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Kamenzerin betrogen - Polizei warnt vor neuer Masche

Eine Seniorin hat viel Geld an Unbekannte überwiesen in dem Glauben, damit bei der Festnahme von Tätern zu helfen. Doch sie wurde selbst Opfer.

Mit einer neuen Masche ist es Telefonbetrügern jetzt in Kamenz gelungen, einen Frau viel Geld abzunehmen.
Mit einer neuen Masche ist es Telefonbetrügern jetzt in Kamenz gelungen, einen Frau viel Geld abzunehmen. © Symbolfoto: dpa/Sebastian Gallnow

Kamenz. Eine Frau aus Kamenz ist jetzt Opfer von Betrügern geworden. Dazu berichtet Anja Leuschner von der Pressestelle der Polizeidirektion Görlitz: Am Mittwoch klingelte das Telefon der Seniorin. Ein Mann gab sich als Vertreter der Staatsanwaltschaft aus. Er berichtete davon, Tätern auf der Spur zu sein und fragte, ob die 81-Jährige in letzter Zeit Opfer von Einbrechern gewesen sei, ob Handwerker oder ein Pflegedienste bei ihr waren. Dann verband er die Kamenzerin mit seiner angeblichen Vorgesetzten.

Diese Frau behauptete, schon einige Täter verhaftet zu haben. Andere wären aber noch auf der Flucht. Dabei hätten sie ein Notizbuch verloren, in dem persönliche Daten der 81-Jährigen stünden, darunter Adresse, Kontonummer und Informationen darüber, wann sie ihre Wohnung verlässt. Schließlich überredete die Anruferin die Frau dazu, die Ermittlungen mit der Überweisung von 8.000 Euro auf ein türkisches Konto zu unterstützen.

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Per App Höchstgrenze für Abbuchungen umgangen

Die Betrügerin erklärte, dass das Geld die Täter in eine Falle locken solle und versicherte der Kamenzerin, dass sie es am nächsten Tag zurück erhalte. Die Anruferin drängte die Seniorin außerdem dazu, eine App auf ihrem Computer zu installieren – mit der Begründung, dass die Täter so gefasst werden könnten, sobald sie den Betrag abheben. Auf diese Weise gelang es der Täterin, die tägliche Höchstgrenze für Abbuchungen zu umgehen.

Am Donnerstag erhielt die Seniorin erneut einen Anruf, in dessen Verlauf die Betrügerin die Frau aufforderte, die gleiche Überweisung noch einmal zu tätigen. Dies lehnte die Betrogene jedoch ab.

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Inzwischen hat die Kamenzerin ihr Konto sperren lassen, und ihre Bank versucht, den Betrag zurückzubuchen. Die Kriminalpolizei ermittelt und warnt vor dieser neuen Masche. Sie rät: Geben Sie am Telefon keine sensiblen Daten, wie beispielsweise Kontonummern heraus. Installieren Sie auf telefonische Anweisungen hin nie Apps auf Ihren Geräten. Lassen Sie sich nicht zu Überweisungen oder Geldübergaben überreden. Polizei und Staatsanwaltschaft würden nie Geld von Bürgern fordern, um Täter in eine Falle zu locken. (SZ)

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