merken
Kamenz

Kamenz hilft Flutopfern

Die Stadt spendet 21.000 Euro, um die Folgen der Hochwasserkatastrophe vom Sommer zu lindern. Wie sich die Summe zusammensetzt und wohin das Geld geht.

Das Foto entstand bei einer Reportage von Sächsische.de aus dem Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz. Dort waren zu dem Zeitpunkt auch Rettungskräfte aus Sachsen im Einsatz.
Das Foto entstand bei einer Reportage von Sächsische.de aus dem Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz. Dort waren zu dem Zeitpunkt auch Rettungskräfte aus Sachsen im Einsatz. © Franziska Klemenz

Kamenz. Die Stadt Kamenz spendet 21.000 Euro für die Opfer der Hochwasserkatastrophe im zurückliegenden Sommer. Bereits im August hatte der Stadtrat darüber diskutiert. Jetzt fiel die Entscheidung.

Im Sommer hatten sich Stadträte auch dafür ausgesprochen, die Hilfe möglichst konkret und greifbar zu gestalten. Also, nicht nur in den großen Topf eines Bundeslandes zu spenden, sondern zum Beispiel an eine besonders schwer betroffene Gemeinde. Außerdem hatte die AfD-Fraktion darauf hingewiesen, dass es auch in Ostsachsen Flutschäden gegeben hatte.

Anzeige
Bedrohte Kletterkünstler
Bedrohte Kletterkünstler

Kleine Pandas ziehen sich gern in Baumkronen zurück und werden auch Katzenbären genannt.

Inzwischen setzte sich die Stadt mit den betroffenen Bundesländern am Rhein in Verbindung. Die hätten sich erfreut gezeigt über die angekündigte Unterstützung, so Stadtsprecher Thomas Käppler. In Nordrhein-Westfalen sei die Idee gut angekommen, eine Kommune oder ein bestimmtes Projekt zu benennen. Das erfordere allerdings etwas Zeit. Kamenz werde die nötigen Informationen erhalten, wo die Spende hingehen kann. Aus Rheinland-Pfalz kam die Nachricht, dass ein solcher konkreter Zweck derzeit nicht benannt werden könne.

Das habe mit der schwierigen Situation nach der Katastrophe zu tun. So laufe nach wie vor noch die Ermittlung der Schäden. Das Innenministerium bat darum, das vorhandene zentrale Konto von Rheinland-Pfalz zu nutzen. Von dort werde das Geld - basierend auf geprüften Schäden und der Hilfebedürftigkeit - verteilt. Der Bürgermeister der Kamenzer Partnerstadt Alzey in Rheinland-Pfalz habe ebenfalls dieses Verfahren empfohlen.

Spendengeld neu aufgeteilt

Erneut eine Rolle spielte auch der Vorschlag von Stadträtin Cordula Gneuß (AfD), die Flutschäden in Sachsen, insbesondere in der Oberlausitz, zu berücksichtigen. So sprach sich der Stadtrat dafür aus, zumindest einen kleineren Betrag von der Summe dafür bereitzustellen. Damit werden die 21.000 Euro nun so verteilt: Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz erhalten jeweils 9.000 Euro. 3.000 Euro gehen in die Oberlausitz. Hier muss der Finanzausschuss noch entscheiden, wer die Spende erhalten soll.

Von der Gesamtsumme kommen 12.500 Euro aus der Stadtkasse. Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer eröffnen der Stadt diesen Spielraum. 7.500 Euro gibt die Städtische Wohnungs-Gesellschaft SWG dazu. 750 Euro sammelte die Fraktion Stadt-Land-Frau, und OB Roland Dantz (parteilos) stockte den Betrag auf 1.000 Euro auf.

Er hatte Ende Juli die Bürger aufgerufen, für die Opfer der Flutkatastrophe zu spenden, und angekündigt, dass sich auch die Stadt und die SWG an der Hilfe beteiligen werden, was nun passiert.

Hintergrund für die Spende ist auch die Erinnerung an die Flutkatastrophe 2002 in Sachsen. Damals hatten der Freistaat eine unglaublich große Solidarität erfahren. Davon etwas zurückzugeben, ist einer der Gründe für den Spendenbeschluss.

Mehr zum Thema Kamenz