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Was wird aus dem Kamenzer Advents-Spectaculum?

In Pulsnitz wurde der Pfefferkuchenmarkt wegen Corona zum zweiten Mal abgesagt. Für die Veranstalter des Kamenzer Weihnachtstreibens ist das keine Option.

Das Märchenhafte Advents-Spectaculum in Kamenz ist durch sein spezielles Flair bekannt. Voriges Jahr fiel es wegen Corona aus. Für dieses Jahr wird an einer Lösung gearbeitet.
Das Märchenhafte Advents-Spectaculum in Kamenz ist durch sein spezielles Flair bekannt. Voriges Jahr fiel es wegen Corona aus. Für dieses Jahr wird an einer Lösung gearbeitet. © Archivfoto: Matthias Schumann

Kamenz. Es ist der berühmte Blick in die Glaskugel: Wie werden Weihnachtsmärkte in diesem Winter aussehen? Sachsens Handwerker forderten kürzlich von der Landesregierung eine zeitnahe Regelung. Doch noch kann niemand klar vorhersagen, ob die Märkte stattfinden können und wenn ja in welcher Form. Die aktuellen Corona-Regeln lassen viele Fragen offen. Und vor allem weiß keiner, wie die Lage in acht bis zehn Wochen aussehen wird. Zurzeit steigt die Inzidenz im Landkreis Bautzen wieder. Erst kürzlich sagten die Pulsnitzer ihren Pfefferkuchenmarkt, der normalerweise Anfang November stattfindet, erneut ab.

Viele der größeren Weihnachtsmärkte starten üblicherweise bereits Ende November, wie der Striezelmarkt in Dresden. Kamenz wäre erst am dritten Adventswochenende mit dem Märchenhaften Spectaculum an der Reihe.

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Über 5.000 Besucher kommen jährlich zum Märchenhaften Advents-Spectaculum nach Kamenz. Gerade die Enge auf dem Areal macht das Event gemütlich. Doch geht das in Corona-Zeiten?
Über 5.000 Besucher kommen jährlich zum Märchenhaften Advents-Spectaculum nach Kamenz. Gerade die Enge auf dem Areal macht das Event gemütlich. Doch geht das in Corona-Zeiten? © SAE Sächsische Zeitung

Zurzeit überlegen alle Mitmacher, wie sich das Markttreiben am besten organisieren lässt. "Es ist alles in Prüfung", sagt Ines Müller-Spindler vom Museum der Westlausitz, das von Anfang an Mitveranstalter des Spectaculums ist - neben der Interessengemeinschaft, die aus privaten Gründungsmitgliedern besteht und inhaltliche Ideen liefert, und der Stadt Kamenz, die sich um die Absicherung, Finanzen und das Marketing kümmert.

Jährlich begrüßen die Veranstalter im Schnitt über 5.000 zahlende Gäste an zwei Tagen. Das von Anfang an räumlich abgegrenzte Areal ist für sein romantisches Ambiente und die lebendigen Märchenfiguren bekannt. Viele wichtige Programmpunkte laufen allerdings auch in Innenräumen.

Auch im Pichschuppen bei der Märchenerzählerin wird es meistens eng. Wie kann der Zugang zu solchen Veranstaltungsorten ohne große Einschnitte geregelt werden?
Auch im Pichschuppen bei der Märchenerzählerin wird es meistens eng. Wie kann der Zugang zu solchen Veranstaltungsorten ohne große Einschnitte geregelt werden? © SAE Sächsische Zeitung

"Das Spectaculum sollte nicht noch ein Jahr ausfallen", sagt Ines Müller-Spindler. "Eine Absage ist keine Option", ist sie sich mit David Kliemann vom Stadtmarketing Kamenz einig. Und Oberbürgermeister Roland Dantz (parteilos) sagt: "Wir sind der Meinung, dass das Spectaculum auch unter Bedingungen der Corona-Zeit durchgeführt werden soll. Dazu wollen wir uns gegenwärtig mit allen Beteiligten abstimmen."

Die 3G-Regel könnte eine Grundlage für die Durchführung der Veranstaltung sein, doch an den Einlässen würde dann mehr Personal benötigt. Dies ließe sich nicht über den normalen Ticketverkauf stemmen. Zusätzliche Kräfte würden allerdings zusätzliche Ausgaben bedeuten. Auch eine Entzerrung der Veranstaltung wäre denkbar durch eine räumliche Ausweitung bis hinter den Springbrunnen und die Beteiligung der Alten Baderei. Probleme dürften allerdings die engen Innenbereiche wie der Malzhauskeller oder das Museumsinnere machen. Hier wird nach Lösungen gesucht.

Eigentlich wäre die 3G-Regel sowie die Erfassung von Kontaktdaten nach der aktuell gültigen Corona-Schutzverordnung auf Weihnachtsmärkten aufgrund der "fließenden Besucherströme" nicht notwendig - allerdings nur, wenn der Markt aufgeteilt ist in Flanier- und Verweilbereiche. Doch das würde beim Kamenzer Spectaculum nicht funktionieren, denn gerade die Mischung macht den Reiz aus.

Dennoch: Die Planung für das Event ist angelaufen, Künstler sind vertraglich gebunden, Händler werden in den nächsten Wochen kontaktiert. Demnächst soll es eine Zusammenkunft des Organisationsteams geben, um weitere Schritte zu planen.

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