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Kamenz: Das tut sich im ehemaligen Fewa-Club

20 Jahre lang wurde im Keller des Stadttheaters zu elektronischer Musik getanzt. Das geht nicht mehr. Nun erhalten die Räume einen neuen Zweck.

Sonst ist Steffen Lorenz als Beleuchtungsmeister des Kamenzer Stadttheaters anders gefordert, aber zurzeit beseitigt er den alten Putz in den drei Tonnengewölbekellern des ehemaligen Fewa-Clubs.
Sonst ist Steffen Lorenz als Beleuchtungsmeister des Kamenzer Stadttheaters anders gefordert, aber zurzeit beseitigt er den alten Putz in den drei Tonnengewölbekellern des ehemaligen Fewa-Clubs. © René Plaul

Kamenz. Still ist es zurzeit im Kamenzer Stadttheater. Keine Vorstellungen, keine Konzerte, keine Proben und Einmietungen jeglicher Art stehen im Terminkalender. Seit Monaten hat das Haus coronabedingt geschlossen. Doch hinter den Kulissen wird trotzdem gearbeitet. Künftige Veranstaltungen werden geplant, die Hutberg-Saison zaghaft vorbereitet.

Und ab und zu wird es sogar laut und staubig bei der Arbeit. Seit ein paar Wochen dröhnt der Bohrhammer in den Katakomben des Hauses. Dort hatte bislang der Fewa-Club sein Domizil. Der Club für Freunde elektronischer Musik zog vor ein paar Monaten ins Kellingsche Vorwerk an die Pulsnitzer Straße. Nun nutzen die Stadttheater-Mitarbeiter die aufführungsfreien Monate, um die ehemaligen Fewa-Räume zu renovieren. Es handelt sich dabei um drei Tonnengewölbe-Keller unter dem großen Saal.

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Brandschutzbegehung brachte das Aus für den Club

Im letzten Frühjahr hatte die Stadt dem Verein "Fewa" die Kündigung ausgesprochen - aufgrund massiver Mängel beim Brandschutz. So fehlten eine Entrauchungs- und Belüftungsanlage sowie der zweite Fluchtweg. Letzterer wird zurzeit zwar fürs Stadttheater gebaut. "Doch leider ließen im Jahr 2020 die Resultate einer Brandschutzbegehung die Fortbetreibung dieses Musik-Clubs in diesen Räumlichkeiten nicht mehr zu", teilt Stadtsprecher Thomas Käppler mit.

Damit stand der Fewa-Club vor einer großen Entscheidung: Weitermachen oder nicht? Ziemlich schnell waren die Weichen gestellt - ein neues Objekt musste her. Dieses fand sich am Stadtrand Richtung Pulsnitz. Hier stiegen bereits die ersten Aktionen, soweit das Corona zuließ.

Technisches Gerät und Möbel finden nun Platz

Als Grund für die Kündigung nannte die Stadtverwaltung damals auch den Eigenbedarf. Vor allem die Theatertechniker freuen sich deshalb auf die neuen Möglichkeiten im eigenen Haus. "Die freigewordenen Räumlichkeiten sollen natürlich nicht ungenutzt bleiben. Klar war, dass sie für Club-Aktivitäten aber nicht mehr geeignet sind", so Thomas Käppler.

Dafür könne nun technisches Gerät, welches das Stadttheater bei seinen vielen kulturellen Aktivitäten benötigt, besser untergebracht werden. "Dies ist nicht nur eine Frage der Ordnung. Die bislang nicht ausreichend vorhandenen Lagerflächen führten dazu, dass Stellflächen genutzt werden mussten, die sich im hinteren Bereich des Theatersaals befanden. Das war als Dauerlösung unzureichend, denn nur ein Vorhang trennte Technik, Bühnenteile und Möbel vom Rest des Saales", erklärt Käppler.

Stadttheater-Mitarbeiter legen selbst mit Hand an

Zuvor müssen die Kellerräume nach dem Auszug des Fewa-Clubs aber entsprechend vorgerichtet werden. Immerhin nutzten die Freunde der elektronischen Musik 20 Jahre das Areal. Die langen Partynächte haben Spuren hinterlassen. Vor allem der Putz an den Kellerwänden muss ab, um weiterer Feuchtigkeit vorzubeugen. Auch eine neue Beleuchtungsanlage ist fällig.

Diese Arbeiten werden von einer Fachfirma vorgenommen. Bedingt durch die Corona-Pandemie und die geltenden Einschränkungen, die sich auch auf den Veranstaltungsbetrieb im Stadttheater auswirken, kann ein Teil der Arbeiten jetzt durch Theatermitarbeiter realisiert werden. Hierzu zählen unter anderem Wand- und Malerarbeiten, Arbeiten am Fußboden, die Entfernung der Einbauten und die Aufstellung von Schwerlastregalen. Die neuen Lagermöglichkeiten werden voraussichtlich im Laufe des Frühjahrs zur Verfügung stehen.

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