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Kamenz: So geht es mit dem Wohngebiet in Wiesa weiter

Schon länger ist am ehemaligen Bahnhof ein Eigenheimstandort geplant. Das hat der Investor nun vor.

Hinter dem früheren Bahnhof im Kamenzer Ortsteil Wiesa sollen Eigenheime entstehen. Baustart für die Erschließung soll im Frühjahr oder Sommer 2022 sein.
Hinter dem früheren Bahnhof im Kamenzer Ortsteil Wiesa sollen Eigenheime entstehen. Baustart für die Erschließung soll im Frühjahr oder Sommer 2022 sein. © René Plaul

Kamenz. Am Bahnhof in Wiesa rollen längst keine Züge mehr - aber in einem Jahr vielleicht Baumaschinen. Dietrich Schulz ist der Investor für das neue Wohngebiet im Kamenzer Ortsteil Wiesa. Er stellte sich jetzt erstmals den Bürgern mit seinem Projekt vor. „Wir kommen aus Dresden“, so Schulz. Geboren sei er aber in Görlitz.

Er wolle das Areal südlich der Bahnhofstraße, früher Bereich des Güterbahnhofs, mit seiner Firma "KM Entwicklungs- und Hausprojekte" entwickeln. Die habe er extra für das Vorhaben gegründet. Deshalb stünden die Buchstaben KM am Anfang.

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Die Firma habe derzeit drei Wohnstandorte in Planung, den in Wiesa, einen weiteren im Wachauer Ortsteil Leppersdorf und einen Standort in Freiberg.

Derzeit ist der Bereich des ehemaligen Güterbahnhofs Wiesa mehr oder weniger verwahrlost mit schlammigen Wegen und tiefen Pfützen. Geplant wird an dem Standort bereits seit 2017. Zwischenzeitlich gab es einen Eigentümerwechsel hin zur "KM Entwicklungs- und Hausprojekte", die das Vorhaben nun fortführt.

Baugebiet musste verkleinert werden

Geschäftsführer Schulz war ursprünglich mit deutlich größeren Plänen für Wiesa angetreten. Das neue Wohngebiet sollte sich weiter nach Süden erstrecken. Geplant waren mehr als doppelt so viele Häuser.

Doch dann kam Bergbaurecht ins Spiel. Der Regionale Planungsverband forderte einen Schutzabstand von 300 Metern zu einem Steinbruch. Daraufhin ist das Plangebiet stark reduziert worden, erklärt Stadtplaner Michael Preuß. Es sei ein Schlag gewesen, räumt Dietrich Schulz ein, er sei jetzt aber froh, dass es vorangeht.

Aus Sicht des Stadtbauamtes ist jetzt ein kompaktes, für Wiesa verträgliches Gebiet entstanden. Es füge sich in der abgespeckten Variante ganz gut in den Ortsteil ein. Auch der Investor räumt ein, dass mancher Wiesaer vielleicht ganz froh über die kleinere Lösung ist. Er denke nun auch, dass das Wohngebiet so ganz gut in die Landschaft passt.

Entstehen sollen 16 Häuser, davon ein Einfamilienhaus und 15 sogenannte Kettenhäuser. Diese Bauart ist zwischen Reihen- und Einfamilienhaus angesiedelt. Die Gebäude sind nicht wie Reihenhäuser direkt aneinander gebaut, sondern werden durch die geplanten Garagen oder Carports getrennt. Das Areal ist etwa einen Hektar groß. Knapp 7.000 Quadratmeter sollen bebaut werden.

Bis zum Jahresende soll der Bebauungsplan fertig sein. So könnte im Frühjahr/Sommer 2022 Baustart sein. Ende des kommenden Jahres will der Investor in den Haus-Verkauf gehen. Er rechnet mit Grundstücksgrößen von etwa 300 bis 500 Quadratmetern.

Die Erschließung finanziert der Investor

Das erscheint klein. Kamenz liege aber im Dunstkreis von Dresden, so Schulz. Deshalb rechne er mit einem hohen Bedarf an Wohngrundstücken, und dafür wolle er die Fläche optimal ausnutzen. Es werde sich zeigen, wie der Verkauf läuft. Letztlich könnten auch größere Grundstücke mit Einfamilienhäusern verkauft werden. Zu Preisen könne er noch nichts sagen.

Auf dem Areal sollen 16 Häuser entstehen. Der Start für die Erschließung ist im Frühjahr/Sommer 2022 geplant.
Auf dem Areal sollen 16 Häuser entstehen. Der Start für die Erschließung ist im Frühjahr/Sommer 2022 geplant. © Planungsbüro Schubert

Die Häuser könnten schlüsselfertig verkauft werden, müssen es aber nicht. Es gebe auch Rohbauvarianten. Dort bleibe den Interessenten dann Spielraum für eigene Vorstellungen.

Bei Anwohnern in Wiesa ist wohl unterdessen auch die Sorge umgegangen, dass mit dem Bauprojekt Kosten auf sie zukommen könnten. Zum Beispiel, wenn das Areal erschlossen wird und Leitungen neu verlegt werden oder wenn im Zusammenhang mit der Erschließung auch noch die Straße Am Bahnhof ausgebaut wird. Die Stadt versichert: Solche Pläne gebe es derzeit und insbesondere in Verbindung mit dem Wohnbauprojekt nicht.

Die Erschließung werde komplett vom Investor finanziert. Die Erschließungsstraße soll als Sackgasse von der Straße Am Bahnhof ins Wohngebiet abzweigen. Von der Straße Am Klötzerberg aus soll noch ein neuer Fuß-/Radweg in das Wohngebiet geführt werden.

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