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Kamenz bekommt einen Tannenbaum-Parcours

Corona macht es den Städten schwer, den Advent zu zelebrieren. In der Lessingstadt ist man aber erfinderisch.

Planen einen Tannenbaum-Parcours für Kamenz: City-Managerin Anne Hasselbach (r.) und Stadtgärtnerei-Chefin Manuela Rutkowsky
Planen einen Tannenbaum-Parcours für Kamenz: City-Managerin Anne Hasselbach (r.) und Stadtgärtnerei-Chefin Manuela Rutkowsky © Matthias Schumann

Kamenz. Advent bedeutet in Kamenz im Normalfall märchenhaftes Advents-Spectaculum, Engelparade, kleine Einkaufsaktionen und Hosianna-Singen am Heiligabend. Doch in diesem Jahr sind mittlerweile alle Aussichten auf eine anheimelnde Vorweihnachtszeit auf ein Minimum geschrumpft. Die Corona-Krise ist allgegenwärtig. Und kaum einer hat Hoffnung auf Normalität.

In Kamenz grübelt City-Managerin Anne Hasselbach deshalb seit Wochen, wie man unter den gegebenen Corona-Regelungen doch noch etwas Flair in die Stadt zaubern könnte. Fest steht, dass die Weihnachtstanne traditionell am Montag nach dem Totensonntag auf dem Markt eintreffen wird. Und der Glühwein- und Naschstand des Cafés Emilia zieht dort bereits seit Tagen Kunden an. Auch die Mitglieder der "Offenen Gartenpforte" planen die weihnachtliche Gestaltung des Andreasbrunnens. Doch reicht das, um Stimmung aufkommen zu lassen?

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Am Anfang stand die Labyrinth-Idee

"Wir haben in diesem Jahr das Problem, dass durch die aktuelle Situation gar nichts mehr stattfinden kann. Ich konnte ein paar Nächte nicht schlafen, denn so sang- und klanglos kann man die Adventszeit nicht vorbeiziehen lassen", meint Anne Hasselbach. So hatte die City-Managerin die Idee, ein großes Weihnachtsbaum-Labyrinth auf dem Schulplatz aufzubauen.

Mit der Stadt nahm sie Kontakt auf, bekam das Okay dafür. "Es wäre eine corona-gerechte Alternative gewesen, weil man in einem Labyrinth einen vorgegebenen Weg beschreitet und sich die Besucher nicht begegnen. Und man wäre an der frischen Luft." Es ging darum, eine corona-gerechte Variante zu finden, damit Kamenzer und Gäste einen weiteren Grund haben, in die Altstadt zu kommen. Auch den Geschäften würde das guttun. "Es ging um eine Variante, die das Gesundheitsamt gestattet", sagt die City-Managerin. "Wir waren auch schon an der Ausgestaltung der Idee. Doch die jüngsten Entwicklungen haben uns wieder einen Riegel vorgeschoben", bedauert Anne Hasselbach.

Ein Anruf am Montagmorgen beim Gesundheitsamt brachte Gewissheit: Das Amt riet dringend von der weiteren Labyrinth-Planung ab. Hintergrund sind die verschärften Kontaktbeschränkungen und die ungewisse Entwicklung in den nächsten Wochen. "Doch wir haben uns nett darüber verständigt, was möglich wäre. Dabei kamen wir auf den Punkt, dass statt eines Labyrinths ein weitgezogener Weihnachtsbaum-Parcours möglich ist - aufgefächert auf die gesamte Altstadt", erklärt Anne Hasselbach.

Bereits zum Forstfest im August hatte Kamenz für Furore mit einem solchen interaktiven Parcours gesorgt. Viele Gäste aus nah und fern nutzen dieses Angebot. Warum das Ganze also nicht auf Weihnachten ummünzen?

Baumpaten zum Schmücken gesucht

Gesagt, getan. Innerhalb von ein paar Tagen bildete sich eine Arbeitsgruppe aus Stadtgärtnerei, Bao GmbH, City-Management, Landschaftsgärtnerin Almuth Dietze, Stadtwerkstatt und Stadtarchiv. Und nun rauchen die Köpfe. "Das Dominierende werden natürlich die 100 Weihnachtsbäume sein, die wir aus dem Stadtwald bekommen", erklärt Anne Hasselbach. Diese sollen von Kamenzern selbst, von Vereinen, Kirchgemeinden, Kindergärten, Schulen, Sportgruppen, Freundeskreisen, Geschäftsinhabern oder Familien geschmückt werden.

"Wie der Baum am Ende aussieht - ob rustikal, öko, retro, farbenfroh, modern oder themenbezogen -, ist dabei egal. Wir werben in den nächsten Tagen intensiv um Baumpatenschaften", sagt die Chefin der Stadtgärtnerei Manuela Rutkowsky. "Und wenn nicht alle 100 Bäumchen bis zum ersten Advent fertig werden, ist das auch nicht schlimm. So ein Weihnachtswald kann ja wachsen", sagt sie.

Weihnachtsmannstube und Engelfenster angedacht

Obendrein wird an Interaktionen gearbeitet. Unter anderem ist eine Weihnachtsmannstube mit Wunschbriefkasten geplant, ein kleiner Märchenmarkt, ein Engelsfenster und ein illuminierter Weihnachtsstern aus Bauzäunen. Auch die Idee eines Schrottwichtel-Automatens kam auf.

Viele Mitstreiter hat Anne Hasselbach in der Kürze der Zeit gewonnen. "Gerade jetzt, wo alles schwierig ist, werden eben trotzdem gute Ideen geboren", ist sie sich sicher. Natürlich müsse alles auf Herz und Nieren geprüft werden.

Das ursprünglich geplante Tannen-Labyrinth jedoch wird auf nächstes Jahr vertagt. Das wäre ein zusätzlicher Höhepunkt in der Kamenzer Adventszeit 2021. "Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes waren jedenfalls grundsätzlich begeistert von der Idee! Das hat mich bestärkt, hier dranzubleiben", sagt Anne Hasselbach. Hilfe bekommt sie dann sicherlich auch von Andreas Oschika vom Caritas-Verband. Er hatte die Labyrinth-Idee schon einmal für ein anderes Projekt im Detail entwickelt - und gab die Steilvorlage.

Die Idee für das Tannenbaum-Labyrinth, das auf dem Schulplatz in Kamenz Platz finden sollte, verschiebt Citymanagerin Anne Hasselbach nun ins nächste Jahr.
Die Idee für das Tannenbaum-Labyrinth, das auf dem Schulplatz in Kamenz Platz finden sollte, verschiebt Citymanagerin Anne Hasselbach nun ins nächste Jahr. © Matthias Schumann

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