt unterstützen. Sie selbst verpasst ihnen dann den Anstrich in Schwarz und Weiß, erzählt Marlen Bräuer. Auf das kleinste Geviert komme eine umfunktionierte Kabeltrommel als Spieltisch für "Mensch ärgere dich nicht".

Die Figuren werden aus Holzzylindern gesägt und eingefärbt, erklärt die Cunnersdorferin. Die ließen sich auch gut nachfertigen, falls welche abhandenkommen. Aber sie hoffe natürlich und wünsche sich, dass die Anlage gut erhalten bleibt, nichts demoliert oder beschmiert wird. Das gilt für die Tafeln an den Teichen ebenso, damit sich viele Menschen daran erfreuen können. Eine Ladestation für E-Bikes wird den Platz komplettieren.

Der Rastplatz soll Radler zum Verweilen einladen, eine schöne Werbung für die Region, aber auch etwas fürs Dorf sein, ein Treff werden für Einheimische, für junge Leute oder auch den Ortschaftsrat. Auf einen festen Grill habe man leider verzichten müssen. Aus Gründen des Brandschutzes habe die Kamenzer Stadtverwaltung das abgelehnt, sagt Ortsvorsteher Michael Penner.

Natürlich habe sie auch lokale Firmen eingebunden, so Marlen Bräuer, sonst wäre das nicht zu schaffen gewesen. Für den Tiefbau zum Beispiel oder die Metallrahmen der Tafeln und auch die Herstellung der Tafeln selbst. Dafür sei ja auch das Geld aus dem Förderfonds geflossen.

Obstbäume und Sträucher für Mini-Ortsteil Rohrbach

Gleich in der Nähe wurde noch ein Kamenzer Mitmach-Prokjekt realisiert, ebenfalls an einem Radweg gelegen, an der Heidetour. Der Heimatverein im Kamenzer Ortsteil Rohrbach hat die Jury des Mitmachfonds mit einer Baumpflanzaktion überzeugt. Sandra Jurke aus dem Ort erklärt: „Wir sind ja ein sehr kleines Dorf mit 15 Häusern. Die Idee war, etwas zusammen zu machen.“ Für 4.800 Euro wurden um die 50 Bäume und Sträucher gepflanzt. Vor allem auch alte Obstorten und schon ordentlich große Bäume. Zwei Bänke kommen noch zum Verweilen dazu.

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Die in Hausdorf bekommen gerade den letzten Schliff. Marlen Bräuer ist selbst beim Hobeln und Schleifen der Bohlen, denn das Handwerkliche liege ihr durchaus, sagt sie. Zusammengebaut werden Tische und Bänke dann gemeinsam mit Helfern. Die anfängliche Sorge, sich übernommen zu haben, sei inzwischen der Erleichterung gewichen, dass nun bald alles geschafft ist. Ideen hätte sie noch viele, sagt Marlen Bräuer. Die müssen aber warten, bis sie in Rente geht.

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