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Hochbeete für Kamenzer Kindergärten

Selber pflanzen, pflegen und ernten: Der Rotary Club stattet fünf Einrichtungen mit den Voraussetzungen dafür aus - und verfolgt damit mehrere Ziele.

Angela Beil (4.v.r.), Leiterin des Kinderhauses Kunterbunt in Kamenz, freut sich mit den Mädchen und Jungen über das neue Hochbeet. Gabriele Wagner (2.v.r.), Regina Klaus und Reiner Deutschmann vertraten bei der Übergabe den Rotary Club Kamenz.
Angela Beil (4.v.r.), Leiterin des Kinderhauses Kunterbunt in Kamenz, freut sich mit den Mädchen und Jungen über das neue Hochbeet. Gabriele Wagner (2.v.r.), Regina Klaus und Reiner Deutschmann vertraten bei der Übergabe den Rotary Club Kamenz. © Ina Förster

Kamenz. Emil hat zu Hause schon einmal Gurken und Kartoffeln geerntet. Der heimische Garten seiner Familie gibt das her. Emil kennt sich also aus. Auch mit dem Unkraut-Jäten. Das will er den anderen Kindern ohne Garten in den nächsten Tagen gleich mal zeigen, sagt er mit ganz ernstem Gesicht. Denn "das wird hier auch bald wachsen", meint er. Jonas hingegen ist Fachmann in Gewächshäusern. "Da gab's sogar schon mal Tomaten zu Hause. Riesige Dinger", erzählt er.

Lauter kleine Fachmänner und -frauen gehen in das Kinderhaus Kunterbunt in Kamenz, scheint es. Das ist gut so. Denn hinterm Haus gleich neben dem Spielplatz wird auch seit Jahren gegärtnert. Das gehört mit zum Konzept. "Wir arbeiten nach den pädagogischen Grundgedanken Friedrich Föbels, dem Erfinder des Kindergartes", sagt Leiterin Angela Beil.

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Nach seiner Auffassung sollten die Kinder in einem Garten aufwachsen und das Wachsen, Blühen, Verwelken und Absterben seiner Pflanzen wahrnehmen können. Er selbst betrachtete die Kinder als „Samen“ der Menschheit, die besonderer Pflege und Begleitung bedürfen. "Die Natur diente bei ihm als Lehrmeister für das menschliche Leben, deren Lebenskreisläufe ähnlich verlaufen", so die Kita-Leiterin.

Ernte wird mit den Kindern verarbeitet und gegessen

Das klingt schön im Ansatz und wird hier seit Langem gelebt. Auf großen Beeten, die einem kleinen Acker ähneln, werden Kartoffeln, Salat und anderes Gemüse angebaut. "Letztes Jahre hatten wir zum Beispiel eine Tomaten-Schwämme", sagt Angela Beil. Was im Jahresverlauf reift, wird mit den Kindern verarbeitet und gegessen. Manchmal gibt es Kartoffelpuffer, manchmal Kräuterquark.

Dass nun auch noch ein extra langes Hochbeet dazu kam, freut alle. Kräuter, Erdbeeren zum Zwischendurch-Pflücken für die Kinder und Aroma-Duftpflanzen sind schon in der Erde. Das Hochbeet wurde erst vor einer Woche massiv gebaut. Der Rotary Club Kamenz setzte sich dafür ein und finanzierte das Projekt - samt kompletter Bepflanzung und Beerensträuchern für eine zusätzliche Ecke.

Jahresverlauf wird besser erlebbar

"Das Anlegen eines Nutzgartens haben wir gern unterstützt. Gerade in der Pandemie waren die Kinder in ihrer Lebenssituation eingeschränkt", so die aktuelle Rotary Club-Chefin Regina Klaus. "Viele zeigen Lern- und Bewegungsdefizite. Wir setzen uns dafür ein, dass die Mädchen und Jungen wieder unbeschwert ihren Alltag erleben dürfen. Und dazu gehört Natur und solch ein toller Garten."

Man trage dazu bei, dass Kinder Freude erfahren über das Wachsen und Gedeihen von Pflanzen. Natur sei ein gegebener Lehrmeister, der Erfahrungen für jeden bereit halte. Auch der Jahresverlauf werde so erlebbar. "Und es ist ein nachhaltiges Projekt, was uns freut", so Regina Klaus. 2.000 Euro flossen dafür, die Hälfte gab der Distrikt - die nächste rotarische Ebene - dazu. Seit 25 Jahren engagiert man sich nicht nur für Weltprojekte, wie die Ausrottung der Kinderlähmung , sondern auch für soziale Zwecke vor Ort.

Im Vorfeld hatte der Club mit allen Kitas der Stadt Kontakt. Viele bewarben sich auf die Spende. Man entschied sich diesmal für die Kunterbunt-Kita. Zusätzlich übergaben die Rotarier am Donnerstag dieser Woche kleinere Hochbeete an vier weitere Einrichtungen. Das Kinderhaus Wiesa, der Katholische Kindergarten, der Awo- sowie der DRK-Kindergarten freuten sich riesig.

"Es war ein besonderes Rotary-Jahr, aber wir haben es gut gemeistert", sagt Regina Klaus. Sie übergibt ihren Vorsitz in vier Wochen an den nächsten Clubchef Thilo Scheibe. Die wichtigsten Führungspositionen in den Rotary Clubs wechseln - rotieren also - jährlich zum 1. Juli.

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