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Kamenz: Holzwerkstube zieht in die Altstadt

Katja Morenz hat ein altes Haus gekauft, in dem es noch einiges zu tun gibt. Doch Laden und Werkstatt können schon bald starten - mit neuen Angeboten.

Katja Morenz zieht mit "Knopf's Holzwerkstube" in die Kamenzer Altstadt - und baut nebenbei ein altes Haus um.
Katja Morenz zieht mit "Knopf's Holzwerkstube" in die Kamenzer Altstadt - und baut nebenbei ein altes Haus um. © Matthias Schumann

Kamenz.  Selbst ist die Frau: Katja Morenz  kann es noch immer nicht ganz glauben - dieses Altstadthaus gehört nun wirklich ihr. Seit einigen Wochen ist sie stolze Besitzerin des Objektes an der Hoyerswerdaer Straße 1 in Kamenz. Und sie verlagert damit auch ihren geschäftlichen  Lebensmittelpunkt, ihre beliebte Holzwerkstube,  hierher.

Die 42-Jährige steht am Fenster  ihres künftigen Büros und schaut auf die Kreuzung zur Bautzner Straße. Lichtdurchflutet ist das Arbeitszimmer um die Mittagszeit.  Die ehemalige Gaststätte "Zum Echten" befindet sich vis-à-vis. Der Verkehr rollt übers mittelalterliche Pflaster. Hier beginnt die City, hier ist Bewegung.

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Mit Kreuzungen kennt sie sich aus. Bislang  war ihre Holzwerkstube direkt am größten Verkehrsknotenpunkt von Kamenz  untergebracht. "Es lebte sich auch nicht schlecht an der Oststraße", sagt Katja Morenz. Aber alles habe seine Zeit. Und das Leben sei Veränderung.

Als Katja Morenz auf dem Dachboden die alten Adlerschießen-Relikte aus Holz von 1956 fand, war das ein letztes Zeichen für sie: Ich will dieses Haus haben!
Als Katja Morenz auf dem Dachboden die alten Adlerschießen-Relikte aus Holz von 1956 fand, war das ein letztes Zeichen für sie: Ich will dieses Haus haben! © Matthias Schumann

Wie viel Veränderung es am Ende werden würde, das wusste die Kamenzerin  vor einem Jahr noch nicht. Schon damals stand fest: Sie braucht ein neues Domizil.  Laufkundschaft gab es hier kaum bis selten. Für einen Laden eher kontraproduktiv auf die Dauer. "Ich habe erst einmal nach Mietobjekten geschaut, aber der Wunsch nach etwas Eigenem überwog", sagt sie. Ein bisschen hatte sie damit ihre Altersabsicherung im Kopf. Für sich und ihren Hund Danny, den sie liebevoll Mausbeere nennt, suchte sie ein beschauliches Refugium. "Ich habe mir einiges angeschaut, überall nachgefragt. Wäre auch an den Stadtrand gezogen. Zum Beispiel hatte ich die alte Rettungswache an der Güterbahnhofstraße im Visier. Aber das gestaltete sich alles schwierig", erzählt sie.

Voraussetzung war viel Platz. Platz für ihre Holzwerkstatt, für ihren Vintage-Laden mit allerlei Selbstgemachtem. Für die Kindergeburtstage und die kleinen Workshops, die sie seit Jahren anbietet. Platz für Werkzeuge und Gerätschaften. Und für eine Wohnung, die sie sich selber ausbauen könnte. Am besten mit ein bisschen Grün hinterm Haus. Im Frühjahr wurde sie fündig. "Mein Hund zog mich auf einer abendlichen Runde genau vor dieses Haus. Eigentlich wollte ich anderswo abbiegen.  Das Schild 'Haus mit großem Garten zu verkaufen' habe ich fotografiert und ein paar Tage später einfach angerufen", erinnert sie sich. Der Anfang vom Glück.

Hier standen die zwei dazu gehörigen Läden mit großen Schaufenstern schon über Jahre leer. Und es hatten sich keine neuen Mieter für die beiden Gewerbeeinheiten gefunden. Schnell kam es zu einem Besichtigungstermin mit dem Makler. "Ich wusste sofort: Dieses Haus muss ich unbedingt haben", sagt Katja Morenz heute. Auch wenn es nach viel Arbeit aussah. Und erheblichen Ausgaben. Doch am Ende  passte  alles. "Ich denke heute noch manchmal: Hoffentlich ist das alles nicht nur ein Traum", sagt sie.

"Ich entdecke immer noch täglich allerhand Dinge im Haus", berichtet Katja Morenz. Unter anderem fand sie dieses Bild.
"Ich entdecke immer noch täglich allerhand Dinge im Haus", berichtet Katja Morenz. Unter anderem fand sie dieses Bild. © Matthias Schumann

Seit ein paar Wochen ist  aber alles unter Dach und Fach. Und die Geschäftsfrau werkelt bereits in den Räumen.  Auch ihre Wohnung in der ersten Etage nimmt Gestalt an.  "Ich habe Zeit, saniere vieles allein. Nur das Dach muss irgendwann erneuert werden." Und die Geschäftsräume unten sind auf Vordermann zu bringen. Das meiste ist schon geschehen.

Ihre kreative Holzwerkstube läuft seit 2013 in  Kamenz mit Erfolg. 2017 kam ein alternativer Laden mit Kreativraum an der Oststraße dazu. "Selbst zu Coronazeiten gab es immer zu tun. Als das Leben wieder anlief, ging es los mit Buchungen für Feierlichkeiten, Hochzeiten, Kindergeburtstage", erzählt die 42-Jährige. Katja Morenz kümmert sich auf Nachfrage um die kleinen Partygäste, damit diese sich nicht langweilen auf den Feiern. Nebenbei hat sie während der Krise in Tischlereien gejobbt. Eigentlich ist sie gelernte Keramikmalerin, aber im Holzbereich fühlt sie sich mittlerweile wohler. 

"Ich habe im neuen Domizil alle Möglichkeiten, neue Ideen zu verwirklichen. Wenn Workshops und Kindergeburtstage gebucht werden, sitzen wir alle künftig zusammen im Schaufenster", sagt sie.  "Mich freut es auch, dass ich näher an die Altstadt rücke", sagt sie. Erste Kontakte in der Nachbarschaft hat sie geknüpft.  Und die Neueröffnung lässt nicht lange auf sich warten: Ab 5. Oktober läuft eine Eröffnungswoche  mit Aktionen, Buchungsrabatten, Glücksrad und vielem mehr. "Knopf's Holzwerkstube" ist endlich angekommen.

Auch viel Hinterland gibt es im neuen Haus von Katja Morenz. Vierbeiner Danny, dem polnischen Tierheimhund, gefällt das besonders gut.
Auch viel Hinterland gibt es im neuen Haus von Katja Morenz. Vierbeiner Danny, dem polnischen Tierheimhund, gefällt das besonders gut. © Matthias Schumann

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