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Welcher Name darf in Kamenz aufs Straßenschild?

Ein Investor verewigte seinen Nachnamen auf dem Schild an einer von ihm gebauten Straße. Das sorgte für Diskussionen. Jetzt hat die Stadt Klarheit geschaffen.

Am Namen für den heutigen Lichthornweg entzündete sich eine generelle Diskussion um Straßennamen in Kamenz. Jetzt schaffte die Stadt Klarheit.
Am Namen für den heutigen Lichthornweg entzündete sich eine generelle Diskussion um Straßennamen in Kamenz. Jetzt schaffte die Stadt Klarheit. © Matthias Schumann

Kamenz. Ein kleiner Weg in Kamenz sorgte im vorigen Jahr für einigen Wirbel - und jetzt für klare Regeln zur Benennung von Straßen und Wegen in der Stadt. Damals wollte ein privater Investor an der von ihm gebauten Zufahrt in ein neues Wohngebiet seinen Nachnamen - Lichthorn - auf dem Straßenschild verewigen und regte das in einem Schreiben an die Stadt an.

Daran entzündete sich eine Diskussion im Stadtrat. Schlussendlich gab es Zustimmung zum Lichthornweg. So hieß es, wenn die Bezeichnung in dieser Form gewählt werde, sei es eine "Verallgemeinerung, die nicht auf eine lebende Person abstellt". Das Straßenschild steht inzwischen.

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Aber die Frage zum Umgang mit lebenden Zeitgenossen auf Straßenschildern schwelte unter Stadträten wohl weiter. Denn bisher hatte die Stadt Kamenz nur einige Grundsätze für die Vergabe von neuen Straßennamen, aber genau dieser Punkt war nicht eindeutig geklärt.

Jetzt hat die Stadtverwaltung präzise Regeln für die Vergabe von Straßennamen aufgestellt und in eine Satzung gegossen. Beantragt hatte das die Wählervereinigung Kamenz und Ortsteile, um auszuschließen, dass eine solche Debatte wie um den Lichthornweg noch einmal geführt werden muss. Die Mehrheit des Stadtrates hat der Satzung zugestimmt.

Namen lebender Personen sind unzulässig

Zehn Paragrafen regeln nun die Namensvergabe. Dazu gehören allgemeine Grundsätze, zum Beispiel die Gestaltung mit weißer Schrift auf blauem Grund. Die Benennung von öffentlichen Verkehrsflächen sollte eindeutig und gut verständlich sein. In der Regel sollte ein Grundwort wie Straße, Weg oder Platz zum Namen gehören.

Historische Ereignisse können verwendet und historisches Namensgut sollte gewahrt werden. Personen müssen würdig sein, geehrt zu werden, sich um das Gemeinwohl verdient gemacht haben. Prüfkriterien zur historischen Einordung sollen die Namensvergabe erleichtern.

Namen noch lebender Personen sind nun ganz klar unzulässig. Außerdem muss eine Wartefrist von fünf Jahren nach dem Tod verstreichen, bevor ein Kandidat oder eine Kandidatin für diese Ehre infrage kommt. Am Ende könnte ja auch später noch etwas zutage kommen, was an einer Person zweifeln lässt.

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Bei der Benennung ist einiges zu beachten. Besondere Themen dienen der Orientierung. Doch es gibt auch Streitfälle.

Auch der Umgang mit Bezeichnungen in sorbischer Sprache wird berücksichtigt. Und es wird klar geregelt, welche Benennungen unzulässig sind. Die Stadt stützt sich bei diesem Regelwerk nach eigenen Angaben auch auf Empfehlungen und einen Kriterien-Katalog des Deutschen Städtetages. (SZ/ha)

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