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Das tut sich im Kamenzer Ziegenpark

Derzeit ist das Tiergehege an der Feigstraße noch geschlossen. Die Stadt hofft, es bald wieder öffnen zu können - und plant Neues auf dem Areal.

Auch in Corona-Zeiten versorgt Lutz Wendt die Tiere im Kamenzer Ziegenpark. Er hofft, dass bald wieder geöffnet werden kann.
Auch in Corona-Zeiten versorgt Lutz Wendt die Tiere im Kamenzer Ziegenpark. Er hofft, dass bald wieder geöffnet werden kann. © René Plaul

Kamenz. Die Ziegen im Kamenzer Tiergehege recken neugierig die Hälse. Denn Besucher sind zur Ausnahme geworden. Auch die Anlage an der Feigstraße ist wegen Corona noch gesperrt. Lutz Wendt von der Kamenzer Stadtgärtnerei hat den Gartenbesen zur Hand genommen und bringt das Gehege auf Vordermann. Das muss natürlich erledigt, und die Tiere müssen gefüttert werden.

Doch in diesem und im kommenden Jahr stehen noch viel größere Arbeiten an: Die Stadt will im Ziegenpark, wie die Kamenzer das Areal nennen, immerhin für 323.000 Euro bauen. Dabei geht es um den Pavillon auf dem Areal und das auffällig niedrige Lagergebäude, das sich in den Hang duckt.

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Der Ziegenpark bekommt Toiletten

Große Menschen müssen bei einer begehbaren Höhe von 1,90 Metern hier den Kopf einziehen. Sowohl wegen der hygienischen Bedingungen als auch aus Sicherheitsgründen ist aus Sicht der Stadt ein funktionierendes Wirtschaftsgebäude nach heutigen Standards dringend nötig.

Das Lagergebäude, in dem derzeit Futter und Kleingeräte verstaut sind, wird abgerissen. Eine Sanierung wäre nach Einschätzung der Verwaltung teurer als ein Neubau. Das geplante neue Multifunktionsgebäude soll größer als der Altbau werden.

Eine moderne Futterküche wird dort eingebaut. Für Personal sowie die Ziegenpark-Besucher entstehen Toiletten und für die Mitarbeiter ein Pausenraum. Das sei besonders wichtig und habe gefehlt, schätzt Manuela Rutkowsky ein, die Leiterin der Stadtgärtnerei, die das Gehege betreut. Damit würden sich auch die Arbeitsbedingungen verbessern. Das alles ist für dieses Jahr geplant.

Maroder Holzpavillon wird saniert

Der Holzpavillon soll dann 2022 drankommen. Er stammt aus den 1920er-Jahren. Damals lebte an der Feigstraße ein Frauenarzt, Dr. Adolf Fischer, der das Areal erwarb. Er hatte wohl auch an der Gestaltung des Parks seinen Anteil und züchtete bereits Tiere im Garten.

Der war bei den Kamenzern damals als Fischers Garten bekannt, berichtet Stadtarchivar Thomas Binder. Stadtgärtnerin Manuela Rutkowsky kann sich auch gut vorstellen, dass der Arzt vom berühmten Kamenzer Landschaftsgärtner Wilhelm Weisse inspiriert war. Zu DDR-Zeiten ging das Areal dann in den Besitz der Stadt über. Übergeben wurde der Park den Kamenzern 1972.

Der Pavillon ist inzwischen stark sanierungsbedürftig: Unter dem Bau befindet sich ein sogenannter Feuchtkeller. Der Holzfußboden darüber sei so marode, dass die Sicherheit gefährdet ist, heißt es. Auch die Außenwände seien im unteren Bereich morsch und die Holzfenster undicht, schätzt die Stadtverwaltung ein. Das soll alles saniert, aber der Baustil dabei erhalten werden.

Auch zwei Emus leben im Ziegenpark

Im Feuchtkeller werde auch künftig Futter wie Rüben und Kartoffeln gelagert. Das Erdgeschoss könne für Ausstellungen genutzt werden oder für Erläuterungen, wenn Schulklassen das Gehege besuchen. Erneuert wird zudem der ausgefahrene und sehr wellige Pflasterweg zum Pavillon.

Etwa 40 Tiere befinden sich derzeit in dem kleinen Gehege. Es gibt unterschiedliche Ziegenarten, zwei Schweine, Volieren mit Ziervögeln, zwei Emus. Erst 2019 wurde unter anderem der Zaun zur Nordstraße erneuert, erklärt Manuela Rutkowsky. Auch die Spielfläche sei umgestaltet und durch eine Rutsche ergänzt worden.

So zieht es auch viele Familien in das Gehege, zumal der Eintritt frei ist. Doch derzeit ist noch geschlossen, auch wenn es für manchen schwer verständlich ist. Weil das Gehege nicht ständig besetzt werden könne, sei die Besucherzahl nicht zu überwachen, heißt es. Wann sich das Tor wieder öffnet, steht noch nicht fest. Bis dahin bleiben die Ziegen und Lutz Wendt weitgehend unter sich.

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