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Kamenz

Kamenz: Nikolaus kommt im Karate-Anzug

Trotz Corona-Auflagen hält der Sportverein Tomogara Kontakt zu seinen Mitgliedern – mit Onlinetraining und Überraschungsbesuch.

Jan Geppert (r.) und Jens Skarupski vom Tomogara-Vorstand ließen es sich nicht nehmen, ihre kleinen Mitglieder persönlich am Nikolaustag zu bescheren.
Jan Geppert (r.) und Jens Skarupski vom Tomogara-Vorstand ließen es sich nicht nehmen, ihre kleinen Mitglieder persönlich am Nikolaustag zu bescheren. © PR: Verein / Geppert

Kamenz. Am Nikolaustag 1990 wurde der Kamenzer Sport- und Freizeitverein Tomogara aus der Taufe gehoben. In einem normalen Jahr hätte es jetzt eine große Jubiläums-Weihnachtsfeier gegeben – mit Bescherung, Spielen und fröhlichem Lachen. Geplant war einiges. "Wir wollten das komplette Wochenende feiern, hatten vor Wochen beim Gesundheitsamt nachgehakt, unter welchen Bedingungen das möglich gewesen wäre. Uns schwebte ein kleiner Weihnachtsmarkt vor", erzählt Jan Geppert, einer der Geschäftsführer des Vereins.

Alle hätten ihre roten Mützen aufgezogen. Und das Leben und ihre Liebe zum Sport gefeiert. Doch die Corona-Infektionszahlen stiegen und die Regeln wurden verschärft. Der 30. Geburtstag muss also warten.

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Dennoch hatten viele der Karate-Kids am Sonntag ihre roten Mützen aufgesetzt. Und sich die Nasen am Fenster zu Hause platt gedrückt. Um zu sehen, wann endlich das Auto mit den beiden "Tomogara-Nikoläusen" Jens Skarupski und Jan Geppert um die Ecke biegt. Diese ließen es sich trotz aller Widrigkeiten nämlich nicht nehmen, etwas Freude direkt vor die Türen ihrer jungen Mitglieder zu bringen. "Es war vor allem eine Geste für das Gemüt, eine Streicheleinheit für die Seele. Und die strahlenden Kindergesichter haben uns hundertfach für die Mühe entschädigt", so Geppert. Selbstverständlich wurden dabei alle Hygieneauflagen beachtet.

Geschenke für 40 Familien ausgeliefert

Über 30 Adressen fuhren die Zwei am 6. Dezember in vier Stunden mit dem Tomogara-Mobil an. Zehn weitere Geschenke wurden nach Bautzen, Königswartha und Bischofswerda im Vorhinein verschickt. "Die Eltern hatten das anmelden können. Eigentlich wollten wir bis kurz vor knapp einen Nikolaus-Drive-In vor dem Zentrum veranstalten, aber das haben wir lieber sein lassen", so Geppert.

Die Kinder wären mit ihren Eltern im Auto aufs Gelände gerollt und hätten auf dem Beifahrersitz am Fenster mit dem Nikolaus kommunizieren können. "Aber mit den neuen Ausgangsbeschränkungen ging auch das nicht mehr", so Jan Geppert.

Online-Training mit Erfolg angelaufen

Dass der Verein erfinderisch ist, hat er in den 30 Jahren mehr als einmal bewiesen. Auch deshalb erfreut er sich großer Beliebtheit. Zurzeit trainiert man Hunderte Mitglieder über das Internet. "Wir hätten nie gedacht, dass wir das mal tun, doch momentan ist es das einzige was wir anbieten können. Und es macht vor allem Spaß", so Jan Geppert.

Im früheren Haus der Armee – heute Sitz der AOK – trafen sich 1990 immerhin 42 Leute, um den Verein zu gründen. Heute sind es über 700 Mitglieder. "Der häufigsten Satz, den wir hörten war: Das geht so nicht! Sei es in den Strukturen, in Gruppengröße, im Bereich der freien Jugendarbeit bis hin zur Beitragsgestaltung. So ein Satz gilt aber nur so lange, bis einer kommt und es einfach macht", so Jan Geppert. "Das Herz lacht besonders, wenn man sieht, wie viele Kinder von damals heute ihre Kinder ins Training bringen. Die verbliebenen Kämpfer aus den Gründerjahren blicken nicht ohne Stolz auf das, was aus der Gruppe geworden ist!"

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