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Zerstörte Scheibe in Kamenz: Was ein Zeuge gesehen hat

An der Bautzener Straße ist schon länger ein Schaufenster kaputt. Ein Nachbar kritisiert, dass sich nichts tut. Jetzt will die Stadt handeln. Und die Polizei ermittelt.

Dieter Nowak aus Kamenz bereitet die zerstörte Schaufensterscheibe an der Bautzner Straße Sorgen. Die Stadt will jetzt handeln - und auch die Polizei ermittelt.
Dieter Nowak aus Kamenz bereitet die zerstörte Schaufensterscheibe an der Bautzner Straße Sorgen. Die Stadt will jetzt handeln - und auch die Polizei ermittelt. © Matthias Schumann

Kamenz. Zu der zerstörten Schaufensterscheibe am Haus Bautzener Straße 24 in Kamenz liegt auch der Polizei eine Anzeige vor. Wie Sächsische.de jetzt von der Polizei erfuhr, habe ein Zeuge eine männliche schwarz gekleidete Gestalt beobachtet, die nach der Tat flüchtete. Die Polizei habe aber bisher keinen Täter ermitteln können.

Im Kamenzer Rathaus war die kaputte Scheibe am 9. März angezeigt worden. Zwischenzeitlich wurde die zersplitterte Scheibe teilweise gesichert. Nach wie vor klafft aber ein großes Loch. Das alles ist für Dieter Nowak, den direkten Nachbarn in der Bautzener Straße 26, nicht nur eine Frage des Stadtbildes. Der Schandfleck im Stadtzentrum bereitet ihm noch aus einem anderen Grund Sorge.

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Der Kamenzer vermutet, dass der Schaden beim Ausräumen der Weihnachtsdekoration oder durch Vandalismus geschehen sein muss: „Die Scheibe wurde zwar durch Spanplatten abgedeckt, aber leider nur zu zwei Dritteln. Die Ausstellungsfläche ist zu allem Entsetzen auch noch mit Stroh ausgelegt.“ Das sei im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährlich: „Durch mehrere Hinweise aus der Bevölkerung wurden meine Bedenken noch verstärkt, dass hier höchste Brandgefahr besteht.“ Schon eine glimmende Zigarette, die jemand durch das Loch schnippt, oder ein hineingeworfener Feuerwerkskörper könnten verheerende Folgen haben.

Erinnerungen an ein verheerendes Feuer

Dieter Nowak fürchtet als Eigentümer des Nachbargrundstücks, Opfer eines Brandes zu werden. Durch das Feuer und das Löschwasser "ist davon auszugehen, dass mein Grundstück teils oder völlig zerstört wird und damit unbewohnbar“. Diese Gedanken bewegen den Kamenzer aus einem ganz bestimmten Grund: Er erinnert an ein Feuer vor einigen Jahren, das nur unweit entfernt auf dem Anger 18 das komplette Wohnhaus verwüstete. Auch am Nachbarhaus seien „unvorstellbare Schäden“ zu beklagen gewesen.

Mit der Weihnachtsdeko eines Kunsthandwerkers, wie von Nowak vermutet, hatte der Scherbenhaufen nach neusten Informationen von Sächsische.de nichts zu tun. Der Mann sorgte aber zumindest für die erste Sicherung des Schaufensters. Außerdem wolle er jetzt noch das verbliebene Stroh entfernen, sicherte er inzwischen zu.

Weil das betreffende Gebäude an der Bautzner Straße leer steht, sei ihm geraten worden, den Fall anzuzeigen, sagt Nachbar Dieter Nowak. Er habe das Ordnungsamt schriftlich unterrichtet und später mündlich noch einen Mitarbeiter der Behörde über die demolierte Schaufensterscheibe informiert: „Er versprach mir, sich persönlich darum zu kümmern.“ Aber es seien inzwischen Wochen vergangen und der Zustand unverändert.

Er sei gezwungen, seine Wohngebäudeversicherung aufzustocken. Nun droht er, die Mehrkosten der Stadt in Rechnung zu stellen, wenn sich nichts tut. Sei denn aus früheren Fehlern nicht gelernt worden, fragt Nowak und schlägt gleich vor: Zwei Mitarbeiter der städtischen Kommunalen Dienste könnten das mit einer Spanplatte und einem Akku-Schrauber ruckzuck erledigen.

Er hoffe doch, dass der Schaden nun zeitnah behoben werde, um Schlimmeres zu verhüten: „Die Sorgen sind nicht nur finanziell, sondern auch psychisch kaum zu ertragen.“

Stadt fordert Eigentümer zum Handeln auf

Ganz so einfach wird es doch nicht sein, aber es tut sich etwas. „Das Haus und das Grundstück sind in Privatbesitz“, sagt Stadtsprecher Thomas Käppler. Nach der Anzeige im März hätten sich Rathausmitarbeiter die Situation angesehen und die bisher bekannten Eigentümer aufgefordert, das Schaufester komplett zu verschließen. Sie sollten dafür sorgen, „dass keine Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit besteht“, so Thomas Käppler. Es tat sich allerdings nichts.

Ermittlungen ergaben inzwischen, dass der jetzige Eigentümer im Ausland lebt. Der hat nun bis Mitte nächster Woche Zeit, um zu reagieren und das Schaufenster zu schließen oder am besten neu zu verglasen und das Geschäft zu beleben.

Sollte nichts passieren, werde die Stadt selbst Handwerker beauftragen und dem Eigentümer die Arbeiten in Rechnung stellen. Damit Dieter Nowak wieder ruhig schlafen kann.

Der Beitrag wurde am 27. April 2021, 20.45 Uhr, aktualisiert.

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