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So rettet Kamenz den Advent

Vorweihnachtliche Aktionen mussten wegen Corona abgesagt werden. Die Stadt plante deshalb einen Tannenbaum-Parcours. Was es damit auf sich hat.

Der Tannenbaum-Parcours wächst täglich. Pilgerin Kerstin Boden (l.) stiftete mit ihrer Handarbeitstruppe den außergewöhnlichen Hingucker auf dem Saumarkt. Plan B.-Chefin Diana Heinrich freut sich darüber.
Der Tannenbaum-Parcours wächst täglich. Pilgerin Kerstin Boden (l.) stiftete mit ihrer Handarbeitstruppe den außergewöhnlichen Hingucker auf dem Saumarkt. Plan B.-Chefin Diana Heinrich freut sich darüber. © Ina Förster

Kamenz. Die Lessingstadt hat in diesem Advent einen coronakonformen Tannenbaum-Parcours kreiert. Da alle anderen vorweihnachtlichen Aktionen abgesagt werden mussten, machten sich die Kamenzer eigene Gedanken, wie man zusätzliches Adventsflair in die Stadt bringen kann.

Mittlerweile spaziert man in der Altstadt an einhundert Tannen aus dem Stadtwald entlang. "Der Rundgang ist kurzfristig initiiert worden und einige Dinge brauchen Zeit. Es ist eine Sache, die über die Adventswochen wachsen kann und soll. So wird ein Spaziergang durch die Stadt nie langweilig, weil es ständig neue Dinge zu entdecken gibt", sagt City-Managerin Anne Hasselbach.

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Bewegung an frischer Luft ist erlaubt, natürlich unter Einhaltung der gültigen Corona-Regeln - sollte es eng werden, auch mit Maske und Abstand. Sächsische.de schaute sich auf dem Tannenbaum-Parcours um.

Wer schmückt eigentlich die Tannenbäume?

Alle Bäumchen haben ihren Standort gefunden, etwa 80 Prozent sind schon verziert. Ein Großteil haben die Gewerbetreibenden der City vor der Tür stehen. "Es gibt aber auch private Baum-Patenschaften und Vereine, Kirchgemeinde und Initiativen haben ebenso Hand angelegt", erzählt Anne Hasselbach. Sie hatte die Idee zum Parcours. Aber ohne Mithilfe vieler geht auch diesmal nichts.

Individuelle Weihnachtsbaumdeko erwartet die Spaziergänger an den 100 Tannen in der Kamenzer Altstadt, wie hier vor Optik-Johne.
Individuelle Weihnachtsbaumdeko erwartet die Spaziergänger an den 100 Tannen in der Kamenzer Altstadt, wie hier vor Optik-Johne. © Ina Förster

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Viele Geschäfte haben ausgefallene Ideen umgesetzt. Da hängen Brillengestelle am Baum oder Teebeutel. Manch einer hat laminierte Sprüche aufgehängt oder einfach rotbäckige Äpfel. Klassische Bäumchen sind ebenso dabei, wie pinkfarbene, verspielte, natürliche, verrückte, kunstvolle, nachhaltige und moderne.

Kann man auch noch selber Hand anlegen?

Ja, wer einen ungeschmückten Baum sieht, könne gern Initiative ergreifen und ihn dekorieren. Auch etwas "karge" Tannen dürfen weiter geschmückt werden. "Wir freuen uns über alles. Wer gern eine persönliche Botschaft, ein Zitat, einen Wunsch oder etwas Verrücktes aufhängen will, darf das. Kein Bäumchen soll vergessen werden", wünscht sich Anne Hasselbach.

Wird auch an die Kinder gedacht?

Ja, der Kamenzer Kinderschutzbund initiiert am Donnerstag von 15.30 bis 17 Uhr ein gemeinsames Schmücken auf dem Marktplatz. Man kann entweder nur seinen selbst gebastelten Schmuck abgeben oder selber an einem der kleinen Bäumchen am Rathaus Hand an legen. Der Schmuck sollte wetterfest sein, ansonsten ist alles erlaubt. "Schnitzt, schneidet, malt und formt, was das Zeuge hält", wünscht sich Marita Lehmann vom Kinderschutzbund. "Es wird eine andere Adventszeit dieses Jahr, aber die Vorfreude auf Weihnachten bleibt uns", sagt sie.

Wo kommt der "Häkelbaum" auf dem Saumarkt her?

