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Kamenz: So läuft's ohne Forstfest auf dem Rummel

Zum zweiten Mal gibt es kein Forstfest - aber Fahrgeschäfte, und das sogar zehn Tage lang. Eine Verlängerung wünschen sich die Schausteller auch in Zukunft.

Kein Rummel im Kamenzer Forst ohne Riesenrad: Über 30 Schausteller erwarten noch bis Sonntagabend Gäste. Die Resonanz ist bislang gut.
Kein Rummel im Kamenzer Forst ohne Riesenrad: Über 30 Schausteller erwarten noch bis Sonntagabend Gäste. Die Resonanz ist bislang gut. © René Plaul

Kamenz. Sirenengeräusche, lautes Piepen, überall flackern Lichter zwischen den Bäumen im Kamenzer Stadtwald. Lautsprecherdurchsagen, lautes Gekreische. Würde es nicht nebenbei so herrlich verführerisch nach frischen Waffeln, Hotdog, Zuckerwatte und Burger riechen - man könnte fast Schlimmes denken. Es sind aber nur die vertrauten Geräusche des Forstfestplatzes, die bis tief in die Nacht an die Ohren der Anwohner dringen.

Das Forstfest selbst fällt zum zweiten Mal in Folge aus. Gerade als Sachsens größtem Schul- und Heimatfest im März 2020 der Titel "Immaterielles Weltkulturerbe" verliehen wurde, schob die Corona-Pandemie dem Ganzen einen Riegel vor. Doch für das kommende Jahr ist die Stadt optimistisch.

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Nichtsdestotrotz gibt es um die Forstfestzeit neben verschiedenen kleineren Aktivitäten und dem Stadtfest seit 20. August einen Rummel in der Stadt. Im vorigen Jahr zeichnete der Dresdner Schaustellerverband dafür verantwortlich. Diesmal haben sich zwei Schausteller zusammengetan. Thomas Bachmann und Michael Gruhl sind seit Jahrzehnten in der Lessingstadt dabei. Bachmann ist Schausteller in sechster Generation und kennt den Forst schon seit Kindesbeinen an.

Am Dienstagnachmittag zeigte er sich zufrieden mit der Resonanz auf den Familientag. Nach einem sehr guten Eröffnungswochenende war "der Dienstag für uns ein Höhepunkt", so Thomas Bachmann. "Man sieht an den zufriedenen Menschen im Forst, dass wir einiges richtig gemacht haben müssen."

Sicherlich gebe es die ein oder andere Kritik, vor allem weil der Festplatz nicht so groß ist wie in normalen Jahren. Dies liege aber vor allem daran, dass die Genussmeile in Richtung Pavillon erneut nicht aufgebaut wurde. Dort stehen sonst die großen Festzelte, in denen Partys laufen. Doch das sei unter Corona-Bedingungen nicht durchführbar.

Familientag und Feuerwerk als Höhepunkt

Bachmann und Gruhl sind dennoch zufrieden. Mehr als 30 Schausteller haben sich ihnen angeschlossen, um dem Kamenzer Publikum zehn Tage lang Freude zu bringen. "Man merkt, dass die Menschen ausgehungert sind und sich nach Abwechslung sehnen", sagt Thomas Bachmann. "Für uns wäre die Verlängerung des Forstfestes auf zehn Tage auch in den kommenden Jahren nützlich."

Am Dienstagnachmittag war Familientag im Kamenzer Forst. Das zog sehr viele Besucher an. Der Schaustellerpark war ziemlich voll.
Am Dienstagnachmittag war Familientag im Kamenzer Forst. Das zog sehr viele Besucher an. Der Schaustellerpark war ziemlich voll. © Ina Förster

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Der Rummel im Kamenzer Forst läuft noch bis 29. August. Kinder bis zwölf Jahre haben freien Eintritt, ansonsten zahlt jeder Besucher einen Euro Hygiene-Pauschale.

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