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Warum es in der Kamenzer Klinik Essen aus Hamburg gibt

Um Patienten und Mitarbeiter zu versorgen, werden zurzeit täglich etwa 800 Portionen über 450 Kilometer transportiert. Das ist die Erklärung dafür.

Im Maltester Krankenhaus St. Johannes in Kamenz werden täglich etwa 800 Portionen Essen verzehrt. Die legen vom Herd bis zu den Patienten und Mitarbeitern derzeit einen weiten Weg zurück.
Im Maltester Krankenhaus St. Johannes in Kamenz werden täglich etwa 800 Portionen Essen verzehrt. Die legen vom Herd bis zu den Patienten und Mitarbeitern derzeit einen weiten Weg zurück. © René Plaul

Kamenz. Im Malteser Krankenhaus in Kamenz wird seit ein paar Wochen die Großküche umgebaut. Im Normalfall wird dort frisch gekocht - und das soll auch künftig so bleiben. Doch wegen der Bauarbeiten kommt das Essen zurzeit eben nicht aus den unteren Stockwerken des Klinikgebäudes - sondern aus einer Großküche in Hamburg.

"Während der Umbauphase beliefert die Primus alle Mitarbeiter und Patienten weiterhin mit warmen Speisen aus einer hausinternen Frischeküche, die gleichermaßen alle qualitativen Maßstäbe erfüllt, wie sie sonst im Krankenhaus vor Ort herrschen", teilt Anke Schitto, Regionalleiterin der Primus Service GmbH, auf Nachfrage von Sächsische.de mit.

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Die Primus Service GmbH ist ein Tochterunternehmen der Malteser Deutschland und seit 20 Jahren für die Küche im Kamenzer Krankenhaus zuständig. Hier kocht Primus auch für andere Krankenhäuser wie das St. Carolus Görlitz und verschiedene Pflegeeinrichtungen mit.

Täglicher Transport über 450 Kilometer

Doch wie funktioniert das jetzt? Fährt täglich jemand nach Hamburg und holt das Essen ab? "Das klingt etwas umständlich und wenig nachhaltig. Wie kommt das Essen denn dann hier in Kamenz überhaupt an?", fragt Leserin Utta Bamberg, die von der aktuellen Lage gehört und sich an Sächsische.de gewandt hat.

"Im Zeitraum von sechs Wochen wird nun in einer externen Primus-eigenen Küche sichergestellt, dass die rund 800 Speisen im Cook and Chill-Verfahren frisch zubereitet werden. Das bedeutet: Die Lebensmittel werden bis zum Garpunkt gekocht und dann von 70 auf drei Grad Celsius in speziellen Rückkühlgeräten abgekühlt", erklärt Anke Schitto.

Der Transport von Hamburg nach Kamenz erfolge mit speziellen Kühltransportern. Auf den jeweiligen Stationen im Krankenhaus werden die Speisen dann schonend langsam wieder erhitzt, um so "die beste Qualität in Sachen Geschmack sowie Vitamin- und Nährstoffgehalt zu erreichen".

In Kamenz werden zudem weiterhin kleinere Speisen vor Ort zubereitet. So wurde für das Kochen der Suppen - zum Beispiel Puddingsuppe, Haferflockensuppe, Brühsuppen - und das tägliche Backen der frischen Brötchen ein Interimsarbeitsplatz eingerichtet.

Kamenzer Koch unterstützt Hamburger Küche

Auch um die Angestellten in Kamenz brauche niemand zu bangen, betont die Primus-Service-Sprecherin. Die Mitarbeiter im St. Johannes seien während der Sanierungsphase weiterhin im Regelarbeitsverhältnis beschäftigt. „Ein Koch aus Kamenz unterstützt sogar die Frischeküche in Hamburg. Es ist also niemand negativ von dieser Umbausituation betroffen", bekräftigt Anke Schitto.

In die neue Küche werden 400.000 Euro investiert. Im Zuge der Küchenbodensanierung werde ebenfalls die Kochstrecke teilweise erneuert. Vom Umbau nicht betroffen sei die Portionierung der Speisen sowie die Geschirr-Reinigung. Die Umbauarbeiten haben Anfang Mai begonnen und werden wohl noch bis Mitte Juni andauern.

Das Primus-Team am Standort Kamenz freut sich über die Entwicklung der Umbaumaßnahmen und ist mit dem Belieferungskonzept aus Hamburg sehr zufrieden. Es sei eine erfolgreiche Übergangslösung ohne jegliche Einbußen für alle Beteiligten. „Sogar das Gegenteil ist zu beobachten: Die positiven Rückmeldungen der Mitarbeiter und Patienten über die leckeren Gerichte erfreuen auch das Personal bei uns vor Ort", sagt Alexandra Michels, Geschäftsführung Primus Service GmbH.

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