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Bundeswehr zieht aus Kamenz ab

Seit Mitte November haben die Soldaten im Krankenhaus geholfen. Nun endet ihr Corona-Einsatz - mit guten und mit traurigen Eindrücken.

Am Mittwoch endete für zwölf Bundeswehrsoldaten ihr Hilfseinsatz im Kamenzer Krankenhaus. Als kleines Dankeschön erhielten Oberfeldwebel Alexander Naumann und seine Kameraden von Klinikchef Sven Heise je eine Flasche Malteserwein.
Am Mittwoch endete für zwölf Bundeswehrsoldaten ihr Hilfseinsatz im Kamenzer Krankenhaus. Als kleines Dankeschön erhielten Oberfeldwebel Alexander Naumann und seine Kameraden von Klinikchef Sven Heise je eine Flasche Malteserwein. © René Plaul

Kamenz. Die Grenadiere vom 4. Panzerbataillon 391 ziehen ab. Seit November unterstützten sie die Mannschaft des Kamenzer Malteser Krankenhauses St. Johannes. Am Mittwoch ging es für zwölf Soldaten wieder zurück an ihren Standort im thüringischen Bad Salzungen. Es ist aber noch kein Komplettabzug.

Drei Soldaten bleiben in Kamenz, um dem Krankenhausteam in den kommenden Wochen noch zur Seite zu stehen. Sie sollen jetzt insbesondere den Empfang am Eingang managen, die Anliegen von Besuchern erfragen und Corona-Fragebögen ausgeben.

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Statt Panzerfahren hatten die Soldaten seit Mitte November 2020 andere Aufgaben: Sie schmierten Brote für Patienten oder brachten sie zu Untersuchungen. Sie füllten medizinisches Material auf, beförderten Proben von A nach B oder reichten in der Notfallambulanz Verbandsmaterial: Um "alles zu tun, den Krankenschwestern und Pflegern mehr Zeit für die Patienten zu verschaffen", erklärt einer der Soldaten am Mittwoch. Insbesondere eben auch auf der Corona-Station.

Gerade in Zeiten mit dem massiven Andrang von Covid-19-Patienten sei das richtig Stress gewesen: "Wir haben Doppelschichten geschoben", berichten die Soldaten. Und sie hätten auch den Tod auf der Corona-Station erlebt und wie schwer es gerade für die Ärzte ist, den Angehörigen die schlimme Nachricht zu überbringen.

Traurig, dass der Einsatz zu Ende geht

Sie seien im Krankenhaus sehr herzlich aufgenommen worden. Die Arbeit mit dem Personal sei sehr angenehm und die Dankbarkeit immer zu spüren gewesen, sagt Oberstabsgefreiter Felix Köpplin. Davon spricht auch Klinikgeschäftsführer Sven Heise: Er erinnert daran, wie die Corona-Station mit über 30 Patienten an ihre Grenze kam, dass Personal ausgefallen war. "Sie haben den Leuten hier in schwierigen Zeiten Mut gemacht, Mitarbeitern und Patienten sehr geholfen", sagt Heise.

Sie seien schon ein bisschen traurig, dass der Einsatz zu Ende geht, lassen die Soldaten durchblicken. Es sei ihnen eine Ehre gewesen zu helfen und eine tolle Erfahrung. Wenn Not am Mann ist, würden sie jederzeit wieder in die Kamenzer Klinik kommen.

Als Abschiedsgeschenk gibt es von der Malteser-Klinik für alle Soldaten je eine Flasche eines edlen Malteser-Weins. Noch sei die Pandemie nicht vorbei, so Heise. Aber er hoffe, dass sich der Alltag wieder normalisiert und die Klinik nun schrittweise zum Regelbetrieb übergehen könne.

Zehn Soldaten helfen noch im Impfzentrum

Ein weiterer Einsatz sei im Kamenzer Krankenhaus erst einmal nicht geplant, lässt Oberstleutnant Eric Gusenburger, Sprecher der Bundeswehr in Sachsen, wissen. Im Landkreis Bautzen seien derzeit noch Soldaten im Gesundheitsamt der Kreisverwaltung im Einsatz. Sie würden dort Unterstützung beim Nachverfolgen von Corona-Kontakten geben und mobile Teams bei Corona-Tests unterstützen: "Das sind 16 Soldaten." Bis 26. März soll der Einsatz gehen.

Außerdem sind noch zehn Soldaten bis Ende März im Kamenzer Impfzentrum. Bei Bedarf auch länger, sagt Eric Gusenburger. Er habe bisher ebenfalls von den Soldaten im Corona-Einsatz viel Positives erfahren. Sie seien wirklich froh, in dieser Pandemie ihrem Land an solchen Brennpunkten helfen zu können. Auch habe man an den Einsatzorten viel Verständnis füreinander gewonnen, so Gusenburger.

In den normalen Dienst als Panzer-Grenadier geht es für die meisten der Kamenzer Helfer nicht gleich wieder zurück. Nach den anstrengenden Wochen ist erst einmal Urlaub angesagt. Für manche ist auch schon der nächste Einsatz anderswo in der Corona-Hilfe in Sicht.

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