Vor dem Bistro Plan B. an der Bautzner Straße erwartet die Spaziergänger ein Hingucker. Hier hat die Häkel- und Stricktruppe um "Glückspilgerin" Kerstin Boden eine überdimensionalen, knallbunte Tanne aus unzähligen Topflappen aufgestellt. "Wir haben viele Stunden im Sommer damit zugebracht, unsere Idee umzusetzen. Und wir denken, dass dieser Baum anderen Freude schenkt", sagt die Kamenzerin. Natürlich fehlen Peace-Zeichen und Jakobsmuschel nicht. Auf dem Saumarkt entstand ein kleines Märchenland mit Figuren, zauberhaften Bäumchen, Deko und allerlei Hinguckern vom Plan B.-Team.

Was bedeutet der Bauzaun-Stern am Schulplatz?

Der Bauzaun-Stern auf dem Schulplatz wird von der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde gestaltet. Tannengrün und passendes Licht fügen sich zu einer tollen Installation zusammen. Das interaktive Element erzählt in den nächsten Wochen eine etwas andere Weihnachtsgeschichte.

Auf dem Schulplatz wurde dieser riesige Stern aus Bauzäunen errichtet, der nun von der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde geschmückt wird. Eine ganz besondere Weihnachtsgeschichte in 12 Bildern wird hier zu sehen sein.
Auf dem Schulplatz wurde dieser riesige Stern aus Bauzäunen errichtet, der nun von der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde geschmückt wird. Eine ganz besondere Weihnachtsgeschichte in 12 Bildern wird hier zu sehen sein. © Privat: Zierenner

Dabei schlüpfen Kamenzer in alte aber auch moderne Rollen. Zwölf Foto-Banner sind dafür in Arbeit. "Aus der Not geborene Dinge haben immer etwas mit Kreativität und Spontanität zu tun. Und das sollte bei allen Schwierigkeiten, die wir momentan haben, nicht vergessen und unterschätzt werden. Kultur gehört immer noch zur Grundversorgung des Menschen", so Anne Hasselbach.

Kann man auch den Weihnachtsmann treffen?

Ja, wenn auch anders als sonst. In den Räumen der Stiftung Gemeinsinn an der Zwingerstraße wurde in den letzten Tagen eine gemütliche Weihnachtsmannstube eingerichtet - im Schaufenster.

In den Räumen der Stiftung Gemeinsinn an der Zwingerstraße wurde in den letzten Tagen eine gemütliche Weihnachtsmannstube eingerichtet.
In den Räumen der Stiftung Gemeinsinn an der Zwingerstraße wurde in den letzten Tagen eine gemütliche Weihnachtsmannstube eingerichtet. © Matthias Schumann

Bald sitzt hier der Weihnachtsmann im Schichtsystem: Am 7., 8., 10., 11., 17. und 18. Dezember kann man ihm zumindest 16 bis 18 Uhr zuwinken kommen und bei der Arbeit zusehen. Auch seine Wunschzettel wird man hier los.

Welche Hingucker sollte man unbedingt gesehen haben?

Tipp 1: Fassadenlichtspiel an der Schulstraße: Dank der Schwibbögen vom Holzkunstgewerbe Michael Müller, der neuen Zoomlinse von Corporate Friends und der Hausbesitzerin Siegrid Hommel, entstand hier Zauberhaftes im Dunkeln.

Tipp 2: Schrottwichtelautomat mit Wunschbriefkasten: In der Nähe des Winzerecks, werden beide Anfang nächster Woche aufgebaut. Die Stadtwerkstatt hatte die Idee, die Bao GmbH setzte sie baulich um.

Tipp 3: Thematische Schaufenster, u. a. Bautzner Straße 5 (ehemals Blumen-Petasch), ausgeführt von den Deko-begeisterten Akteuren Monique Tanner und Tina Gebauer.

Dank der Schwibbögen vom Holzkunstgewerbe Michael Müller, der neuen Zoomlinse von Corporate Friends und der Hausbesitzerin Siegrid Hommel, entstand an der Schulstraße ein zauberhaftes Fassadenlichtspiel.
Dank der Schwibbögen vom Holzkunstgewerbe Michael Müller, der neuen Zoomlinse von Corporate Friends und der Hausbesitzerin Siegrid Hommel, entstand an der Schulstraße ein zauberhaftes Fassadenlichtspiel. © Anne Hasselbach

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